Pokerturniere oder Cashgames: Was ist besser?
Bei No Limit Hold’em gibt es zwei grundlegende Kategorien von Spielformen: Cashgames und Pokerturniere. Die Grundregeln sind bei beiden gleich, aber der Spielablauf ist etwas anders. Einige Spieler mögen nur das eine oder das andere, während andere beide Formen gern spielen.
Turnierpoker ist vielleicht die aufregendere Kategorie. Hier gibt es die größten Auszahlungen und Spieler treten um oft riesige Preise und jede Menge Prestige an.
In Cashgames werden die Pots um Cash gespielt. Die Blinds bleiben gleich und Spieler können jederzeit Platz nehmen und mitspielen oder den Tisch wieder verlassen. Es ist ein völlig anderes Spielerlebnis.
In diesem Artikel wollen wir uns Pokerturniere und Cashgames näher ansehen. Anschließend vergleichen wir die beiden Arten von Poker, damit du eine fundierte Entscheidung treffen kannst, welche du spielen willst.
Pokerturniere verstehen
Wenn du schon mal die Live- oder Online-Berichterstattung von PokerStars verfolgt hast, hast du Turnierspiel schon miterlebt. Die European Poker Tour (EPT) oder die PokerStars Players Championship (PSPC) bieten riesige Preisgelder und Ruhm für den Sieger.
Auch die vielleicht größte Poker-Erfolgsgeschichte hat sich 2003 bei einem Turnier zugetragen. Chris Moneymaker hat sich für nur $86 für das WSOP Main Event qualifiziert. Und am Ende gewann er das Event und ging mit coolen $2,5 Millionen vom Tisch.
Turnierpoker ist rasant und aufregend. Keine zwei Situationen sind je genau gleich, sodass die Spielform fast unbegrenzte strategische Tiefe bietet.

Was sind Pokerturniere?
Turniere haben feste Buy-ins, Startzeiten, Preisstrukturen und Startstacks (also die Chips, mit denen du spielst). Dein Buy-in besteht aus einem Beitrag zum Preispool und einer geringeren Gebühr für den Pokerroom oder den Onlinepoker-Anbieter.
Das Ziel bei einem Pokerturnier ist, als letzter Spieler übrig zu bleiben. Sobald du alle deine Chips verlierst – und wenn es keine Rebuy-Möglichkeit gibt – ist das Turnier für dich gelaufen.
Anders als in Cashgames erhöhen sich die Blind-Level beim Turnierpoker. Dadurch verlieren die Stacks effektiv an Wert und die Spiele sind zeitlich begrenzt. Das hat bedeutende strategische Implikationen, auf die wir unten näher eingehen.
Beim Turnierpoker ist dein Ziel, Chips anzuhäufen und die anderen Spieler zu überdauern, während die Blinds steigen und steigen. Der Gewinner hat am Ende alle Chips auf sich versammelt. Erfolgreiche Turnierspieler erreichen regelmäßig die Finaltische, aber die Varianz ist hoch.
Arten von Pokerturnieren
Es gibt verschiedene Arten von Pokerturnieren, die jeweils eigene Strukturen und etwas unterschiedliche Spielabläufe haben:
- Freezeout-Turniere: In Freezeout-Turnieren hast du nur ein Buy-in, also musst du das Beste draus machen. Wenn du alle Chips verlierst, bist du raus und kannst dich nicht neu anmelden.
- Rebuy-/Re-Entry-Turniere: Bei Rebuy- oder Re-Entry-Turnieren hast du ein oder mehrere Extrachancen, wenn dir die Chips ausgehen – von einem Rebuy bis hin zu unbegrenzten Teilnahmen. Die Rebuy-Phase läuft für eine festgelegte Zeit, bevor die Anmeldung schließt. Rebuys und Re-Entrys sind ähnlich. Bei einem Rebuy kannst du an deinem Tisch sitzen bleiben und zusätzliche Chips kaufen. Bei einem Re-Entry verlässt du deinen Tisch und trittst dem Turnier erneut bei.
- Turbo-/Hyper Turbo-Turniere: Turbo-Turniere haben kürzere Blind-Level. Im Vergleich zu einem Standardturnier steigen die Blinds hier für gewöhnlich doppelt so schnell an. Dadurch laufen diese Spiele schneller. Das führt zu mehr Spielaction und verkürzt die Gesamtdauer dieser Turniere. Hyper-Turbos sind noch schneller: Online erhöhen sich die Blinds alle drei Minuten.
- Knockout-Turniere: In Knockout-Turnieren erhältst du einen Cashpreis dafür, dass du andere Spieler aus dem Turnier wirfst. Ein Teil des Buy-ins fließt in die Bountys, während der Rest in den Preispool wandert. Es gibt verschiedene Varianten von Knockout-Turnieren, etwa Progressive Knockout (PKO) und Mystery Bounty. Bei einem PKO-Turnier steigt die Bounty aller Spieler durch jeden Knockout, den sie erzielen. Bei Mystery Bounty-Turnieren werden die KO-Preise zufällig bestimmt.
- Satellite-Turniere: Der Preis für den Gewinn eines Satellites ist kein Preisgeld, sondern die Teilnahme an einem größeren Turnier. Die Struktur in Satellites ist in der Regel ziemlich flach. Das bedeutet, alle Spieler, die die Geldränge erreichen, gewinnen den gleichen Preis. In Satellites geht es also weniger darum, Erster zu werden, sondern bis zu den Preisrängen dabei zu bleiben.
- Sit & Gos (SNG): Sit & Gos haben keine feste Startzeit, sondern beginnen, sobald sich genug Spieler angemeldet haben. Sit & Gos gibt es als Einzeltisch- wie Multitisch-Turnier. Auch wenn ein Sit & Go im Multitisch-Format gespielt wird, ist es aber in der Regel kleiner als reguläre Turniere.
- Spin & Gos: Spin & Gos bestehen aus nur drei Spielern und werden mit Hyper Turbo-Struktur sowie kleinen Startstacks gespielt. Die Auszahlungen werden zufällig bestimmt und können das 2- bis 10.000-Fache des Buy-ins betragen. Das verleiht Spin & Gos ein Glückelement mit der Chance auf riesige Gewinne und macht das Format insbesondere für Freizeitspieler attraktiv.
Strategische Ansätze bei Pokerturnieren
Die steigenden Blinds und die Auszahlungsstrukturen mit steil ansteigenden Preisgeldern für die besten Plätze wirken sich auch auf die Spielstrategie aus. Sie sorgen für ein ganz anderes Spielerlebnis als bei Cashgames.
Beim Turnierpoker kämpfst du die ganze Zeit darum, den steigenden Blinds voraus zu bleiben. Du musst lernen, mit verschieden großen Stacks umzugehen. Die Stacks werden im Vergleich zu den Blinds häufig knapp. Du musst dich also mit Push-/Fold-Strategien vertraut machen, wo du entweder All-in gehst oder sofort foldest, um deine Chipstände zu erhöhen und zu überleben.
Gleichzeitig führen die Situationen auf der Bubble, also beim Sprung auf die Preisränge, oder die Gewinnsprünge am Finaltisch zu einzigartigen Situationen. Das nennt man das Independent Chip Model (ICM). Um langfristig zu gewinnen, musst du wissen, wie du mit diesen Situationen umgehst.
Turnierpoker ist ein Spiel mit Anfang, Mitte und Ende. In jeder Phase musst du unterschiedliche Fertigkeiten und strategische Ansätze mitbringen. Aus diesem und anderen Gründen ist die Turnierpoker-Strategie ziemlich komplex. Es gibt einfach viele Situationen, mit denen du dich vertraut machen musst.

Vor- und Nachteile von Turnierspiel
Hier ist eine Übersicht der Vor- und Nachteile von Turnierpoker. Nutz diese Liste, um zu entscheiden, ob du Pokerturniere oder lieber Cashgames spielen möchtest:
Vorteile
- Hohe Preise – der besondere Reiz von Turnieren besteht natürlich in den riesigen Preisgeldern im Vergleich zu den Buy-ins. Selbst professionelle Spieler erreichen nicht oft die Finaltische – aber wenn, geht es um riesige Gewinne. Turniere haben also ein hohes Risiko, aber dafür potenziell hohe Preise.
- Herausforderung und Strategie – Pokerturniere bieten Spielern eine besondere Herausforderung. Du musst lernen, mit verschiedenen Stack-Höhen zurechtzukommen und wie du ICM-Druckpunkte wie auf der Bubble bewältigst.
- Nervenkitzel und Triumph – Pokerturniere zählen zu den spannendsten Pokererfahrungen, vor allem, wenn du es weit schaffst. Wenn du bis an den Finaltisch kommst oder das Turnier sogar gewinnst, ist das ein einzigartiges Erfolgserlebnis. Bei bestimmten Turniersiegen sind dir auch Ruhm und Anerkennung aus der Pokercommunity sicher. Erfolge in berühmten Turnieren könnten dir sogar einen Sponsorenvertrag einbringen.
Nachteile
- Hohe Varianz – im Vergleich zu Cashgames ist die Varianz bei Pokerturnieren sehr hoch. Du musst womöglich Dutzende Turniere spielen, bis du es mal an den Finaltisch schaffst – bei größeren Multitisch-Turnieren (MTT) sogar noch mehr. Wenn du langfristig Pokerturniere spielen willst, muss auch deine Bankroll die nötige Ausdauer mitbringen.
- Zeitaufwand – Einige Pokerturniere dauern mehrere Stunden, manchmal sogar noch viel länger. Du brauchst also viel Zeit, um überhaupt mitzuspielen. Gleichzeitig musst du die ganze Zeit über voll konzentriert bleiben – sonst kannst du es dir gleich sparen. Das ist nicht für jeden das Richtige. Andererseits gibt es aber auch schnellere Turnierformen.
- Erschöpfung und Frust – das stundenlange Spielgeschehen kombiniert mit einer brutalen Varianz kann für Turnierspieler erschöpfend und frustrierend sein. Es ist gar nicht so leicht, bei der Sache zu bleiben, wenn in einem Turnier nichts richtig läuft. Du brauchst eine Menge Ausdauer und Resilienz, damit dir deine Bankroll und Freude am Spiel erhalten bleiben.
Cashgames verstehen
Cashgames sind die reinste Form von Poker. Das ist die Art von Spiel, die du vielleicht aus alten Filmen kennst, wenn der Held an einem Tisch Platz nimmt, an dem schon ein Spiel läuft.
Im Gegensatz zu Turnieren haben Cashgames keine feste Anfangszeit und kein festes Ende – wenn ein Platz frei ist, kannst du dich einfach hinsetzen und mitspielen. Du musst nicht warten, bis sich eine bestimmte Anzahl an Spielern angemeldet hat oder bis der offizielle Beginn ist. Genauso kannst du jederzeit wieder aufstehen und vom Tisch gehen.
Cashgame-Tische haben ein Mindest- und Höchst-Buy-in. Die Höhe hängt vom jeweiligen Spiel ab. In der Regel können Cashgame-Spieler zwischen 20 und 100 Big Blinds mit an den Tisch bringen.
Und hier unterscheidet sich die Realität von Filmszenen: Du kannst nicht deine Autoschlüssel mit in den Pot schieben. Du kannst höchstens den Betrag setzen, für den du dich eingekauft hast, und nur mit den Chips spielen, die gerade vor dir liegen. Du kannst auch keine Geldscheine in die Mitte werfen – für dein Geld erhältst du Chips, die einen entsprechenden Geldwert haben.
Im Gegensatz zu Turnieren muss dein Spiel nicht zu Ende sein, wenn du alle Chips verloren hast. Wenn du es dir leisten kannst, kannst du einfach einen neuen Stack nachkaufen. Die Blinds erhöhen sich am Tisch, an dem du Platz genommen hast, nicht. Sie bleiben stattdessen gleich und bestimmen die Stakes. Bei Blinds von $1/$2 kannst du dich beispielsweise für $40 bis $200 einkaufen.

Cashgame-Formate und -Varianten
Obwohl sie nicht so vielfältig sind wie die Turnierlandschaft, gibt es auch bei Cashgames verschiedene Formate. Es gibt z.B. Zoom-Spiele bei PokerStars, Spiele in verschiedenen Größen und Cashgames mit Besonderheiten.
- 6-max und Full Ring – Cashgame-Tische sind oft Full Ring, das bedeutet, bis zu neun Spieler können Platz nehmen und mitspielen. Six-max-Tische haben weniger Spieler. Damit kannst du mehr Hände spielen, denn du bist nie wirklich in früher Position.
- Heads-up-Cashgames – Heads-up-Spiele sind ebenfalls beliebt und eignen sich hervorragend für zwei Spieler, die gegeneinander antreten wollen. Miss dich mit nur einem Spieler und finde heraus, wer von euch die Nase vorn hat.
- Fast-Fold Games – in Spielen wie Zoom bei PokerStars landest du sofort an einem neuen Tisch mit neuen Startkarten, wenn du foldest. Spar dir das Warten auf die nächste Hand. Hier erlebst du Action nonstop.
Strategische Ansätze für Cashgames
Cashgames sind interessant, weil in den Pots um echtes Geld gespielt wird, meistens mit großen Stacks (oder „Deep Stacks“). Turnierpoker-Stacks erreichen nur selten 100 Big Blinds, bei Cashgames ist das hingegen die Regel. Du musst wissen, wie du mit diesen Deep Stacks umgehst.
Die Pokerstrategie für Cashgames mit großen Stacks basiert stark auf Potkontrolle. Blätter wie das Top Pair, mit denen du in einem Turnier mit 20 Big Blinds durchaus All-in gehen könntest, sind riskanter, wenn die Stacks bei enormen 100 Big Blinds liegen. Du solltest bei ein oder zwei Streets lieber Checken oder einfaches Callen in Erwägung ziehen, um den Schaden zu verringern, wenn Gegner dich mit einem Two Pair oder Set schlagen.
Andererseits kann ein All-in sehr lukrativ sein, vor allem, wenn du die Nuts hast oder nah dran liegst. Auch die Implied Odds sind bei großen Stacks viel relevanter. Es lohnt sich also, mit spekulativen Blättern günstig in Pots einzusteigen, um vielleicht auf dem Flop einen Volltreffer zu landen.
In psychologischer Hinsicht sind Cashgame-Tische ein bisschen wie der Wilde Westen, zumindest im Vergleich zu Turnieren. Das gilt umso mehr, wenn du Live-Cashgames spielst. Einige Spieler sind eher tight, während ein paar andere in praktisch jeder Hand 10 Big Blinds als Eröffnungs-Raise bringen (solche Spieler werden auch „Whale“, also Wal, genannt). Wenn du mit der Zeit Erkenntnisse zu deinen Mitspielern gewinnst und dich an sie anpasst, kannst du einen echten Vorteil daraus ziehen.
Vor- und Nachteile von Cashgames
Hier sind ein paar der Vor- und Nachteile von Cashgames. Vergleiche sie mit den Vor- und Nachteilen von Turnierpoker, um herauszufinden, welches Format für dich am besten geeignet ist.
Vorteile
- Flexibilität – für viele Cashgame-Profis macht die Flexibilität der Spiele ihren Reiz aus. Dass du den Spielen jederzeit beitreten oder wieder vom Tisch aufstehen kannst, erlaubt dir mehr Freiheit, was deine Zeit und Energie angeht. Außerdem kannst du einem Tisch sofort wieder beitreten, wenn du deinen ganzen Stack verloren hast.
- Weniger Varianz – Cashgames bieten keine riesigen Gewinnauszahlungen, die du aus Turnieren kennst. Dafür haben sie aber auch weniger Varianz. Auch hier erlebst du Bad Beats. Ein Cashgame-Profi kann seinen Vorteil aber in der Regel deutlich schneller realisieren als ein Turnierspieler. Die Höhen und Tiefen sind weniger gravierend und die Auszahlungen sind im Allgemeinen konsistenter.
- Strategie für große Stacks – die strategischen Elemente spielen eine wichtige Rolle bei der Wahl zwischen Turnieren und Cashgames. Es gibt kein ICM in Cashgames und weniger Push-/Fold-Situationen wie beim Spiel mit kleinen Stacks. Stattdessen musst du dich mit einer Strategie für große Stacks vertraut machen und wissen, wie du ein Blatt über mehrere Einsatzrunden hinweg spielst.
Nachteile
- Keine großen Auszahlungen – klar gibt es hin und wieder große Cashgame-Pots. Aber selbst die sind kein Vergleich zu den riesigen Auszahlungen und dem Prestige, wenn du ein Pokerturnier gewinnst. Cashgames sind eher ein stetes Mühen mit dem Ziel, regelmäßige Gewinne zu machen.
- Oft monoton – Cashgames behalten dieselbe Struktur bei. Sie haben weder Anfang, noch Mitte noch Ende. Einige Spieler finden es monoton, die ganze Zeit nur Cashgames zu spielen.

Pokerturniere oder Cashgames – was solltest du spielen?
Bisher haben wir die Besonderheiten von Turnieren und Cashgames sowie die grundlegenden Unterschiede zwischen den beiden Formaten beleuchtet. Damit solltest du eine gute Vorstellung haben, was dir eher liegt.
Das richtige Format auswählen
Denk dran: Bei der Wahl zwischen Cashgames und Turnieren geht es nicht darum, welches Format besser ist. Die Entscheidung hängt von Faktoren wie deinen persönlichen Vorlieben, deinen Pokerzielen, deiner Bankroll und deinem Spielstil ab.
Und sowieso musst du nicht beim einen oder beim anderen Format bleiben. Einige Spieler spielen gern beides – je nach Stimmung und verfügbarer Zeit. Oder sie spielen ein Live-Pokerturnier und nehmen an den Cash-Tischen Platz, wenn sie aus dem Turnier ausscheiden.
Vielleicht ist es für dich aber sinnvoll, dich auf eine Art von Poker zu konzentrieren. So kannst du dein Können weiterentwickeln, bis du ein Fundament gelegt und die Grundlagen der Pokerstrategie erlernt hast. Indem du dich auf ein Format spezialisierst, verschaffst du dir eher einen Vorteil gegenüber den anderen Spielern.
- Turniere – wähle Pokerturniere, wenn du gern um riesige Auszahlungen spielst. Dazu gehört aber auch, dass du mit viel Druck sowie den Aufs und Abs zurechtkommst. Du musst auch sicherstellen, dass du genug Zeit mitbringst, damit du von Anfang bis Ende dabei bleiben kannst. Aber wenn du den Nervenkitzel und den Wettbewerb liebst, wirst du dich in Pokerturnieren ganz zu Hause fühlen.
- Cashgames – wenn du eine stete und regelmäßige Gewinnrate erzielen willst, aber auch die flexiblen Zeiten und das Spiel mit großen Stacks magst, sind Cashgames vielleicht die richtige Wahl. Die Varianz ist weniger extrem und du kannst relativ schnell eine langfristige Gewinnrate erreichen. Analytische Denker und ruhige Geduldsspieler bevorzugen im Allgemeinen die Cashgame-Tische.
Wie viel Zeit hast du?
Wie schon erwähnt dauern einige Pokerspiele deutlich länger als andere. Bevor du dich für ein Spiel entscheidest, solltest du also immer überlegen, wie viel Zeit du gerade hast.
Multitisch-Turniere mit großen Teilnehmerfeldern dauern tendenziell 4 bis 10 Stunden, je nach Struktur. Manche können sogar mehrere Tage dauern. Nicht jeder hat die Zeit, MTT zu spielen.
Natürlich gibt es einige Optionen für Turnierspieler mit wenig Zeit. Turbo- oder Hyper-Turbo-MTT dauern nur wenige Stunden, während Sit & Gos und Spin & Gos oft schon nach einer Stunde oder weniger vorbei sind.
Cashgames bieten dir die ultimative Freiheit, wenn es um die Zeit geht: Hier kannst du jederzeit einsteigen oder aufhören. Auch für Cashgames solltest du genug Zeit für deine Pokersitzung einplanen, damit du richtig bei der Sache bist, aber du kannst durchaus nur ein paar Minuten oder wenige Stunden spielen.
Wenn du gern stundenlang am Pokertisch sitzt und dich lange voll aufs Spielgeschehen konzentrieren kannst, ist Turnierpoker das Richtige für dich. Wenn du wenig Zeit hast und nur hin und wieder Poker spielen kannst, sind Cashgames die beste Wahl.
Bankroll-Management
Bei der Entscheidung zwischen Cashgames und Turnieren kommt dem Bankroll-Management eine gewichtige Rolle zu. Da Turniere eine höhere Varianz haben, brauchst du im Vergleich zu Cashgames eine größere Bankroll.
Es gibt nicht das eine Patentrezept für das richtige Bankroll-Management, aber du solltest mindestens 40 Höchst-Buy-ins haben, um Cashgames zu spielen. Bei Turnieren brauchst du eher eine Bankroll von 50 bis 100 Buy-ins.
Aber egal für welches Format du dich entscheidest: Achte immer darauf, dass du innerhalb deiner Bankroll-Limits bleibst. Das ist die vernünftige Herangehensweise. Und sie bietet dir die besten Chancen, mit der unvermeidlichen Varianz von Poker zurechtzukommen.
Probiers aus, bevor du dich festlegst
Die Frage, ob du Pokerturniere oder Cashgames spielen möchtest, liegt ganz an dir. Welches Format macht dir wohl am meisten Spaß? Eine noch bessere Lösung ist, sowohl Pokerturniere als auch Cashgames mit Spielgeld bei PokerStars auszuprobieren. Erlebe selbst, was besser zu dir passt.
Wenn du bereit bist, steig zu den Micro Stakes auf. Mit diesen Spielen kannst du Turniere oder Cashgames um Echtgeld erleben, ohne zu viel zu riskieren.
Es gibt noch andere Erwägungen bezüglich deiner Bankroll und Spielzeit – darauf gehen wir im Artikel Was ist das beste Pokerspiel für dich? näher ein. Der wichtigste Aspekt ist sowieso, dass du am Pokerspiel, das du spielst, Spaß und Freude hast.