Vier Anfängerfehler in Turnieren, die du vermeiden solltest
Es gibt ein paar Fallstricke, die du unbedingt vermeiden musst, wenn du Pokerturniere als ernsthaftes Hobby oder mehr spielen willst. Modernes Turnierpoker kann aufregend sein, aber auch zermürbend.
Nicht viele Spieler können regelmäßige Erfolge vorweisen – abgesehen von den seltenen Gewinnen, wo sie einfach Glück hatten. Hier sind einige mögliche Gründe, weshalb Spieler nicht ihre Turnierziele erreichen.
1. Die Bankroll reicht nicht
Es hat vielleicht den Anschein, als wären 100 bis 150 Buy-ins mehr als genug, als läge das Risiko, dass dir tatsächlich dein Guthaben ausgeht, in weiter Ferne. So was passiert aber schneller als gedacht, insbesondere in Formaten mit hoher Varianz wie Progressive KO-Turnieren. Die Varianz in Turnieren kann brutal sein. Selbst erfahrene Profis mit nachweisbaren Erfolgen können Downswings erleben, bei denen sie in kurzer Zeit 100 Buy-ins verlieren. Das gilt umso mehr, wenn sie mehrere Turniere am Tag spielen und die Turnierserien bei PokerStars voll ausreizen wollen.
Selbst wenn du mit Poker nicht deinen Lebensunterhalt bestreitest, solltest du in deiner Bankroll mindestens 200 Buy-ins für das Stake-Niveau haben, auf dem du spielen willst.
Wenn du also eine Bankroll von $1.000 hast und erstmal nichts weiter investieren willst, solltest du hauptsächlich $5 Events spielen. Es spricht natürlich nichts dagegen, ab und zu ein größeres Turnier zu spielen, wenn du glaubst, dass du gut mithalten kannst, aber mit den aggressiven Re-Entrys heutzutage kann das zu einer ungesunden Gewohnheit werden, die deine Bankroll im Nu aufzehrt.

2. Du hast keinen (Zeit-)Plan
Wenn du dir angewöhnst, ohne viel nachzudenken Turniere zu starten, kann das einige sehr unangenehme Folgen haben. Hier sind die Wesentlichen:
- Du mutest dir zu viel zu, wenn du nicht im Auge behältst, wann ein Turnier vermutlich endet. Wenn dein Finaltisch-Auftritt mit Prioritäten im echten Leben oder deiner Schlafenszeit kollidiert, kannst du nicht mit voller Konzentration mitspielen oder du bist einfach zu müde, um deine Bestleistung zu zeigen.
- Es kann auch passieren, dass dein Zeitplan völlig überladen ist. Wenn du deine Chancen in einem komplexen Bounty Builder-Event nutzen willst, dann melde dich nicht zugleich zu deiner gewohnten Anzahl an täglichen 6-max-Events an. Je weniger Spieler am Tisch sind, desto mehr Konzentration verlangt das Spiel. Du bist buchstäblich bei jedem Pot dabei.
- Spiele gemäß deiner Stärken.
Wenn du ein sehr schneller Spieler bist, der in erster Linie durch unbewusste Erfahrung und Instinkt agiert, dann kannst du in Turbo-Turnieren die besten stündlichen Resultate erzielen.
Wenn du lieber etwas länger nachdenkst und gerne jederzeit ein ordentliches Zeitpolster hast, dann sind Turbo-Turniere nicht das Richtige für dich. Denn dabei bist du zu schnellen Entscheidungen gezwungen und kannst somit nicht deine Bestleistung bringen.
3. Zu wenig oder zu viel „auftanken“
Mit Auftanken meinen wir Essen, Trinken, Schlafen und alles andere, was dein Körper und Gehirn brauchen, um bei einer langen Online-Turniersitzung optimal zu funktionieren.
- Wenn du zu wenig isst, kann das deine Willenskraft schmälern, zu emotionaleren Reaktionen führen und deine Konzentration beeinträchtigen (sofern du nicht ans Intervallfasten gewöhnt bist, worauf einige Turnierspieler tatsächlich schwören).
- Wenn du zu viel isst, ist dein Körper intensiv mit Verdauen beschäftigt, dass du dich eine Weile ziemlich träge und müde fühlst. Bei einer langen Spielsitzung empfiehlt es sich deshalb, lieber mehrere kleinere Mahlzeiten einzunehmen.
- Zu wenig zu trinken hat erhebliche Auswirkungen auf deine Konzentration und kann sogar zu körperlichen Beschwerden wie Kopfschmerzen und Verwirrtheit führen. Das ist das Letzte, was du bei deiner Turniersitzung gebrauchen kannst, wo du in der Lage sein musst, jederzeit komplexe Überlegungen anzustellen.
- Zu viel zu trinken ist aus offensichtlichen Gründen auch nicht clever. Es gibt pro Stunde nur eine fünfminütige Pause. Nach dem Folden schnell zur Toilette zu rennen, ist nur im Notfall eine Option, weil es dich aus dem Spielfluss bringt und deinen Fokus aufs Spiel stört.
- Zu wenig Schlaf kann deiner Leistungsfähigkeit sehr zusetzen. In diese Falle tappen leider viele regelmäßige Turnierspieler, denn mit Schlafmangel kannst du nicht mal wirklich beurteilen, wie gut du spielst.
- Zu viel Schlaf kann deinen Biorhythmus langfristig stören, sodass du in anderen Nächsten dafür zu wenig Schlaf abbekommst. Für Turnierspieler ist es auch enorm wichtig, die Zeit effektiv zu nutzen. Wenn du zehn Stunden deines Tages für Poker aufbringen willst, musst du noch einige weitere Stunden wach bleiben, um Zeit für alles andere im Leben zu haben – Aufgaben und Pflichten, dein Sozialleben, deine Familie, Sport usw.

4. Mentales Spiel vernachlässigen
Turniere kosten dich jede Menge Willenskraft. Es reicht schon, dass du fünf Sekunden nicht richtig aufpasst (oder dich von Social Media ablenken lässt), um Stunden harter Arbeit zunichte zu machen. Natürlich werden solche Fehler nicht jedes Mal bestraft, aber wenn sie sich häufen, ruinieren sie deine Ergebnisse sehr schnell. Hier sind ein paar Dinge, an denen du arbeiten kannst, um dein mentales Spiel zu verbessern.
- Heuere einen Mentaltrainer an.
- Übe Gedankengänge ein, auf die du zurückgreifen kannst, wenn du spürst, dass du in ungünstige Denkmuster verfällst.
- Mach dir eine Liste deiner häufigsten Schwachstellen im mentalen Spiel und notiere dir für jede Schwachstelle die Auslöser, Gefahren und Abhilfemaßnahmen.
- Übe dreiminütige Meditationen oder Atemübungen ein, um in den Pausen auch deinem Geist eine erholsame Pause und neuen Fokus zu gönnen.
- Bitte deine Mitbewohner, dich während dieser Zeit nicht mit unwichtigen Dingen zu stören.
Natürlich gehört noch viel mehr dazu, ein effektiverer Turnierspieler zu werden, aber wie du siehst, lassen sich viele Fallstricke auf mangelnde oder schlechte Vorbereitung zurückführen. Mit guter Planung machst du dir das Leben deutlich leichter, wenn es beim nächsten Turnier wieder heiß hergeht.
