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Fünf Fehler, die du in der frühen Phase eines Pokerturniers vermeiden solltest

Juni 14, 2024
von PokerStars Learn

Es ist eine Poker-Floskel, die du vielleicht schon oft gehört hast: Man kann ein Turnier nicht am Tag 1 gewinnen, aber man kann es verlieren.

Dieser Spruch stammt zwar aus einer Ära lange vor Re-Buy- und PKO-Turnieren, doch hat er auch heute noch Gewicht, wobei Tag 1 eines Live-Turniers in etwa vergleichbar ist mit den ersten acht bis zehn Levels eines regulären Online-Turniers.

Ganz gleich, ob dein übliches Spiel das nächtliche Live-Turnier in deinem lokalen Etablissement aus Backstein und Mörtel ist oder das Big $5,50 bei PokerStars: Es gibt bestimmte Fehler, die du früh im Spiel vermeiden solltest, wenn du deine Chips und deinen Platz behalten möchtest.

Deinen Stack mit einem (Premium-)Paar verlieren

Wir vermeiden es tendenziell, Regeln als in Stein gemeißelt anzusehen, doch wenn du dich dabei wiederfindest, dass du mit nur einem Paar um einen Postflop-Pot in Höhe von 100 bis 200 Big Blinds spielst, dann stehen die Chancen, dass du vorne liegst, schlecht – selbst dann, wenn es ein Paar Asse oder Könige ist.

Wenn die Stacks gemessen an Big Blinds noch groß sind (wenn mit Deep Stacks gespielt wird), können Spieler mit weiteren Ranges, also einer größeren Bandbreite an Startblättern, und mit spekulativeren Blättern callen, weil sie die richtigen Implied Odds dafür kriegen. Dies wiederum führt dazu, dass es eine größere Bandbreite an Flops gibt, die für uns mit unserem Premium-Paar (As-As, König-König, Dame-Dame) gefährlich sind.

Versuche ruhig, einen Pot mit diesen Blättern aufzubauen, aber sei dir bewusst, dass es insbesondere in Multiway-Pots gut möglich ist, dass dein ein Paar geschlagen wird.

Die Macht der Position nicht richtig ausnutzen

An dieser Stelle seien noch einmal die Faktoren Deep Stack und Position erwähnt. Die frühen Levels eines Turniers, in denen mit Deep Stacks gespielt wird, ähneln von der Spielweise her eher einem Cashgame als einem Turnier, wenngleich man natürlich seinen Chipstack nicht aufstocken kann.

Dies macht sich unter anderem in dem entscheidenden Punkt bemerkbar, dass die Position hier eine sogar noch wichtigere Rolle spielt als in den späteren Phasen. Es gibt zwei grundlegende Schritte, mit denen du dich dem anpassen kannst. Der erste ist, dein Spiel in früher und mittlerer Position tighter zu gestalten. Wenn du in diesen Spots in Pots einsteigst, wirst du wahrscheinlich mit Deep Stacks außer Position spielen, was niemals eine wünschenswerte Situation darstellt. Also lass den unteren Bereich deiner Range weg. Leg dein Startblatt König-10 offsuit nieder und denk noch nicht mal daran, mit deinem Offsuit-Two-Gapper wie 7-10 zu eröffnen.

Auf der anderen Seite kannst du die Macht der Position ausnutzen, wenn du auf dem Button bzw. in einer späten Position bist. Es braucht auch hier wieder keine riesigen Anpassungen, außer tendenziell eher zu einem Raise zu neigen als zu einem einfachen Call.  Ergreife während des Deep Stack-Spiels die Initiative in dem Pot, indem du nach dem Flop als erster eine Bet setzt (Betting Lead genannt).

Zu loose spielen

Mit einem frischen Stack von 100 oder mehr Big Blinds vor einem kann es verlockend sein, einen Teil davon zu Beginn zu riskieren in der Hoffnung, seinen Stack zu verdoppeln – insbesondere in einem Rebuy-Turnier. Aber Spekulation bedeutet nicht immer Akkumulation.

Wenn du dich oft in Postflop-Situationen wiederfindest, in denen du nicht so recht weißt, wo du stehst, z.B. wenn du dich mit 10-8 offsuit auf dem Flop König-8-5 (mittleres Paar mit mittlerem Kicker) mit einer Bet und einem Call konfrontiert siehst, dann spielst du wahrscheinlich zu loose. Es ist leicht, den richtigen Spielzug zu machen, wenn du den Flop entweder perfekt triffst oder aber ihn völlig verpasst, doch die Male, bei denen du „vielleicht, vielleicht aber auch nicht, gut dastehst“, können deinen Chipstack schnell dezimieren. Was als kleines Preflop-Investment begann, kann dazu führen, dass du mit 25% deines Stacks im Pot zum River kommst und keine Ahnung hast, was du tun wirst, wenn du dich mit einer Bet konfrontiert siehst.

Seinen Spielzug unüberlegt und ohne Plan machen

Wie oft hast du schon, ohne groß darüber nachzudenken, den einen von zwei Big Blinds gezahlt, um den Flop mit einem Blatt wie Bube-3 suited oder 9-6 offsuit zu sehen, weil du dir vorgestellt hast, wie du einen großen Pot gewinnst, wenn du ein „gut getarntes“ starkes Blatt triffst? Es ist super, wenn das passiert, und wir erinnern uns gerne an diese Male, doch vergessen wir dabei schnell die vielen Male, bei denen wir derart unüberlegt gehandelt haben und es zu einem der folgenden Szenarien kam: a) Wir verpassen den Flop völlig und folden b) Wir treffen etwas, aber folden schließlich vorm Showdown c) Wir treffen etwas, aber verlieren den Pot gegen ein besseres Blatt.

Was wir damit sagen wollen, ist, dass ein kleiner Fehler zu einer Reihe von zunehmend größeren Fehlern in den späteren Einsatzrunden führen kann. Du kannst diesen Dominoeffekt vermeiden, indem du anfängst, den Fold-Button zu drücken.

Sich für ein Turnier anmelden, das man sich nicht leisten kann

Der größte Fehler, den du machen kannst, kann oft schon passieren, bevor die erste Hand gespielt wird. Wenn du dich für ein Turnier anmeldest, für das deine Bankroll nicht geeignet ist, und du somit außerhalb deiner Komfortzone bist, wirst du wahrscheinlich nicht so unbeschwert spielen wie sonst: ein Phänomen, das gemeinhin als „Scared Money“ bezeichnet wird.

Es ist wichtig, ein gutes Bankroll-Management zu praktizieren und sich an die Spiele zu halten, mit denen man sich wohlfühlt. Das heißt nicht, dass du dich nicht hin und wieder mal an einem Spiel mit einem etwas höheren Stake-Level als sonst versuchen kannst, wenn du es dir zutraust, aber regelmäßig Spiele mit zu hohen Buy-ins zu spielen wird nur zum Scheitern führen.

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