Texas Hold’em-Regeln – der Spielablauf einfach erklärt
Poker ist schwierig zu meistern, dabei sind die Texas Hold’em Poker-Regeln ziemlich einfach. Zu Beginn solltest du dich mit den Grundlagen vertraut machen: wie wird jede Hand gespielt, was ist die Rangfolge der Pokerblätter und wie funktionieren die vier Einsatzrunden.
Grundlegende Texas Hold’em-Regeln
Texas Hold’em ist ein Kartenspiel mit zwei bis zehn Spielern am Tisch. Gespielt wird mit dem üblichen Deck aus 52 Karten. Große Turniere können aus Hunderten von Teilnehmern bestehen, aber in jeder Hand spielst du nur gegen die Mitspieler an deinem Tisch.
Bei den meisten beliebten Pokerspielen – einschließlich Texas Hold’em – erhältst du zunächst deine persönlichen Startkarten, die nur du kennst. Im Laufe einer Pokerhand kommen dann fünf Gemeinschaftskarten in der Mitte des Tisches dazu, die alle Spieler nutzen können. Aus diesen Karten gilt es, das bestmögliche Pokerblatt aus fünf Karten zu bilden.
Texas Hold’em Poker wird meistens als No Limit-Spiel gespielt. Das bedeutet, es gibt keine Obergrenzen für die Einsätze. Du kannst also in jeder Einsatzrunde (oder „Street“) so viel setzen oder raisen, wie du möchtest – aber natürlich nur so viele Chips, wie du in deinem Stack hast. Der Mindesteinsatz entspricht dem Big Blind.
Es gibt vier Einsatzrunden. Los gehts vor dem Flop, bei dem alle Spieler nur ihre zwei Startkarten kennen. Danach folgen drei weitere Einsatzrunden, in deren Verlauf fünf Gemeinschaftskarten ausgeteilt und offen auf den Tisch gelegt werden. Die ersten drei Gemeinschaftskarten nennt man den Flop. Die vierte Gemeinschaftskarte ist der Turn.
Um den Pot zu gewinnen, musst du nicht unbedingt das beste 5-Karten-Blatt erzielen – du kannst den Pot auch abräumen, indem du andere Spieler zum Folden bringst. Wenn du Gegner zum Folden bringst, obwohl sie bessere Karten haben als du, nennt man das Bluffen.
Wenn aber am Ende der letzten Einsatzrunde noch zwei oder mehr Spieler am Pot beteiligt sind, geht die Hand zum Showdown. In dem Fall decken die Spieler ihre Startkarten auf, um zu sehen, wer das beste 5-Karten-Pokerblatt hat.
Pokerpositionen und Blinds
Bevor eine Pokerhand überhaupt losgeht, sitzt ein Spieler symbolisch auf der Position des Dealers. Diese Position wird mit dem sogenannten Dealer-Button markiert – oder einfach „Button“. Tatsächlich teilt dieser Spieler aber meistens nicht die Karten aus – vor allem nicht online, wo das automatisch passiert. Diese Position bestimmt aber, welche beiden Spieler die Blind-Einsätze zahlen müssen, bevor die Hand losgeht.

Die beiden Spieler links vom Dealer müssen diese zwingenden „Blinds“ bezahlen. Die Einsätze heißen übrigens „Blinds“, weil sie bezahlt werden, bevor die Spieler ihre Karten sehen. Der Spieler direkt links vom Dealer setzt den „Small Blind“, der Spieler einen Platz weiter am Tisch setzt den „Big Blind“, der üblicherweise doppelt so hoch ist wie der Small Blind.
In der Grafik eines Texas Hold’em-Spiels oben siehst du den Dealer auf Platz 5 mit dem Button vor ihm. Der Spieler links vom Dealer sitzt im Small Blind. Der Spieler links vom Small Blind sitzt im Big Blind.
Nach Ende jeder Hand wandert der Dealer-Button im Uhrzeigersinn eine Position am Tisch weiter. In jeder Runde ist also ein neuer Spieler der Dealer, Small Blind und Big Blind.
Startkarten und Gemeinschaftskarten
Nachdem die Blinds gezahlt wurden, werden allen Spielern zwei verdeckte Karten ausgeteilt. Das sind die Startkarten (oder „Hole Cards“) und nur der Spieler, dem sie ausgeteilt wurden, kann sie sehen. Bis zum Ende der Hand können bis zu fünf Gemeinschaftskarten ausgeteilt werden. Diese Gemeinschaftskarten werden aufgedeckt in der Mitte des Tisches hingelegt, und alle Spieler können sie verwenden.
Auf dem Flop werden zunächst drei Gemeinschaftskarten ausgeteilt. Danach folgt die vierte Gemeinschaftskarte, der Turn. Und schließlich wird die fünfte und letzte Gemeinschaftskarte ausgeteilt, der River. Zwischen jedem Kartenausteilen erfolgt eine Einsatzrunde.
Wenn du Texas Hold’em spielst, ist das Ziel, aus den sieben verfügbaren Karten das beste 5-Karten-Blatt zu bilden. Dazu kannst du jede beliebige Kombination aus deinen beiden Startkarten und den fünf Gemeinschaftskarten auf dem Tisch (das sogenannte „Board“) verwenden.
Rangfolge der Pokerblätter
Wenn du ein Texas Hold’em-Neuling bist, ist eine der wichtigsten Pokerregeln die Rangfolge der Pokerblätter. Diese Rangfolge bestimmt, welche Blätter welche anderen Blätter schlagen – und ohne diese Rangfolge ergibt das Spiel wenig Sinn.
Zum Glück sind die Blattrangfolgen für fast alle beliebten Pokervarianten gleich. Wenn du dich einmal damit vertraut gemacht hast, weißt du bei Texas Hold’em, Omaha, Stud und mehr, was Sache ist.
Hier ist also die Rangfolge der Pokerblätter, angefangen mit dem stärksten Blatt:
- Royal Flush – ein Royal Flush ist das allerstärkste Blatt, das du nur haben kannst. Es besteht aus As, König, Dame, Bube und 10, die zudem alle die gleiche Spielkartenfarbe haben müssen. Wenn du einen Royal Flush hast, gewinnst du beim Showdown immer – allerdings erwischst du einen Royal Flush nur sehr selten.
- Straight Flush – ein Straight Flush besteht aus fünf aufeinanderfolgenden Karten derselben Spielkartenfarbe, zum Beispiel Herz-9, Herz-8, Herz-7, Herz-6 und Herz-5. Einen Straight Flush kannst du natürlich mit sämtlichen Spielkartenfarben bilden, sofern alle Karten die gleiche haben.
- Four of a Kind – ein Four of a Kind besteht aus vier Karten des gleichen Werts, zum Beispiel vier Asse oder vier Könige. Auch dieses Blatt ist sehr selten und extrem stark.
- Full House – ein Full House besteht aus einem Three of a Kind sowie einem Paar, zum Beispiel drei Zehnen plus zwei Siebenen. Du kannst ein Full House erzielen, wenn das Board ein Paar enthält oder wenn deine Startkarten ein Paar bilden.
- Flush – ein Flush besteht aus fünf Karten der gleichen Spielkartenfarbe. Die Kartenwerte müssen aber nicht direkt aufeinanderfolgen – zum Beispiel Karo-König, Karo-Bube, Karo-8, Karo-7 und Karo-2. Einen Flush kannst du mit fünf Karten in einer beliebigen übereinstimmenden Kartenfarbe bilden.
- Straight – ein Straight besteht aus fünf Karten von aufeinanderfolgendem Wert, aber in unterschiedlichen Spielkartenfarben, zum Beispiel 8, 7, 6, 5, 4.
- Three of a Kind – drei Karten des gleichen Werts, zum Beispiel drei Damen oder drei Asse.
- Two Pair – zwei verschiedene Paare, zum Beispiel zwei Asse plus zwei Dreien oder ein Paar Buben plus ein Paar Neuen.
- One Pair – ein Paar besteht aus zwei Karten des gleichen Werts, zum Beispiel ein Paar Asse oder ein Paar Achten.
- High Card – wenn keine der oben genannten Kombinationen erzielt wird, zählt die höchste Karte, das wäre zum Beispiel ein Ace-high für ein As oder ein King-high für einen König.
Bei den Blattrangfolgen schlagen höhere Kartenwerte niedrigere Kartenwerte. Wenn also zwei Spieler am Pot beteiligt sind und der eine hat ein Paar Könige, während der andere ein Paar Asse hat, gewinnt der Spieler mit zwei Assen.
Die vier Einsatzrunden beim Poker
Wenn eine Hand bei Texas Hold’em bis zum Abschluss gespielt wird, finden vier Einsatzrunden statt – also vier Gelegenheiten, bei denen Spieler Chips in den Pot geben können. Während dieser Einsatzrunden kannst du je nach Spielsituation checken, setzen, callen, raisen und folden.
Folden bedeutet, dass du passt und die Hand aufgibst. Damit gibst du auch alle Chips auf, die du schon in den Pot gegeben hast. Callen bedeutet, dass du bei den Einsätzen der anderen Spieler mitgehst. Bei einem Einsatz oder Raise entscheidest du hingegen selbst, wie viele Chips du in den Pot gibst.
Die Entscheidung zwischen Raisen, Folden und allem dazwischen macht den ganzen Unterschied bei Texas Hold’em aus, vor allem über die ganze Hand hinweg. Und am Ende wirkt sie sich auf deinen Chipstack aus. Sobald die Karten ausgeteilt wurden, musst du gut über deine eigenen Karten nachdenken, über die Karten, die deine Gegner möglicherweise haben, und wie du dich in den Einsatzrunden am besten verhältst.
Bevor die nächsten Karten ausgeteilt werden oder die Hand zum Showdown kommt, muss die Einsatzrunde abgeschlossen werden. Das bedeutet, dass alle Spieler, die noch am Pot beteiligt sind, entweder den letzten Einsatz aufbringen oder folden müssen.
Vor dem Flop – die erste Einsatzrunde
Die erste Einsatzrunde in Texas Hold’em beginnt, bevor die ersten drei Gemeinschaftskarten (der „Flop“) ausgeteilt werden. Diese Runde nennt man „vor dem Flop“ oder „Pre-Flop“. Da du noch nicht weißt, welche Gemeinschaftskarten kommen könnten, basieren deine Einsätze nur auf der Stärke deiner beiden verdeckten Startkarten.
Der Spieler links vom Big Blind ist als erstes dran. Diese Position nennt man auch „Under the Gun“. Anschließend sind die Spieler reihum im Uhrzeigersinn am Zug.

Wenn du an der Reihe bist, hast du folgende Optionen:
- Folden (passen): Folden bedeutet, du willst den nötigen Einsatz nicht bezahlen und wirfst deine Karten weg. Damit kannst du den Pot auch nicht mehr gewinnen – selbst wenn du einen der Blinds bezahlt oder anderweitig Chips gesetzt hast.
- Callen (mitgehen): Callen bedeutet, du willst die Hand weiter spielen und setzt so viel wie der aktuelle Einsatz. Vor dem Flop musst du für deinen Call mindestens so viel zahlen wie den Big Blind – oder entsprechend mehr, wenn andere Spieler gesetzt oder geraist haben.
- Raisen (erhöhen): Raisen bedeutet, du gibst zusätzliche Chips in die Mitte und erhöhst damit den aktuellen Einsatz. Wenn vor dir noch niemand einen Einsatz oder ein Raise gebracht hat, kannst du das Eröffnungs-Raise setzen. Wenn schon jemand geraist hat und du den Einsatz weiter erhöhst, spricht man von einem Re-Raise. In No Limit-Spielen kannst du so viel raisen, wie du möchtest – bis maximal deinen ganzen Chipstack.
- Checken (schieben): Wenn du im Big Blind sitzt und vor dir hat noch kein Spieler geraist, hast du die Option zum Checken. In dem Fall musst du keine weiteren Chips investieren und checkst deine Karten. Vor dem Flop kannst du nur checken, wenn du im Big Blind bist und kein Gegner geraist hat.
Die Einsatzrunde ist beendet, wenn alle Spieler entweder gefoldet haben – also passen und in dieser Hand nicht weiter mitspielen – oder genauso viele Chips gesetzt haben wie die anderen Spieler im Pot.
Der Flop – die zweite Einsatzrunde
Sobald die erste Einsatzrunde beendet ist, werden die ersten drei Gemeinschaftskarten offen in der Mitte des Tisches ausgeteilt. Das ist der Flop.
Es beginnt eine neue Einsatzrunde. Diesmal ist der erste Spieler links vom Dealer-Button, der noch Karten hat, zuerst dran. Wenn noch kein Spieler einen Einsatz gemacht hat, kannst du entweder checken (also keine Chips in den Pot geben, sodass der nächste Spieler dran ist) oder setzen. Dein Einsatz muss mindestens so hoch sein wie der Big Blind.

Wenn schon jemand einen Einsatz gemacht hast, kannst du entweder folden (und dein Blatt somit aufgeben), callen (also genauso viel setzen wie der aktuelle Einsatz) oder raisen (den Einsatz noch erhöhen). Mit jedem Raise musst du den aktuellen Einsatz mindestens um die Höhe des vorherigen Einsatzes oder Raises erhöhen.
Ein Beispiel: Wenn jemand auf dem Flop $20 setzt, musst du auf mindestens $40 raisen. Wenn jemand $20 setzt und ein anderer Spieler auf $60 raist, bevor du dran bist, musst du auf mindestens $100 raisen, denn das vorherige Raise hat den Einsatz um $40 erhöht.
Auch hier ist die Einsatzrunde erst zu Ende, wenn alle Spieler ihre Karten entweder gefoldet haben und aussteigen oder genauso viele Chips in den Pot gegeben haben wie die anderen Spieler.
Der Turn – die dritte Einsatzrunde
Wenn alle Einsätze auf dem Flop gemacht wurden und noch mindestens zwei Spieler dabei sind, wird die vierte Gemeinschaftskarte ausgeteilt. Die nennt man den Turn. Eine weitere Einsatzrunde beginnt und wieder ist der erste Spieler links vom Dealer-Button, der noch in der Hand ist, zuerst dran.

Das Spiel geht genauso weiter wie nach dem Flop und du hast die gleichen Einsatzoptionen, also je nach Situation checken, callen, setzen oder raisen.
Der River – die vierte Einsatzrunde
Wenn alle Einsätze auf dem Turn gemacht wurden, wird die fünfte und letzte Gemeinschaftskarte ausgeteilt. Das ist der River. Eine letzte Einsatzrunde beginnt und wieder ist der erste Spieler links vom Button zuerst dran.

Alle Spieler, die nach der Einsatzrunde auf dem River noch an der Hand beteiligt sind, kommen mit ihrem Blatt zum „Showdown“.
Showdown
Nach der letzten Einsatzrunde müssen die verbleibenden Spieler das bestmögliche 5-Karten-Blatt aus ihren beiden Startkarten und den fünf Gemeinschaftskarten in der Mitte bilden.
In dem Moment decken also alle Spieler ihre Pokerblätter auf, damit das beste Blatt bestimmt werden kann. Wenn du Texas Hold’em online spielst, werden die Karten der Spieler automatisch gezeigt. Beim Live-Poker zeigt der Spieler, der die letzte aggressive Aktion gemacht hat, sein Blatt zuerst. Die anderen Spieler können dann ihr Blatt zeigen, um den Pot zu erhalten.
Der Spieler, der beim Showdown das stärkste Pokerblatt laut Blattrangfolge hat, gewinnt die Chips in der Mitte.
Wenn ein Spieler beispielsweise einen Royal Flush zeigt, ergattert er den Pot vor allen anderen Blättern. Wenn ein Spieler einen Straight Flush hat, schlägt er andere Spieler, die einen Flush haben und so weiter.
Beispiel für einen Showdown:

Im Beispiel oben hat Spieler 1 zwei Paare: Damen und Buben sowie eine 7. Das ist sein bestmögliches 5-Karten-Blatt: die zwei Buben auf dem Flop, die zwei Damen, die er hält, plus die 7.
Spieler 2 hat ein Three of a Kind. Er hat einen Buben „auf der Hand“, der zusammen mit den zwei Buben auf dem Board ein Three of a Kind ergibt. Seine anderen beiden Karten sind das As auf der Hand und die 7, die auf dem Turn kam. Ein Three of a Kind schlägt zwei Paare, also gewinnt Spieler 2.
Wenn mehr als ein Spieler das gleiche Gewinner-Blatt hat, wird der Pot zu gleichen Teilen unter ihnen aufgeteilt.
Nach Abschluss der aktuellen Hand wandert der Dealer-Button eine Position nach links und die nächste Hand beginnt.
Einsatzlimits bei Texas Hold’em
Die beliebtesten Texas Hold’em-Pokerspiele werden No Limit gespielt, also ohne Einsatzlimit. Damit können Spieler in jeder Runde so viel setzen oder raisen, wie sie möchten, bis hin zu ihrem gesamten Chipstack. Wenn deine Karten oder die Situation gut genug sind, kannst du sogar All-in gehen und alle deine Chips in die Mitte schieben.
Das ist ein Aspekt, der Texas Hold’em so besonders macht. Da es in jeder Hand um alles gehen kann, hat sich das Spiel zu einer der beliebtesten Pokervarianten gemausert. Dabei geht es nicht bloß darum, die besten Startkarten zu erwischen oder ein atemberaubendes 5-Karten-Blatt zu bilden. Es kommt genauso auf die richtigen Einsatzentscheidungen und strategisches Denken an.
Wenn dir die No Limit-Variante etwas zu wild ist und du ein gleichmäßigeres Spielerlebnis suchst, gibt es auch zahlreiche Spiele mit Einsatzlimits, zum Beispiel Fixed Limit Hold’em oder Pot Limit Hold’em. Bei Fixed Limit-Spielen gibt es feste Limits für Einsätze und Raises: in den anfänglichen Runden die „Small Bet“ und in den späteren Runden die „Big Bet“. In Pot Limit-Spielen kannst du höchstens so viel setzen, wie gerade im Pot ist.
Die meisten Texas Hold’em-Pokerspiele, die du im Casino oder online findest, werden als No Limit-Variante gespielt, aber sieh dich ruhig nach Alternativen um, die dir vielleicht gefallen. Achte einfach auf die Regeln, die für jede Variante gelten.
Arten von Pokerspielen – Cashgames oder Turniere
Es gibt jede Menge verschiedene Arten von Pokerspielen – insbesondere, wenn du dich online umsiehst. Ganz grob lassen sich Pokerspiele aber in zwei Kategorien einteilen: Cashgames und Turniere.
Was die Texas Hold’em Cashgame-Regeln angeht, ist die Sache ganz einfach: In Cashgames kommen die gleiche Blattrangfolge, die gleichen Einsatzrunden und Grundregeln zum Einsatz. Du musst also nichts zusätzlich lernen, wenn du Cashgames spielen willst.
Es gibt aber ein paar wichtige Unterschiede zwischen Cashgames und Turnieren.
Turniere – Teilnahmegebühren und ansteigende Blinds
Wenn du dich zu einem Texas Hold’em-Turnier anmeldest, bezahlst du eine feste Teilnahmegebühr. Darin enthalten ist dein Buy-in sowie das Rake. Dafür erhältst du einen Startstack mit Chips.
In diesen Pokerspielen gibt es einen Preispool, der aus den Buy-ins aller Spieler gebildet wird. Ein bestimmter Anteil des Teilnehmerfelds gewinnt am Ende einen Teil des Preispools – und die höchsten Preise gehen natürlich an die bestplatzierten Spieler.
Ein Beispiel: Du meldest dich zu einem $10 Turnier mit 100 Spielern an. Am Anfang erhält jeder Spieler einen Startstack aus 30.000 Chips. Die 15 bestplatzierten Spieler gewinnen einen Preis, angefangen mit dem Mindestpreis. Der Sieger kassiert den Hauptpreis von $250, der zweitplatzierte Spieler gewinnt $200, der drittplatzierte $150 usw.
In Texas Hold’em-Turnieren steigen die Blinds in regelmäßigen Abständen an. Einige Turniere sind deshalb sehr schnell, zum Beispiel Turbo-Turniere, während andere eine großzügigere, langsamere Struktur haben und somit auch länger dauern.
In einem Online Turbo-Turnier erhöhen sich der Small Blind und Big beispielsweise alle 5 Minuten. In einem Online-Pokerspiel mit langsamer Struktur erhöhen sich die Blinds dafür vielleicht nur alle 20 Minuten. Jedes Blinds-Level dauert also viermal so lang.
Bei allen Pokerturnieren ist das Ziel, Chips anzuhäufen, damit du die Blind-Sprünge überstehst und länger durchhältst als die anderen Spieler. Irgendwann erreichst du vielleicht die Geldränge und hast einen Preis sicher, manchmal schaffst du es an den Finaltisch oder du gewinnst das Turnier sogar. Dafür musst du alle Chips im Spiel auf dich vereinen.
Cashgames – direkte Action und konstante Blinds
In einem Texas Hold’em Cashgame kaufst du dich direkt für den Geldbetrag ein, mit dem du an die Tische gehen willst. Dein Buy-in wird dann in Chips umgetauscht, die den gleichen Wert haben. Bei jedem einzelnen Pot wechselt also Geld den Besitzer. Du kannst einem Cashgame außerdem jederzeit beitreten oder es verlassen.
Bei der Spielstrategie zeichnen sich Cashgames insbesondere dadurch aus, dass die Blinds nicht steigen. Wenn du dich in ein Cashgame mit Stakes von $1/$2 einkaufst, bleibt dieses Level immer gleich. Das bedeutet üblicherweise, dass die Stacks größer sind und die Blinds weniger Druck auf Spieler ausüben.
Wenn du ein Cashgame spielst, kannst du normalerweise mit 50 bis 100 Big Blinds an den Tisch gehen – oder sogar mit noch mehr. Wenn das Spiel Stakes von $1/$2 hat, entsprechen 100 Big Blinds also $200.
Schauen wir uns mal einen üblichen Cashgame-Pot an, der dir bei Texas Hold’em vielleicht unterkommt. Angenommen, du hast ein Paar Fünfen und raist im Small Blind. Der Big Blind callt. Als Flop landen As, 5 und 7 auf dem Board. Mit deinen beiden Startkarten und den Gemeinschaftskarten hast du ein Set gelandet. Du machst in allen drei Einsatzrunden nach dem Flop einen Einsatz und dein Gegner im Big Blind callt jedes Mal. Am Ende gewinnst du insgesamt $50 von ihm.
Jetzt hast du 125 Big Blinds – oder $250 Cash. Du kannst jetzt weiterspielen oder auch den Tisch verlassen. Es gilt aber manchmal als schlechte Etikette, wenn man sofort nach dem Gewinn eines großen Pots vom Tisch aufsteht. Damit könntest du dir also den Unmut der anderen Spieler zuziehen – mehr dazu unten.
Pokeretikette
Pokerregeln und Pokeretikette sind zwei verschiedene Dinge. Du solltest dich aber mit beiden vertraut machen – besonders, wenn du Live-Poker von Angesicht zu Angesicht spielst.
Grundsätzlich gelten am Pokertisch die üblichen Regeln der sozialen Etikette. Du solltest deine Gegner nicht provozieren oder beleidigen. Versuche nicht, die Mitspieler absichtlich in die Irre zu führen oder die Pokerregeln auszureizen (so was nennt man auch „Angle Shooting“). Verhalte dich höflich und respektvoll.
Wenn du Texas Hold’em-Einsteiger bist, sind der Dealer und deine Mitspieler vermutlich etwas geduldiger mit dir, aber bemühe dich trotzdem, deinen Small Blind und Big Blind rechtzeitig zu zahlen und behalte das Spielgeschehen im Blick, damit die anderen nicht auf dich warten müssen. Gleichzeitig solltest du nie handeln, wenn du nicht am Zug bist – warte immer ab, bis du dran bist.
In Cashgames gilt es als gute Etikette, dass man den Tisch nicht sofort verlässt, nachdem man einen großen Pot abgeräumt hat (das wäre ein sogenannter „Hit and Run“). Aber mach dir nicht zu viele Gedanken deshalb. Wenn du den Tisch verlassen willst, spiele einfach ein paar weitere Hände mit oder setze eine Runde aus, bevor du gehst.
Egal ob am Cashgame-Tisch oder in einem Turnier – damit Texas Hold’em-Pokerspiele reibungslos funktionieren, solltest du deine Aktionen immer eindeutig erklären. Wenn du ein Raise mit nur einem Pokerchip machst, erkläre, dass du raist und auf welchen Betrag.
Als neuer Spieler musst du dir aber nicht zu viele Gedanken um Pokeretikette machen. Mach dich erstmal mit den Grundregeln, der Blattrangfolge und den Einsatzrunden von Texas Hold’em vertraut. Anschließend kannst du dich mit Pokerstrategie befassen, um dein Spiel zu verbessern.
So wendest du die Pokerregeln in der Praxis an
Jetzt kennst du alle wichtigen Regeln und bist bereit, dich an die Tische aufzumachen. Trotzdem kann es sich etwas entmutigend anfühlen, die Theorie in der Praxis umzusetzen. Wenn es dir den Einstieg leichter macht, spiel doch zuerst einige Pokerrunden mit Freunden – ob zu Hause am Küchentisch oder online mit Home Games.
Online findest du außerdem Spielgeld-Spiele sowie Freeroll-Turniere. Beide kannst du völlig kostenlos spielen, und bei Freerolls sogar echtes Geld gewinnen. Das sind alles gute Formate, wenn du mit Pokerspielen wie Texas Hold’em gerade erst anfängst.
Sobald du genug Selbstvertrauen gesammelt und den Spielablauf verinnerlicht hast, kannst du in Micro-Stakes-Spielen bei echter Pokeraction deine Fähigkeiten verbessern.
