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Die Continuation Bet im Poker: Deine Einführung zu C-Bets

Januar 26, 2024
von PokerStars Learn

Was ist eine Continuation Bet beim Poker?

Eine Continuation Bet (C-Bet) ist ein Einsatz, den der letzte Preflop-Raiser (der Spieler, der vor dem Flop als letztes geraist hat), auf dem Flop macht, mit dem er also quasi sein aggressives Spiel fortführt.

Bei No Limit Hold’em stellen C-Bets eine der effektivsten Strategien dar, um schnell Pots zu gewinnen. Der Grund dafür ist, dass es deinem Gegner schwerer fallen wird, weiter in der Hand zu bleiben, wenn der Flop ihm mit seinem Startblatt nichts gebracht hat.

Deinem Blatt hingegen muss der Flop nichts gebracht haben, damit du eine C-Bet setzen kannst. Du kannst eine C-Bet entweder als Bluff setzen oder, um etwas aus einem starken Blatt herauszuholen (Value zu generieren), indem du den Pot in die Höhe treibst.

Deshalb sind C-Bets mit großer Häufigkeit eine solide Strategie. Allerdings ist es auch ein Balanceakt. Wenn du zu häufig C-Bets setzt, kann es passieren, dass aufmerksame Gegenspieler dich „dafür bestrafen“, es also zu ihrem Vorteil ausnutzen.

Zu wissen, wann man eine C-Bet setzen und wann man besser checken sollte, erfordert einen Sinn dafür, welche Art von Blatt du hast, wie gut der Flop für dein Blatt ist und welche möglichen Startblätter dein Gegner wahrscheinlich haben kann.

 

Continuation Bets mit starken Blättern

Eine C-Bet zu setzen, um Value zu generieren, also um den Pot aufzubauen, ist nahe liegender, als es als Bluff zu tun. Im Allgemeinen solltest du, wenn du ein gutes Blatt getroffen hast – z.B. Top-Paar oder besser -, weiterhin Einsätze machen. Es ist wichtig, mit einem starken Blatt einen möglichst großen Pot aufzubauen und den maximalen Wert (Value) herauszuholen.

Man könnte stattdessen auch checken und dem Gegner die Gelegenheit geben, zu bluffen, aber dann besteht die Gefahr, dass der Gegner ebenfalls checkt. Das ist also nicht die beste Option, außer in Ausnahmesituationen – z.B., wenn dein Gegner ein totaler Maniac ist!

Continuation Bets mit mittelstarken Blättern

Zu wissen, wann du mit einem Blatt mittlerer Stärke eine C-Bet setzen solltest, ist ein Stück weit komplizierter. Nehmen wir beispielsweise an, du hast mit 10-8 (T-8) vor dem Flop erhöht, ein Spieler hat vom Button gecallt und der Flop bringt Dame-8-2 (Q-8-2): Du stehst nun mit dem mittleren Paar mit schwachem Kicker vor einer Entscheidung.

Wenn du in diesem Spot einen Einsatz machst, wird die Mehrzahl der Blätter, mit denen dein Gegner callt, deines schlagen. Dies sind Blätter wie Top-Paar, mittleres Paar mit besserem Kicker oder ein mittelhohes Pocket-Paar wie Neunen oder Zehnen.

Natürlich kann er auch ein Blatt haben, gegen das du weit vorne liegst, wie niedrige Pocket-Paare oder As-X, mit dem er nichts getroffen hat. Mit einem solchen Blatt sollte dein Gegner folden.

 

Doch gibt es auch solche möglichen Blätter wie Bube-10 (J-T), 9-10 (9-T) und Bube-9 (J-9), mit denen eine Bet deinen Gegner wahrscheinlich nicht zum Fold bringen wird.

In einer solchen Situation mag es das Beste sein, mit deinem mittelstarken Blatt zu checken und zu hoffen, dass dein Gegner ebenfalls checkt (in diesem Fall liegst du wahrscheinlich vorne) oder dass du ihn zu einem Bluff verleitest. Dein Blatt ist gut genug, um eine Bet zu callen, wenn es dazu kommt, und auf dem Turn und River kannst du nochmals überlegen, was du machst, wenn es weitere Action gibt.

Continuation Bets als Bluffs

Wenn du den Flop total verpasst, solltest du in den meisten Fällen trotzdem eine Continuation Bet setzen. Online-Pokerprofis empfehlen, auf ca. 65 bis 70% der Flops eine C-Bet zu setzen. Der Grund dafür ist, dass diese Bluffs eine hohe Erfolgsrate haben.

Mit deinem Raise vor dem Flop repräsentierst du ein Blatt mit hohen Karten – hauptsächlich Asse, Könige und Damen. Wenn der Flop also eine dieser Karten enthält, ist das die perfekte Gelegenheit für eine C-Bet als Bluff: Das lässt es aussehen, als ob du mit einem starken Blatt des Values halber setzen würdest.

Flops, auf denen du Bluffs hingegen vermeiden solltest, sind: sehr „koordinierte Flops“, also solche mit verbundenen Karten wie 9-8-7 in verschiedenen Farben oder König-9-7 (K-9-7) der gleichen Farbe bzw. solche Flops, bei denen du annimmst, dass dein Gegner gut getroffen hat. In vielen Fällen ist es eine Mischung aus beidem.

Denk immer darüber nach, was dein Gegner haben könnte, wenn er vor dem Flop ein Raise callt. Oft handelt es sich dabei um etwas wie Suited Connectors wie 76 oder halbwegs gute Startblätter wie AJ, QJ, J10. Wenn der Flop also eine oder mehrere dieser Karten enthält, ist es wahrscheinlich am besten, nicht zu bluffen.

Wann sich häufiges C-Betting lohnt 

Häufiges C-Betting bedeutet, dass du mit deiner gesamten Range (oder einem großen Teil davon) C-Bets setzt. Man könnte diese C-Betting-Strategie, bei der du zahlreiche Einsätze ohne Berücksichtigung deiner tatsächlichen Blattstärke abgibst, auch „unselektiv“ nennen.

Häufiges C-Betting ist normalerweise dann sinnvoll, wenn unsere Range (die Bandbreite möglicher Karten in dieser Situation) einen hohen Equity-Vorteil (also im Wesentlichen eine hohe Gewinnwahrscheinlichkeit) gegenüber der Range unseres Gegners hat.

Die Hauptsituationen, in denen wir üblicherweise einen solchen Range-Vorteil des Preflop-Raisers gegenüber einem Gegner haben, sind:

  • Wenn wir in einem 1-Raise-Pot gegen einen Big Blind-Call geraist haben.
  • Wenn wir in einem 3-Bet-Pot den dritten Einsatz (also die zweite Erhöhung) abgegeben haben.
  • Wenn wir in einem 4-Bet-Pot den vierten Einsatz (die dritte Erhöhung) abgegeben haben.

Beachte, dass die Range unseres Gegners in all diesen Fällen begrenzt ist. In anderen Worten, es gibt ein Limit, wie stark sein Blatt sein kann. Mit einem Premiumblatt hätte er in Fall 1 die 3-Bet gesetzt und in Fall 2 mit den meisten Blättern die 4-Bet. In Fall 3 wäre er vermutlich All-in gegangen (bei anfänglichen Stacks von um die 100 BB).

Gleichzeitig ist unsere Range unbegrenzt, denn wir können in allen drei Fällen immer noch die besten Blätter vor dem Flop haben.

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