Home / Strategy / Fünf Dinge, auf die du in einer Hand achten solltest, selbst wenn du gefoldet hast

Fünf Dinge, auf die du in einer Hand achten solltest, selbst wenn du gefoldet hast

August 13, 2026
von PokerStars Learn

Dass du dein Blatt foldest, bedeutet nicht, dass die Hand gelaufen ist. Andere Spieler sind vielleicht noch an der Action beteiligt und liefern dir wertvolle Informationen dazu, wie sie spielen. Wenn du nicht aufmerksam bist, könntest du all diese goldenen Erkenntnisse verpassen.

Es gibt also gute Gründe, konzentriert zu bleiben, auch wenn du aus der Hand schon raus bist. Nutze die Gelegenheit, um einen Eindruck von deinen Gegnern zu gewinnen – so kannst du bei den nächsten Händen noch effektiver gegen sie spielen,

Hier sind fünf Dinge, auf die achten solltest, selbst wenn du schon gefoldet hast.

Einsatzmuster und -stile

Einfach ausgedrückt kann man Gegner in vier grobe Kategorien einteilen, die auf einem Quadrant aus Herangehensweisen beruhen: „Tight“ oder „loose“ und „aggressiv oder „passiv“.

  • Tight-aggressiv – manchmal auch „TAG“ genannt. Diese Spieler steigen nur mit einer schmalen Bandbreite an Blättern in Pots ein. Wenn sie aber mitspielen, tendieren sie zu aggressiven Einsatzreihen und raisen oder re-raisen viel.
  • Loose-aggressiv – diese Gegner spielen mehr Hände vor dem Flop. Nach dem Flop neigen sie zu aggressiven Einsatzreihen und üben mit Raises und Re-Raises jede Menge Druck aus.
  • Tight-passiv – diese Gegner spielen nur wenig Hände. Und wenn sie sich an einem Pot beteiligen, spielen sie eher passiv mit, checken viel oder callen.
  • Loose-passiv – das ist vielleicht die Art von Gegner, die du am ehesten ausnutzen kannst. Loose-passive Spieler beteiligen sich an zu vielen Händen. Sie tendieren aber zu passiven Einsatzreihen wie Checken und Callen.

Gut gespielt können tight-aggressive und loose-aggressive Stile sehr profitabel sein. Passive Stile sind dafür meistens zum Verlieren verdammt.

Nutz die Gelegenheit nachdem du gefoldet hast, konzentrier dich weiter auf die Hand und schau dir an, in welche Kategorien deine Mitspieler fallen. Letztendlich solltest du dir natürlich noch ausführlichere Notizen zu ihren jeweiligen Einsatzreihen machen. Diese grobe Kategorisierung kann dir aber helfen, schnell ihren Spielstil zu erkennen und dich daran anzupassen.

Einsatzhäufigkeit

Um die Blätter deiner Gegner richtig zu deuten, musst du erstmal ihre Ranges eingrenzen, indem du beobachtest, welche Aktionen sie zeigen. Je mehr Informationen du über andere Spieler erlangst, desto präziser kannst du ihre Ranges einschätzen.

Ein Aspekt des Spielerverhaltens, den du im Blick behalten solltest, ist, wie oft Gegner setzen oder raisen. Zum Beispiel: Wie oft raisen sie als Button vor dem Flop? Wie oft bringen sie auf dem Flop eine Continuation Bet? Wie oft bluffen sie auf dem River?

Je mehr Hände du von jemandem beobachtest, desto besser kannst du seine Einsatzhäufigkeit einschätzen. Dazu musst du jede Hand mit Argusaugen verfolgen – selbst wenn du nicht mehr an der Action beteiligt bist.

Verräterische Einsatzhöhen

Spieler liefern oft wertvolle Informationen, wenn sie ihre Einsatzhöhen je nach Blattstärke anpassen. Ein Gegner setzt vielleicht nur in Pothöhe, wenn er die Nuts hat. Ein anderer Gegner bringt vielleicht eher kleine Einsätze, wenn er ein starkes Blatt hat, um dich zum Callen oder zu hohen Bluff-Einsätzen zu bewegen.

Wenn du diese Tendenzen herausarbeitest, verschaffst du dir einen riesigen Vorteil: Denn so erhältst du anhand ihrer Einsatzhöhen einen ziemlich guten Eindruck von ihrer tatsächlichen Blattstärke.

Auch dazu brauchst du zunächst mal Informationen, also verfolge die Hände weiter, egal ob du beteiligt bist oder nicht.

Offensichtliche Fehler

Hin und wieder bekommst du mit, wie jemand einen völlig absurden Spielzug zeigt. Sei es ein All-in auf dem Flop mit einem schwachen Top Pair oder ein Bluff, der keinen Sinn ergibt. Oder jemand investiert mit einem Call in den Pot, nur um auf der nächsten Street zu folden.

Notier dir solche Fehler so ausführlich wie möglich. So erhältst du ein klareres Bild von der Spielweise deiner Gegner – und wenn du in einer ähnlichen Situation mit diesem Spieler landest, weißt du genau, was du tun musst.

Mal angenommen, jemand blufft zu häufig, wenn zu ihm gecheckt wird: Nutz es aus und stell ihm eine Falle, indem du ein Monsterblatt checkst. Wenn ein Gegner mit schwachen Paaren zu häufig callt, kannst du mit deinen Top Pairs und Sets mehr setzen, um Value rauszuholen.

Um die Schwächen deiner Gegner mit solchen Spielzügen auszunutzen, musst du dem Spielgeschehen immer deine volle Aufmerksamkeit widmen.

Showdown

Die wertvollsten Informationen, die du am Pokertisch in Erfahrung bringen kannst, liefert dir der Showdown. Wenn die Gegner ihre Startkarten zeigen, kannst du genau nachvollziehen, welchen Ansatz sie in der Hand verfolgt haben. Du kannst ihre Fehler erkennen und ihre Spieltendenzen später gezielt ausnutzen.

Stell dir vor, ein Spieler raist vor dem Flop, setzt auf allen drei Streets und deckt dann das zweitstärkste Paar statt eines starken fertigen Blatts auf. Wenn er das nächste Mal die gleiche aggressive Einsatzreihe zeigt, weißt du, dass er mit deutlich schwächeren Blättern Druck ausüben kann als erwartet.

Egal, ob du selbst noch im Rennen bist oder schon gefoldet hast: Beobachte jeden Showdown an deinem Tisch genau.

Ähnliche Beiträge

Neueste Beiträge