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Die zehn häufigsten Fehler in Multitisch-Turnieren

Juli 18, 2025
von PokerStars Learn

Als Spieler von Multitisch-Turnieren (MTT) kannst du deine Aussichten auf Erfolg deutlich verbessern, indem du diese zehn häufigen Fehler vermeidest.

Ruhelosigkeit

Dies ist mit Abstand der größte Faktor, der dazu führt, dass MTT-Spieler mit einigem Potenzial letztendlich auf keinen grünen Zweig kommen. Um ein erfolgreicher MTT-Spieler zu sein, braucht es das Durchhaltevermögen einer Kakerlake und die Geduld eines Mönchs. Das ist ungefähr so, als würde man an hundert Türen anklopfen, bis sich endlich eine öffnet. Hohe Preisgelder werden eher selten erzielt, dies gilt besonders für Events mit großen Teilnehmerzahlen. Daher kann es sich so anfühlen, als würde man endlose Stunden lang Lotto spielen. Unbehagen und Ruhelosigkeit sind dann eine ganz normale Reaktion und können einen Spieler dazu bringen, den großen Chipstack erzwingen zu wollen. Dies wiederum führt gewöhnlich zu einem unnötigen Ausscheiden aus dem Turnier. In der Mehrzahl der Fälle ist das Ausscheiden verkraftbar, da du ansonsten auch keinen Preisgeldrang erzielt hättest, doch hin und wieder wird es dich Tausende von Buy-ins kosten! Wenn du dich also das nächste Mal ruhelos fühlst, denke daran: Vielleicht ist dies eine der Gelegenheiten, bei denen das Schicksal es gut mit dir meint.

Ermüdung

MTT können lange dauern und ermüdend sein. Versuche, frisch zu bleiben, indem du regelmäßig gesunde Snacks isst, viel Wasser trinkst und vor allem inspiriert bleibst! Ein inspirierter Spieler verliert das Ziel, den großen, schwer fassbaren Cashpreis, nicht aus den Augen. Er spielt weiterhin voller Energie, weil er nach wie vor das Spiel liebt und ihm bewusst ist, welche Vorteile ihm der Erfolg beim Poker im wahren Leben bringen kann. Inspirierte Spieler haben ein Ziel vor Augen, sei es Freiheit, ein luxuriöser Lebensstil, einen Lebensunterhalt zu verdienen, oder etwas anderes. Deshalb laufen sie weitaus weniger Gefahr, während langer Events zu ermüden.

Ein MTT-Spieler geht zu einem frühen Zeitpunkt des Turniers All-in - ein Beispiel für einen Fehler in der Anfangsphase.

Langsamer Spielanfang

Das Spiel kann sich zu Beginn oftmals öde anfühlen, so, als ob das Turnier noch nicht richtig begonnen hätte. Dieses Gefühl kann zu Unachtsamkeit und Überschwang führen. Es wird im Allgemeinen als das Beste angesehen, an die frühe Spielphase tight heranzugehen – da die Chips jetzt noch nicht viel wert sind, es jedoch sehr wichtig ist, im Turnier zu bleiben. Im weiteren Verlauf eines Turniers nimmt ein Big Blind dann schnell an Wert zu. Es ist besser, 40 BB zu haben, wenn ein Big Blind den zehnfachen Geldwert hat, als zu versuchen, zu Beginn des Turniers 200 BB zu gewinnen und dafür das Ausscheiden zu riskieren.

Die Angst, kein Preisgeld zu gewinnen

Diese irrationale Furcht beruht auf einem mangelnden Verständnis unseres Unterbewusstseins vom Erwartungswert (EV). Dein Gehirn verbeißt sich geradezu in dieses eine investierte Buy-in, weil dies das Turnier ist, das du gerade spielst. Auf lange Sicht sind natürlich diejenigen Spieler erfolgreich, die öfter ein hohes Preisgeld erzielen, und nicht die, die häufiger gerade mal so ins Geld kommen. Aufgrund dieser menschlichen „Fehlprogrammierung“ wird das Spiel deiner Gegner im Allgemeinen zu tight sein, wenn es auf die Bubble zugeht. Nutze dies rücksichtslos mit einer aggressiven Spielweise aus.

Schlechte Risiko-Auswahl

Es kommt in MTT oft vor, dass ein Risiko, das absolut gesehen profitabel ist, relativ gesehen tatsächlich ein Fehler ist, weil wahrscheinlich eine günstigere Situation aufgekommen wäre. Dies gilt in keiner Weise für Spiele wie Zoom-Cashgames, doch dafür umso mehr für MTT. Gehe nur dann ein großes Risiko ein, wenn es lukrativ ist im Vergleich zu den Situationen, die wahrscheinlich noch kommen, und nicht, wenn der Erwartungswert nur etwas besser als plus/minus Null ist.

Unzureichendes Stehlen der Blinds in der späteren Phase

Wenn du eine Reihe großer Pots gewonnen hast und es auf diese Art in die späte Phase eines MTT geschafft hast, können die kleinen Pots eher unbedeutend erscheinen. Doch angesichts steigender Blinds wirst du schon bald wieder unter Druck geraten und dich gezwungen sehen, einige heikle Risiken einzugehen, um im Turnier zu bleiben. Du kannst das Risiko, in eine solche Situation zu geraten, verringern, indem du deinen Chipstack regelmäßig mit kleinen Pots aufbesserst. Das Stehlen der Blinds in später Position ist eine gute Methode, um das zu erreichen. Dies gilt umso mehr, wenn in den Blinds Spieler mit mittleren Chipstacks sitzen, die zu groß sind, um deinen Zug mit einem All-in zu erwidern, aber auch zu klein, um mitzugehen und nach dem Flop flexibel weiterzuspielen.

Ein MTT-Spieler erwägt, mit 10-Bube offsuit in später Position die Blinds zu stehlen - eine potenziell verpasste Gelegenheit in der späteren Phase.

Unzureichende 3-Bets in der späten Phase

Wie bereits erwähnt, haben deine Gegenspieler mit steigenden Blinds einen Anreiz, um oft die Blinds zu stehlen. Dies hat zur Folge, dass sie nun gewöhnlich mit viel breiteren Eröffnungs-Ranges spielen als zu Beginn des Turniers. Wir müssen also unsere 3-Bet-Range entsprechend ausweiten, insbesondere, wenn wir den Positionsvorteil haben. Achte auf Situationen, in denen die Höhe des effektiven Stacks sich sehr vorteilhaft für dich auswirkt. Ein Beispiel: Der Gegner macht auf dem Cutoff einen Eröffnungs-Raise auf 2,5 BB und wir sind auf dem Button mit einem halbwegs mittelmäßigen Blatt wie König-5 suited. Ob wir an dieser Stelle einen Re-Steal in Angriff nehmen, sollte von dem effektiven Stack und der Art von Gegenspieler abhängen. Wenn der effektive Stack 35 BB beträgt und wir es nicht gerade mit einem leichtsinnigen Spieler zu tun haben, ist dies eine gute Gelegenheit für eine 3-Bet. Eine 3-Bet auf 6 BB stellt unseren Gegenspieler vor die Wahl, einen Call außer Position zu machen, das Blatt niederzulegen oder mit einem großen Stack All-in zu gehen. Letzteres ist von seinem Standpunkt aus nicht besonders attraktiv.

Schlechtes Bankroll-Management

Einen großen Gewinn zu kassieren, kann einem Spieler schon mal zu Kopf steigen, doch solltest du dir immer bewusst sein, dass diese Gewinne nicht nur deinem Können zu verdanken sind! Varianz beim Poker ist etwas sehr Reales. Für dieses Spiel zählen sowohl Können als auch Glück. Du wirst als MTT-Spieler auf lange Sicht gesehen Phasen erleben, in denen du Hunderte von Turnieren spielst, ohne ein einziges hohes Preisgeld zu erzielen. Dafür bedarf es einer entsprechenden Bankroll. Um langfristig bestehen zu können, solltest du 200 Buy-ins für dein gespieltes Buy-in-Level als absolutes Minimum ansehen.

Ungenügende Beobachtungen

Der Tisch, an dem du das Spiel beginnst, wird gewöhnlich eine ganze Weile dein Tisch bleiben. Es ist entscheidend, dass du dir so schnell wie möglich ein Bild von deinen Gegenspielern machst. Viele Spieler werden gleichwohl drei Stunden nach Turnierbeginn nur ein oder zwei Hinweise (Reads) über ihre Gegenspieler aufgeschnappt haben. Für einen ernsthaften MTT-Spieler wäre das inakzeptabel. Versuche, dir Notizen von den Pokerhänden zu machen, bei denen du Zuschauer bist – und lass keinen ungewöhnlichen Spielzug unbemerkt geschehen. Die Notiz- und die Farbcode-Funktion sind für diese Zwecke bestens geeignet.

Schlechtes Zeitmanagement

Ein häufiger Fehler von unerfahrenen MTT-Spielern ist, Turniere zum falschen Zeitpunkt zu beginnen. Wenn du am Abend pokerst und tagsüber arbeitest, ist es nicht ratsam, bis vier Uhr morgens zu spielen. Es wird lediglich dazu führen, dass du übermüdet wirst und am nächsten Tag nicht viel spielen kannst. Statt am nächsten Tag gut zu spielen, spielst du dann in dieser Nacht müde und schlechter. Recherchiere deshalb, wie lange ein Turnier für gewöhnlich läuft, bevor du dich dafür anmeldest. Versuche auch, deine Turniere so zu planen, dass sie keinen Einfluss auf deine unvermeidlichen Aufgaben abseits der Pokertische haben.

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