Home / Poker Grundlagen / Eine grundlegende Strategie / Strategie für die richtige Poker-Einsatzhöhe

Strategie für die richtige Poker-Einsatzhöhe

Wenn du dich für einen Einsatz entscheidest, ist es sehr wichtig, dass du den richtigen Betrag setzt – dieser Betrag ergibt deine Einsatzhöhe. Mit der passenden Einsatzhöhe kannst du in jeder Situation deine Ziele erreichen – sei es ein Value-Einsatz auf einem Board mit vielen Draw-Chancen oder ein Bluff auf dem River.

Die Poker-Einsatzhöhe ist ein komplexes Thema. Es ist nicht immer leicht, den optimalen Einsatzbetrag zu treffen. Aber auch wenn du gerade erst mit dem Pokerspielen anfängst, entwickelst du schnell ein Gespür dafür, wann ein kleiner Einsatz ausreicht und wann du mehr Chips in die Mitte geben musst.

Deine Strategie für die Einsatzhöhe hängt von vielen Faktoren ab. Du musst Faktoren wie deine Position, die Board-Struktur, das Stack-zu-Pot-Verhältnis, deine Blattrange und die Range deines Gegners berücksichtigen. Gegen schlechtere Spieler kannst du auch gezielte Einsatzhöhen wählen, um ihre Schwächen auszunutzen.

In No Limit Hold’em-Spielen kannst du so viel setzen, wie du willst – vom Mindesteinsatz, der normalerweise ein Big Blind beträgt, bis hin zu deinem gesamten Stack. Wenn du alle deine Chips setzt, nennt man das „All-in gehen“.

Die Einsatzhöhe vor dem Flop orientiert sich oft an einem Standardbetrag, der als Big Blinds ausgedrückt wird. Nach dem Flop variieren die Einsatzhöhen je nach Situation deutlich mehr. Als Faustregel haben sich für die Einsatzhöhen nach dem Flop folgende Definitionen etabliert:

  • Kleiner Einsatz: alles von rund einem Viertel bis zur Hälfte des Pots.
  • Mittlerer Einsatz: zwischen der Hälfte und drei Vierteln des Pots.
  • Großer Einsatz: ein Einsatz bis zur Höhe des Pots oder noch mehr.

Das gilt für Cashgames wie Turniere. In Cashgames liegt Echtgeld im Pot, während der Pot in Turnieren aus Turnierchips besteht. Diese allgemeine Richtschnur für Poker-Einsatzhöhen gilt aber in beiden Fällen.

Ein Pokerspieler, der über die optimale Einsatzhöhe auf dem Turn nachdenkt

Warum ist die Einsatzhöhe beim Poker wichtig?

Die Einsatzhöhe ist ein sehr wichtiger Aspekt beim Poker, aber wird oft übersehen. Insbesondere neue Spieler neigen dazu, egal in welcher Situation die gleiche Einsatzhöhe zu wählen – oder mit ihren Einsätzen zu verraten, wie stark ihr Blatt ist.

Gegen geübte Spieler ist die richtige Einsatzhöhe – zusammen mit ausgeglichenen Blattranges – entscheidend, denn damit machst du es deinen Gegnern fast unmöglich, deine Spielweise auszubeuten, oder einfache Entscheidungen zu treffen, die dich Chips kosten.

Gegen schwächere Spieler hingegen solltest du mit den Einsatzhöhen noch einen Zweck verfolgen. Indem du hier Einsätze in bestimmter Höhe bringst, kannst du eine bestimmte Reaktion von ihnen provozieren und ihnen so Chips abnehmen. Du kannst beispielsweise weniger setzen, um sie zu Bluffs zu treiben, oder aber mehr gegen Calling Stations setzen, um mehr Value herauszuholen.

Die optimale Einsatzhöhe vor dem Flop

Beim Raisen vor dem Flop halten sich die Spieler im Allgemeinen an die gleichen Einsatzhöhen – egal mit welchem Blatt und auf welcher Position. Das soll verhindern, dass die Gegner anhand der Einsatzhöhe einschätzen können, wie stark dein Blatt ist.

Früher war das Standard-Raise in Turnieren das Dreifache des Big Blinds. Inzwischen gilt, dass man mit einer etwas niedrigeren Einsatzhöhe vom Zwei- bis Zweieinhalbfachen des Big Blinds das Gleiche erreicht.

In einem Cashgame mit niedrigen Stakes sind Spieler möglicherweise looser. Dann solltest du die Höhe deines Preflop-Einsatzes entsprechend anpassen und eher das Dreifache des Big Blinds oder noch mehr setzen.

Aber egal, ob du dich für das Zwei- oder Dreifache des Big Blinds entscheidest – wichtig ist, dass du deine Einsatzhöhe beibehältst, damit sie deine Blattstärke nicht verrät.

Ein Pokerspieler greift nach Chips für einen kleinen Einsatz

Vor dem Flop im Small Blind raisen

Der Small Blind ist eine Ausnahme von der Faustregel mit zwei- bis dreifachen Einsätzen vor dem Flop. Wenn du auf dieser Position das Eröffnungs-Raise setzt, solltest du etwas großzügiger sein und etwa das Vierfache des Big Blinds setzen. Andernfalls bescherst du dem Spieler im Big Blind zu verlockende Odds, um mit sämtlichen Karten zu callen.

Wenn der Big Blind dich callt, ist er nach dem Flop in Position und kann mit dem besten Blatt oder ohne Pots gewinnen. Wenn du im Small Blind deinen Einsatz erhöhst, muss der Big Blind deutlich mehr für dieses Privileg bezahlen. Er muss also etwas tighter werden, sodass du in mehr Fällen die Blinds stehlen kannst.

Die Einsatzhöhe bei 3-Bets

Bei 3-Bets sollten deine Einsatzhöhen abhängig von weiteren Faktoren wie deiner Position unterschiedlich ausfallen. Auch die Höhe deiner 3-Bet sollte nie verraten, welches Pokerblatt du hast. Mit einem starken Blatt solltest du also nicht plötzlich weniger oder mehr setzen als sonst.

Als Faustregel gilt: Wenn du in Position bist, sollten deine 3-Bets rund drei- bis dreieinhalbmal so hoch sein wie das anfängliche Raise deines Gegners. Wenn du außer Position bist, kannst du sogar noch höhere Einsätze vom Vier- bis Fünffachen des Anfangs-Raises bringen.

Dass du außer Position mehr setzt als in Position ergibt durchaus Sinn: So kannst du mehr Pots kampflos abräumen und musst nach dem Flop nicht mit einem Positionsnachteil weiterspielen. Außerdem verringerst du damit das Stack-zu-Pot-Verhältnis und machst dir Entscheidungen nach dem Flop leichter, wenn der Gegner dich doch callt.

Hinter diesen üblichen Raise-Höhen für das Eröffnungs-Raise und 3-Bets stecken komplizierte mathematische Berechnungen. Die Pot-Odds und Blattranges spielen dabei eine große Rolle. Wenn du nicht jedes Mal Kopfrechnen willst, fährst du gut damit, dich an die hier erwähnten Poker-Einsatzhöhen zu halten.

Ein Pokerspieler blickt seinen Gegner an, als er mit einer hohen 3-Bet konfrontiert wird

Faktoren für die Poker-Einsatzhöhen nach dem Flop

Jetzt wollen wir uns die Grundlagen für die Einsatzhöhen nach dem Flop ansehen. Dazu müssen wir auf die Faktoren eingehen, die Einfluss darauf haben, wie viel du setzen solltest. Aber vorweg, es gibt einen Faktor, der keinerlei Einfluss auf deine Einsatzhöhe haben sollte.

Bei der Einsatzhöhe geht es nicht um deine Blattstärke

Wenn du deine Einsatzhöhe abhängig davon änderst, ob du ein starkes Blatt hast oder nicht, werden aufmerksame Gegner dein Einsatzmuster schnell durchblicken.

Wenn du mit Monsterblättern immer höhere Einsätze bringst, machen sich die anderen Spieler dann schnell aus dem Staub. Und wenn du mit starken Blättern jedes Mal weniger setzt, um die Gegner zu täuschen, werden sie deine List auch schnell durchschauen.

Stattdessen solltest du deine Einsatzhöhen über starke Blätter, reine Bluffs und allem dazwischen konstant halten. Wenn du deine Ranges ausgeglichen und deine Einsatzhöhen konsistent hältst, werden deine Mitspieler nicht schlau aus dir. Und dadurch wird es wahrscheinlicher, dass sie Fehler machen.

Wenn es also nicht auf deine Blattstärke ankommt – wie solltest du deine Einsatzhöhe nach dem Flop denn variieren?

Boardstruktur

Die Boardstruktur ist ein wichtiger Aspekt deiner Strategie für die Einsatzhöhe. Auf einem trockenen Board, das wenig Chancen auf Draws bietet, kannst du niedrigere Value-Einsätze und Bluffs bringen. Ein Beispiel für einen trockenen Flop wäre A83.

Auf trockenen Boards haben deine Gegner weniger Draws. Das bedeutet, sie haben entweder ein vollständiges Blatt, mit dem sie callen, oder nicht. Mit einem niedrigen Einsatz kannst du Value von schwächeren Blättern wie niedrigen Paaren erzielen, und sicherst dir gleichzeitig genug Folds, um deine Range mit Bluffs auszugleichen.

Auf einem Draw-reichen Board wie J104 solltest du im Allgemeinen mehr setzen, sowohl mit deinen Value-Blättern als auch deinen Bluffs. Damit wird der Pot für Gegner mit Draws zu teuer – oder sie zahlen mit ungünstigen Odds zu viel, um in der Hand zu bleiben.

Mischrange

Wenn du eine gemischte Blattrange hast, solltest du tendenziell weniger setzen. Eine Mischrange besteht aus verschiedenen Arten von Pokerblättern. Sie kann starke Value-Blätter, reine Bluffs, Draws und alles dazwischen enthalten.

Ein Beispiel für eine gemischte Einsatzrange wäre eine Continuation Bet (oder „C-Bet“) auf dem Flop. Eine C-Bet auf dem Flop bringst du gewöhnlich mit einem großen Teil deiner Range, der alle möglichen Blätter umfasst.

Wenn du mit dem Großteil deiner Range wenig setzt, gibst du deinem Gegner einen Anreiz, breiter zu callen. Damit hältst du schwächere Blätter im Pot, selbst wenn du ein mittelstarkes Blatt hast. Deine Bluffs funktionieren trotzdem oft genug, denn deine Gegner müssen weiterhin folden, wenn sie nur Müll halten oder ihre Draws verpasst haben.

Polarisierte Range

Eine polarisierte Range besteht zum einen aus sehr starken vollendeten Blättern für Value-Einsätze und zum anderen aus einigen Bluffs – ohne mittelstarke Blätter dazwischen. Dazu kommt es oft auf dem River, wenn keine weiteren Karten folgen. Entweder hast du ein Gewinnerblatt oder nicht.

Bei einer polarisierten Einsatzrange solltest du eher mehr setzen, etwa in Pothöhe oder sogar noch mehr. Das verschafft deinen Bluffs die maximale Equity und zwingt deine Gegner, sich von ihren mittelstarken Blättern zu trennen.

Gleichzeitig holst du mit deinen Value-Einsätzen das Meiste raus, wenn andere Spieler dich mit einem starken, aber unterlegenen Blatt callen. Oder wenn sie deinen Value-Einsatz für einen Bluff halten und einen Hero Call wagen.

Ein Pokerspieler denkt über einen Hero Call gegen einen hohen River-Einsatz nach

Stack-zu-Pot-Verhältnis

Ein weiterer wichtiger Faktor, den du bei der Einsatzhöhe berücksichtigen solltest, ist das Verhältnis von Stack zu Pot. Damit ist der Betrag gemeint, der in deinem Stack oder im Stack deines Gegners übrig ist (je nachdem, wer von euch beiden den kleineren Stack hat), im Vergleich zur Pothöhe.

Du kannst das Stack-zu-Pot-Verhältnis auf verschiedene Weisen nutzen, um die Höhe deiner Einsätze zu bestimmen. Zum einen kann es dir helfen, nicht zu tief in den Pot einzusteigen, indem du zu viele Chips setzt oder durch Calls ausgibst. Andernfalls könnte dein verbleibender Stack so niedrig sein, dass du dein Blatt angesichts des möglichen Gewinns im Pot unmöglich aufgeben kannst.

Zweitens kannst du deine Einsätze so wählen, dass das Stack-zu-Pot-Verhältnis niedriger ist, wenn du vorhast, mehrere Value-Einsätze zu bringen und letztendlich All-in zu gehen. Mit einem niedrigen Stack-zu-Pot-Verhältnis ist das All-in auf der nächsten Street realistischer.

Ein Beispiel: Du hast AA bei einem Flop von K54. Es liegen 500 Chips im Pot und du liegst mit 1.500 Chips hinten. Du hast die Initiative und bist zuerst dran.

Wenn du hier einen niedrigen Einsatz wie 150 Chips machst und dein Gegner callt, hast du noch 1.350 Chips übrig – bei einem Pot von 800 Chips. Wenn du jetzt auf dem Turn plötzlich All-in gehst, vertreibst du vermutlich Gegner mit ihrem Paar Könige aus dem Pot.

Hättest du dich auf dem Flop stattdessen für einen höheren Value-Einsatz entschieden, etwa 350 Chips, läge der Pot schon bei 1.200 Chips. Du hättest auf dem Turn nur noch 1.150 Chips übrig, um All-in zu gehen, dein Einsatz läge also sogar unter der Pothöhe.

Position

Wie bei jeder Entscheidung am Pokertisch spielt die Position eine große Rolle. Wenn du bei einer Hand in Position bist, hast du einen riesigen Vorteil, denn du bist zuletzt dran und hast mehr Informationen. In Position kannst du sowohl mit Value-Blättern als auch mit Bluffs niedrigere Einsätze abgeben. Niedrigere Einsätze setzen Gegner außer Position weiterhin unter Druck und du hast den Vorteil, dass du mit einer gemischten Blattrange setzen kannst.

Außer Position ist die richtige Einsatzhöhe etwas komplizierter und abhängig von der Situation. Im Allgemeinen setzt du häufiger mit einer polarisierten Range, die höhere Einsätze nahelegt. Mit höheren Einsätzen kannst du dir den Pot häufiger sichern und deinen Positionsnachteil ein Stück weit wettmachen. Höhere Einsätze verringern auch das Stack-zu-Pot-Verhältnis, sodass du schneller All-in gehen kannst.

Ein Dealer-Button auf einem PokerStars Live-Tisch

Ranges und Spieltendenzen deiner Gegner

Im Laufe einer Pokerhand solltest du immer über die Ranges deiner Mitspieler nachdenken. Lass diese Überlegungen in die Einsatzhöhe einfließen, damit du die gegnerischen Blätter bestmöglich ins Visier nehmen kannst.

Wenn du beispielsweise glaubst, dass der Flop deinem Gegner in den meisten Fällen überhaupt nichts gebracht hat, nachdem er sein Big Blind verteidigt hatte, reicht möglicherweise ein kleiner Einsatz. Wenn du den Eindruck hast, dass er ein sehr starkes Blatt hat, aber trotzdem hinten liegt, gib einen höheren Einsatz ab, um Value aus seinem Blatt zu ziehen, das er nicht folden kann.

Dazu gehört auch, dass du die Spieltendenzen deiner Gegner verstehst. Damit kannst du deine Einsatzhöhe anpassen, um die Schwächen und Fehler der Gegner auszunutzen. Wenn dein Gegner beispielsweise alle möglichen Einsätze callt, sobald er ein Paar hat, kannst du riesige Value-Einsätze gegen ihn bringen.

Vielleicht spielst du aber auch gegen einen sehr tighten Spieler. So ein Spieler, der selbst einen kleinen Einsatz nicht callt, wenn er nicht das Top Pair oder was Besseres hat. In dem Fall kannst du mit sehr kleinen Einsätzen als Bluffs versuchen, ihm den Pot abzuluchsen. Fang mit den Grundlagen wie Blattranges und der Boardstruktur an und passe deine Strategie dann deinen Zielen gegen einzelne Spieler an.

Wann man niedrige Einsätze abgeben sollte

Wie viel du setzen willst, hängt immer von der jeweiligen Situation ab. Auf einem trockenen Board, das weniger verbundene oder gleichfarbige Karten bietet, setzen viele Spieler eher weniger.

Auf einem trockenen Board ist es nicht nötig, die Gegner viel für ihre Draws bezahlen zu lassen oder dein Blatt gegen Flushs und Straights zu schützen. Du kannst also niedrigere Einsätze bringen als auf einem Draw-reichen Board.

Ein kleiner Einsatz ist auch sinnvoll, wenn du mit einer Mischrange aus starken und mittelstarken Blättern sowie Bluffs spielst. Ein Beispiel dafür wäre eine Continuation Bet auf dem Flop, denn an der Stelle ist es wahrscheinlich, dass du mit dem Großteil deiner Range setzt.

Mit niedrigen Einsätzen bleiben die schwächeren Blätter deiner Gegner im Rennen, die du mit höheren Einsätzen aus dem Pot jagen würdest. Gleichzeitig funktionieren einige günstige Bluffs, wenn Gegner ihre Draws komplett verpasst haben.

Hohe Einsätze

In bestimmten Situationen können hohe Einsätze eine mächtige Waffe sein. Sie setzen deine Gegner stark unter Druck und zwingen sie zu Entscheidungen, die sie viele Chips kosten. Hohe Einsätze können als Bluff nützlich sein, um gute Blätter zu vertreiben, für Value mit starken Blättern oder um dich vor gefährlichen Draws zu schützen.

Höhere Einsätze solltest du in bestimmten Situationen bringen. Wenn das Board sehr Draw-reich ist. Wenn du das Stack-zu-Pot-Verhältnis verringern willst, um All-in zu gehen. Und/oder wenn deine Range mit sehr starken Value-Blättern und Bluffs polarisiert ist.

Hier sind typische Situationen, in denen du einen hohen Einsatz machen solltest:

Erhöhe deine Einsätze, wenn es viele Möglichkeiten gibt, durch die dein Blatt mit Draws geschlagen werden könnte. Mal angenommen, du hast 105 im Big Blind. Mehrere Spieler callen und keiner raist, sodass du den Flop kostenlos siehst. Der Flop bringt 1085 und du hast ein Two Pair-Blatt. Dein Blatt ist in diesem Moment sehr stark, aber viele Karten sind gefährlich. Deine Gegner könnten auf dem Turn oder River einen Flush, einen Straight oder ein besseres Two Pair erzielen. Hier solltest du also einen großen Einsatz bringen, vielleicht sogar in Pothöhe oder noch mehr.

Beispiele für Einsatzhöhen

  • Vor dem Flop gegen Limper raisen. Du hast JJ und sitzt in der Cutoff-Position. Zwei Spieler vor dir callen – das nennt man an der Stelle auch „limpen“. Hier ist wichtig, ein ordentliches Raise zu setzen. Erhöhe dein übliches Raise also pro Limper um einen Big Blind. Du raist auf fünf Big Blinds. Du bist ziemlich zuversichtlich und willst mindestens einen Limper isolieren, damit du ihm nach dem Flop Value abnehmen kannst.
  • Dein Blatt auf dem Flop schützen. Im selben Szenario wie oben callen beide Limper, nachdem du auf fünf Big Blinds geraist hast. Der Flop bringt 1063. Das Board ist ziemlich trocken, aber dein Blatt ist durch Overcards angreifbar. Wenn auf dem Turn oder River ein As, König oder eine Dame kommt, könntest du mit deinen Buben unterlegen sein. Du solltest dein Blatt auf jeden Fall durch einen Einsatz schützen. Ein kleiner bis mittlerer Einsatz sollte genügen. Der hält ein Paar Zehnen und schwächere Blätter im Pot und verhindert, dass Spieler mit Overcards dich auf dem Turn überholen.
  • Ein Monsterblatt auf dem River. Du hast K10 und auf dem Tisch liegen QJ46A. Du hast die Nuts. Du hast einen Gegner, der vor dir gecheckt hat. Hier kannst du durchaus viel setzen. Du wirst keinesfalls geschlagen und dein Gegner könnte trotzdem callen, wenn er auf dem River ein As getroffen oder ein Two Pair hat. Dein Gegner könnte auch vermuten, dass du hier in einigen Fällen bluffst, zum Beispiel weil du deinen Draw verpasst hast. Deine Range ist polarisiert, also setzt du viel.
  • Ein schreckliches Blatt auf dem River. Bleiben wir beim Board von oben mit dem gleichen einzelnen Gegner. Leider hast du diesmal 98. Du hattest ein schönes Draw-Blatt, aber hast deinen Draw leider verpasst – und jetzt hältst du nicht mehr als Nine-high. Wenn du zum Showdown checkst, hast du so gut wie verloren. Das ist ein guter Moment für einen Bluff. Gegen einen guten Spieler musst du viel setzen, so als würdest du einen Value-Einsatz machen, damit dein Einsatz einen Straight repräsentiert.

Häufige Fragen (FAQ)

Was ist die Einsatzhöhe beim Poker?

Die Einsatzhöhe ist der Betrag, den du in einer bestimmten Situation beim Poker setzt.

Wie setzt man strategisch beim Poker?

Mit einer optimalen Strategie für die Einsatzhöhe holst du mit Value-Blättern am meisten Chips raus und sorgst mit deinen Bluffs für die meisten Folds. Du kannst die Einsatzhöhe auch gezielt einsetzen, um schwächere Gegner noch mehr auszunehmen.

Was ist die richtige Einsatzhöhe für eine 3-Bet beim Poker?

Die optimale 3-Bet-Höhe hängt von der konkreten Situation ab. Als Faustregel solltest du rund das Drei- bis Vierfache des anfänglichen Raises setzen, wenn du in Position bist, und das Vier- bis Fünffache des Anfangs-Raises, wenn du die 3-Bet außer Position setzt.

Was ist eine übliche Einsatzhöhe für eine 4-Bet?

Als Faustregel solltest du bei 4-Bets das 2,2- bis 2,4-Fache der 3-Bet setzen, wenn du in Position bist, und ungefähr das 2,6-Fache außer Position.

Was gilt beim Poker als hoher Einsatz?

In No Limit Hold’em können Spieler beliebige Beträge setzen. Es ist also nicht selten, dass Spieler All-in gehen. Nach dem Flop gilt jeder Einsatz ab zwei Drittel des Pots als hoher Einsatz.

Direkt-Links