Was du tun und lassen solltest, wenn der Flop dir einen Flush bringt
Du hast einen Flush, wenn du ein Blatt aus fünf Karten in derselben Spielkartenfarbe bilden kannst. Wenn dein Startblatt zwei Karten der gleichen Farbe enthält, vervollständigst du deinen Flush bis zum River in etwas mehr als 6,4% der Fälle. Noch seltener ist, schon auf dem Flop einen Flush zu treffen.
Auf dem Flop erwischst du deinen Flush nur in ca. 0,8% der Fälle, wenn du zwei gleichfarbige Karten hast. Wenn der Flop dir aber tatsächlich einen Flush einbringt, hast du ein sehr starkes und schwer durchschaubares Blatt, mit dem du setzen kannst.
Ein Flush steht an fünfter Stelle in der Rangfolge der Pokerblätter und liegt nur hinter dem Royal Flush, Straight Flush, Four of a Kind und Full House.
Wie solltest du einen Flush auf dem Flop also spielen? Hier sind fünf Dinge, die du tun und die du lassen solltest.

Ja: Slow-Play mit Flushs auf dem Flop erwägen
Im Allgemeinen ist Slow-Play nicht empfehlenswert, aber ein Flush auf dem Flop ist so eine Situation, in der es gut funktionieren kann. Das Blatt ist stark genug, damit du dir nicht zu viele Sorgen machen musst, dass dich jemand schlägt. Niedrigere Flushs sind aber natürlich gefährdeter.
Mit Slow-Play lädst du deine Gegner ein, im Pot zu bleiben und auf späteren Streets mit mittelmäßigen Blättern zu setzen oder zu callen. Auf dem Turn oder River willst du natürlich trotzdem um ganze Stacks spielen. Deine Gegner versuchen vielleicht sogar Bluffs oder Semi-Bluffs, wenn du mit einem Check vermeintliche Schwäche zeigst.
Indem du Flushs auf dem Flop gelegentlich per Slow-Play spielst, schützt du auch deine Check-Range, weil du die möglichen Blätter variierst, mit denen du checkst. Obwohl es allgemein also ratsam ist, eher zu Einsätzen und Raises zu neigen, hat Slow-Play in dieser Situation durchaus seine Berechtigung.
Nein: zu sehr an schwachen Flushs hängen
Wenn dir der Flop einen Flush einbringt, ist das eine der aufregendsten Situationen am Pokertisch: Du hast meistens das beste Blatt und noch eine Menge Gelegenheiten, damit Chips abzuräumen. Auch ein Flush kann aber noch geschlagen werden – und schwächere Flushs werden angreifbar, wenn auf dem Turn oder River mehr gleichfarbige Karten landen.
Angenommen, du hast im Big Blind ein Raise mit niedrigen Suited Connectors wie Karo-4, Karo-5 gecallt. Auf dem Flop triffst du einen Flush, aber auf dem Turn landet eine weitere Karo-Karte. Der andere Spieler wird aggressiver und fängt an, dich unter Druck zu setzen.
In diesem Fall ist es durchaus möglich, dass dein Gegner auf dem Turn den besseren Flush erzielt hat. Wenn er tatsächlich einen höheren Flush hat, hast du keine Möglichkeit, dich zu einem Gewinnerblatt zu verbessern.
Das bedeutet nicht, dass du immer die Waffen strecken solltest, wenn eine vierte gleichfarbige Karte auf dem Board landet. Du solltest aber einen Gang runterschalten und auf Potkontrolle setzen, für den Fall, dass dein Blatt geschlagen ist.
Nein: auf dem Flop die Führung übernehmen
Im seltenen Fall, dass du auf dem Flop einen Flush triffst, kann es verlockend sein, die Initiative zu ergreifen und außer Position den ersten Einsatz zu machen. Das ist normalerweise nicht notwendig.
Wenn du vor dem Flop gecallt hast, solltest du in der Regel mit dem Großteil deiner Range zum Gegner checken, der vor dem Flop geraist hat. Wenn du mit einem sehr starken Blatt wie einem Flush auf dem Flop die Führung übernimmst, wird deine Donk Bet-Range möglicherweise zu eng und für deine Gegner zu einfach zu durchschauen.
Du solltest mit deinem Flush auf dem Flop also erstmal zum Raiser checken, abwarten, was er macht, und dann entscheiden, wie du den Pot am besten aufbaust. So lädst du deine Gegner ein, mit Blättern zu setzen oder zu raisen, gegen die du dann gut weiterspielen kannst.

Ja: Check-Calls und Check-Raises einbauen
Mit einem Flush auf dem Flop willst du normalerweise so viel Geld wie möglich in den Pot bringen. Das erreichst du oft mit einem Check-Raise. Mit starken Flush Draws, Paaren und Sets könnten deine Gegner immer noch callen.
Wenn du aber immer Check-Raises bringst, riskierst du wiederum, deine Blattstärke zu verraten. Check-Raises zwingen Gegner auch, einen großen Teil ihrer Range zu folden. Insbesondere tighte Spieler geben nach deinen Check-Raises schnell auf.
Indem du ab und zu Check-Calls dazu nimmst, gleichst du diese Situation etwas aus und machst es den anderen Spielern schwieriger, zu durchschauen, wann du ein Monsterblatt hast. Nach deinem Check-Call kannst du dann überlegen, ob du auf dem Turn zum Check-Raise übergehst oder auf den verbleibenden Streets die Führung übernimmst.
Ja: Calling Stations bezahlen lassen
Wenn du es mit einer Calling Station zu tun hast, kannst du dir Slow-Play mit deinem Flush sparen und musst auch nicht auf Check-Calling zurückgreifen. In diesem Fall solltest du auf allen drei Streets setzen, damit der Gegner mit einem schwächeren Blatt wie einem Paar callt.
Es gibt viele passive Spieler auf den Micro- und Low-Stakes, denen es mit allen möglichen Blättern schwerfällt, zu folden. Um diese Spielweise auszunutzen, solltest du deutlich mehr Einsätze bringen und sie bezahlen lassen.
Fazit
Auf dem Flop einen Flush zu treffen, ist eine der stärksten Situationen im Poker. Um den maximalen Wert rauszuholen, musst du dich aber anpassen können. Achte auf die Spielertypen, misch deine Einsatzreihen mit Check-Calls und Check-Raises auf und geh ruhig etwas vorsichtiger vor, wenn das Board Draw-lastig wird. Wenn du aggressiven Pot-Aufbau mit intelligenter Pot-Kontrolle ausbalancierst, kannst du langfristig den meisten Wert mit deinen Flushs auf dem Flop realisieren.
