Bankroll Management einfach erklärt!
Was ist Poker-Bankroll-Management?
Deine Bankroll ist der Geldbetrag, den du nur zum Pokerspielen beiseitegelegt hast. Poker-Bankroll-Management ist dementsprechend eine Strategie, um dieses Guthaben sinnvoll und nachhaltig einzusetzen. Bankroll-Management ist eine wichtige Fähigkeit, aber viele Spieler vernachlässigen sie.
Wenn du dir ein Guthaben nur zum Pokerspielen beiseitelegst, fällt es dir leichter, mit der Varianz im Spiel umzugehen. Mit einer sinnvollen Strategie zum Bankroll-Management hast du eine bessere Vorstellung davon, auf welchen Buy-ins du spielen solltest, und wann es vielleicht Zeit wird, zu höheren oder niedrigeren Stakes zu wechseln.
Für erfolgreiche Spieler und jeden, der das Spiel ernst nimmt, ist Bankroll-Management ein Muss. Der richtige Umgang mit deiner Bankroll ist nicht nur in finanzieller Hinsicht hilfreich, sondern mindert auch die mentalen Auswirkungen von Verlusten.
Warum ist Poker-Bankroll-Management wichtig?
Bankroll-Management hat nichts mit Pokerstrategie zu tun. Es hilft dir aber, wenn es darum geht, deine Gewinne zu maximieren (beziehungsweise deine Verluste zu minimieren). Theoretisch ist Bankroll-Management für Spieler gedacht, die mehr gewinnen als verlieren. Aber auch neue Spieler und Freizeitspieler profitieren davon, eine separate Bankroll zu haben.
Dieses feste Pokerguthaben ist für jeden Spieler hilfreich, um das Spiel verantwortungsbewusst zu genießen. Indem du dieses Guthaben separat von deinen sonstigen Lebenshaltungskosten hältst, stellst du sicher, dass du nur mit Geld spielst, das du dir auch leisten kannst, zu verlieren.
Wenn du dir ein Guthaben zur Seite gelegt hast, kannst du Bankroll-Management nutzen, um deine Pokerkarriere voranzubringen. Dazu gehört, das richtige durchschnittliche Buy-in zu wählen, das zu deiner Bankroll und Gewinnrate passt.
Ziel von Poker-Bankroll-Management ist, auf einem bestimmten Buy-in-Level zu spielen, ohne dabei zu viel Guthaben zu riskieren. Das verringert die Chance, dass dir das Geld ausgeht, und bietet dir die besten Chancen, in den Stakes aufzusteigen.

Bankroll-Management und Varianz
Selbst wenn du in deinen Pokerspielen einen großen Vorteil gegenüber dem Teilnehmerfeld hast, ist Bankroll-Management weiter nötig. In einem Pokerspiel ist niemandem ein Gewinn garantiert. Das liegt an der statistischen Varianz – dem Zufallselement, das am Pokertisch immer mit in die Karten spielt.
Kurzfristig betrachtet kann beim Poker alles passieren. Wenn du mit Pocket-Assen gegen Pocket-Zweien spielst, gewinnst du den Pot erwartungsgemäß in 80% der Fälle. In 20% der Fälle erleiden deine Asse aber einen Bad Beat. Und es gibt keinen Grund, warum dir das nicht mehrfach hintereinander passieren kann.
Statistik treibt manchmal seltsame Blüten. Langfristig gesehen gewinnst du mit deinen Assen deutlich häufiger und erlangst Chips oder Cash. Aber kurzfristig musst du in der Lage sein, auch abweichende Ergebnisse auszuhalten.
Bankroll-Management ist dein Puffer gegen Bad Beats und schlechte Phasen. Indem du mit einem separaten Guthaben und im Rahmen deiner Bankroll-Limits spielst, federst du die Auswirkungen von einer Pechsträhne ab.
Mit einem guten Verständnis von Varianz kannst du auch besser nachvollziehen, warum Bankroll-Management so wichtig ist.
Eine Poker-Bankroll beiseitelegen
Das ist eine verantwortungsvolle Vorgehensweise, damit Poker mehr Spaß macht. Du solltest das Thema so angehen: Fang mit Geld an, das du dir leisten kannst zu verlieren. Wenn du Spiele gewinnst und deine Bankroll wächst, ist das ein Bonus.
Für gewinnende Spieler ist eine Poker-Bankroll ihr Einsatzkapital. Es ist aber auch die Grundlage für ihre Karriere.
Überleg dir, was deine Ziele beim Pokerspielen sind. Wenn du regelmäßig spielen oder dich verbessern möchtest, brauchst du eine größere Bankroll, die dir erlaubt, zu höheren Stakes zu wechseln. Die Bankroll sollte dir auch ein ordentliches Schutzpolster davor bieten, dass dir das Geld ausgeht.
Wenn du nur zum Spaß spielst und deine Bankroll jeden Monat auffüllst, brauchst du vielleicht kein so großes Guthaben.
Wie viel Geld du für deine anfängliche Bankroll beiseitelegst, ist deine eigene Entscheidung. Sobald du deine Poker-Bankroll eingerichtet hast, wird es Zeit, deine Strategie fürs Bankroll-Management anzugehen.
Poker auf dem richtigen Buy-in-Level spielen
Der nächste und wichtigste Schritt ist, die richtigen Buy-in-Levels zu wählen, die zur Höhe deiner Bankroll passen. Diese Entscheidung sollte auf deinem durchschnittlichen Buy-in beruhen, auf das wir später noch eingehen.
Du solltest nicht deine gesamte Poker-Bankroll für ein oder zwei Spiele riskieren. Das wäre ein ziemlich sicheres Rezept, um pleite zu gehen, denn auf das Zufallselement des Spiels hat auch der beste Spieler keinen Einfluss. Für ein einzelnes Spiel solltest du also immer nur einen winzigen Anteil deiner gesamten Poker-Bankroll riskieren.
Schauen wir uns das mit einem extremen Beispiel an:
Angenommen du hast eine Poker-Bankroll von $100. Damit spielst du zwei $50 Turniere. Im ersten Turnier fliegst du raus, als du eine Hand mit 60-40-Gewinnchance verlierst. Im zweiten Turnier erreichst du tatsächlich den Mindestgeldrang und gewinnst $70. Schon hast du fast ein Drittel deiner Bankroll verloren – und es hätte noch viel schlimmer kommen können. Wenn dir im zweiten Turnier nicht ein Gewinn gelungen wäre, hättest du alles verloren.
Im Hinblick auf Bankroll-Management wäre es also besser gewesen, 50 $2 Spiele oder sogar 100 $1 Spiele zu spielen. Das bietet dir ein ordentliches Polster zum Spielen, sodass du dir leisten kannst, viele Male zu verlieren, bevor du schließlich einen Gewinn machst.
Das mag etwas konservativ klingen (und das ist es auch). Aber ein solches Bankroll-Management schützt dich gegen Varianz. Nur so kannst du ein bestimmtes Pokerspiel langfristig spielen.
Wie viele Buy-ins du genau haben solltest, ist nicht so eindeutig zu beantworten. Dazu musst du verschiedene Aspekte berücksichtigen: Denk über deine Ziele beim Poker nach, deine Gewinnrate, dein Skill-Level und die Varianz des Spieltyps, auf den du dich konzentrierst. Weiter unten gehen wir detaillierter auf diese Faktoren ein.
Grundsätzlich sollte sich jeder ernsthafte Spieler aber leisten können, seinen Stack mindestens 20-mal in einem Spiel zu verlieren. 50 bis 100 Buy-ins in der Bankroll sind schon besser. Schau dir unseren Artikel Was ist das beste Pokerspiel für dich? an, in dem wir erklären, wie viele Turnier- oder Tisch-Buy-ins du jeweils in deiner Bankroll haben solltest.

Bankroll-Management für verschiedene Spieltypen
Poker-Bankroll-Management ist ganz individuell und wird von vielen Faktoren beeinflusst.
Kurz gesagt: Du brauchst eine größere Bankroll, wenn du Pokerspiele mit hoher Varianz spielst – zum einen, weil die Gegner stärker sind, und zum anderen, weil die Teilnehmerfelder größer sind. Hier ist eine Übersicht über Strategien zum Bankroll-Management je nach Spieltyp.
Bankroll-Management für Turniere
Multitisch-Turniere (MTT) haben die höchste Varianz unter allen Pokerspielen. Um die Geldränge zu erreichen und den Mindestgewinn zu kassieren, musst du mehrere große Pots gewinnen, oft mit nur einem kleinen Vorteil. Dass du weit kommst oder es sogar an den Finaltisch schaffst, ist selten.
Selbst Spieler mit außergewöhnlichen Gewinnraten rechnen damit, dass sie viele Buy-ins verlieren, bevor sie einen großen Gewinn abräumen. Ein Sieg oder eine Finaltisch-Platzierung verschafft deiner Bankroll natürlich einen ordentlichen Schub. Du brauchst aber das anfängliche Guthabenpolster, damit du bis dahin durchhältst.
In bestimmten Turnieren ist die Varianz noch höher. No-Limit hat beispielsweise eine höhere Varianz als Limit-Spiele. Genauso haben Turbo- und Hyper Turbo-Turniere eine höhere Varianz als langsamere Spiele.
Deshalb liegt die empfohlene Bankroll für Turnierspieler bei mindestens 50 bis 100 Buy-ins. Das untere Ende funktioniert, wenn du eine ordentliche Gewinnrate hast und die Teilnehmerfelder klein sind. Für größere Multitisch-Turniere brauchst du entsprechend eine höhere Bankroll.
Bankroll-Management für Cashgames
In Cashgames ist die Varianz weniger dramatisch. Cashgame-Spieler bekommen nach 10.000 bis 20.000 gespielten Händen einen Eindruck ihrer tatsächlichen Gewinnrate. Das klingt erstmal viel, ist aber immer noch deutlich weniger als für Turnierpoker! In Online-Cashgames könntest du dieses Spielvolumen in einigen Wochen oder Monaten erreichen.
Solange du eine ordentliche Gewinnrate hast, kannst du Cashgames also auch mit einer kleineren Bankroll angehen. Der empfohlene Betrag liegt hier bei 20 bis 30 vollständigen Buy-ins.
Ein vollständiges Buy-in für Cashgames ist der Höchststack, mit dem du am Tisch Platz nehmen kannst – üblicherweise 50 bis 100 Big Blinds. In einem $0,10/$0,20 Cashgame wäre das vollständige Buy-in $20. Mit angemessenem Bankroll-Management bräuchtest du also ein Guthaben von mindestens $400 bis $600, um auf diesem Level zu spielen.
Bankroll-Management für Live-Poker
Poker-Bankroll-Management funktioniert für Onlinepoker und Live-Poker ähnlich. Beim Live-Poker gibt es aber einen zusätzlichen Faktor. Du musst auch die Extrakosten wie für die Anreise und deine Unterkunft berücksichtigen.
Wenn du Live-Cashgames oder -Turniere in einem Casino vor Ort spielst, sind diese Kosten vielleicht minimal. Aber wenn du zu einer Live-Pokerserie fährst, die eine ganze Woche dauert, können sich die Kosten für Hotel, Anreise und Verpflegung schnell summieren.
Rechne diese Kosten mit ein und addiere sie zu deinem durchschnittlichen Buy-in, damit du weißt, wie sie sich auf deine Strategie fürs Bankroll-Management auswirken.

Können berücksichtigen
Es gibt einen etwas versteckten Faktor beim Bankroll-Management. Wenn du erfolgreich spielen willst, darfst du deine Buy-ins nicht nur abhängig davon auswählen, ob du dir diese Stakes leisten kannst. Du solltest auch dein eigenes Skill-Level im Vergleich zu deinen Mitspielern beachten.
Je höher die Stakes, desto stärker werden die Gegner – insbesondere beim Onlinepoker. Auch auf mittleren oder hohen Stakes sind nicht alle Spieler Pokergenies. Aber ein deutlicher größerer Anteil deiner Gegner ist zumindest mit den Grundlagen vertraut, sodass du dir schwieriger einen Vorteil erarbeiten kannst.
Im Hinblick aufs Bankroll-Management geht es hierbei um deine Gewinnrate. Wenn deine Gewinnrate höher ist, hast du einen größeren Vorteil gegenüber dem Teilnehmerfeld. Dadurch hat die Varianz weniger Auswirkungen. Wenn du nur einen leichten Vorteil gegenüber den anderen Spielern hast, erlebst du eine höhere Varianz, denn die Situationen sind knapper.
Je geringer dein Vorteil, desto größer muss deine Bankroll sein, damit du das nötige Guthabenpolster hast. Dazu musst du ehrlich zu dir selbst sein. Am besten erfasst du auch deine Ergebnisse im Laufe der Zeit, um deine ungefähre Gewinnrate in deinen Spielen zu ermitteln.
Für neue Spieler gilt: Selbst wenn du dir eine größere Bankroll leisten kannst, solltest du bei Buy-ins erstmal tief stapeln. So kannst du das Wissen, die Erfahrung und das Selbstvertrauen sammeln, die du brauchst, um zu höheren Stakes aufzusteigen.
Dein durchschnittliches Buy-in zählt
Bei einer Strategie zum Bankroll-Management geht es darum, dass du deine Buy-ins an deinem verfügbaren Guthaben und deinem Können ausrichtest. Wenn du also eine $200 Bankroll hast und eine konservative Strategie für Multitisch-Turniere verfolgst, solltest du Events mit Buy-ins von um die $2 spielen.
Das bedeutet aber nicht, dass du dich genau an $2 Spiele halten musst. Du kannst die $2 auch als durchschnittliches Buy-in heranziehen und variieren, indem du sowohl günstigere als auch teurere Pokerspiele spielst.
Du kannst zum Beispiel eine Mischung aus $1, $2, $3 und $5 Spielen spielen, um dein durchschnittliches Buy-in bei ungefähr $2 zu halten. So kannst du zwischendurch Spiele mit höheren Stakes erleben und Erfahrung sammeln. Außerdem hast du so die Chance, Preisgelder zu gewinnen, die deiner Poker-Bankroll einen ordentlichen Schub verleihen.
Stakes aufsteigen
Es mag verlockend sein, auf höhere Buy-ins aufzusteigen – insbesondere, wenn du gerade in einem Turnier oder bei einer Aktion viel Geld gewonnen bzw. einen hohen Betrag eingezahlt hast. Du solltest aber vermeiden, sofort zu höheren Stakes zu wechseln. Poker ist kein Spiel, um schnell reich zu werden. Professionelle Pokerspieler haben Tausende von Stunden investiert, um dorthin zu gelangen.
Bevor du auf höheren Stakes spielst, solltest du dir die Aspekte des Bankroll-Managements, die wir bisher besprochen haben, noch mal verinnerlichen:
- Deine Poker-Bankroll muss groß genug sein, damit du langfristig dabei bleiben kannst.
- Du brauchst das nötige Können und Selbstvertrauen, um auf höherem Niveau mitzuspielen.
Wenn es um Pokerskills und Selbstvertrauen geht, weißt du selbst am besten, wann du bereit bist. Als Faustregel gilt, dass du auf deinen aktuellen Stakes richtig abräumen solltest, bevor du den Sprung zu höheren Buy-ins wagst. Dann kannst du mal reinschnuppern und schauen, wie du zurechtkommst.
Wenn du in deinen Spielen zuletzt ordentlich abkassiert hast, sollte auch deine Bankroll angewachsen sein, damit du das nötige Guthaben hast, um aufzusteigen. Nutz dann die gleiche Formel zum Bankroll-Management, um zu ermitteln, ob dein Guthaben das neue Buy-in-Level unterstützt.
Mal angenommen, du beginnst mit einer Bankroll von $200 und spielst $2 Spiele. Jetzt überlegst du, ob du zu $5 Spielen aufsteigen willst. Um die gleiche konservative Strategie zum Bankroll-Management zu verfolgen, brauchst du dafür eine Bankroll von rund $500.
Der Moment, in dem du selbstbewusst ein Stake-Level aufsteigen kannst, zählt du den schönsten Aspekten von Bankroll-Management. Nun erntest du die Früchte deiner harten Arbeit!

Auf gut Glück wagen
Wenn du normalerweise auf niedrigen Stakes spielst, hast du vielleicht manchmal Lust, dich in einem High Stakes-Spiel zu versuchen oder um Preisgelder zu spielen, die dein Leben verändern könnten – so wie einmal das Sunday Million oder ein WCOOP-Event zu spielen.
Das kannst du dir erlauben, während du dich trotzdem an dein durchschnittliches Buy-in hältst. Spiele einfach mehr Spiele, die deinem durchschnittlichen Buy-in entsprechen oder darunter liegen und gönn dir ab und zu ein Spiel mit höheren Stakes. Die andere Option ist, Satellites zu spielen, die ungefähr so viel kosten wie dein durchschnittliches Buy-in.
Es spricht nichts dagegen, einen Versuch zu wagen, solange du dein vernünftiges Bankroll-Management damit nicht über Bord wirfst.
Auf ein niedrigeres Stake-Level wechseln
Am anderen Ende des Spektrums gehört zum Bankroll-Management auch, dass du weißt, wann du in den Stakes absteigen solltest. Das macht kein Pokerspieler gern, aber es könnte durchaus deine Pokerkarriere retten.
Dein Poker-Bankroll-Management soll dafür sorgen, dass du immer genug Buy-ins hast, um auf deinem Stake-Niveau langfristig und nachhaltig im Spiel zu bleiben. Aber manchmal kann die Varianz gnadenlos sein und anfangen, deine Bankroll aufzuzehren. Das nennt man eine schlechte Phase oder einen „Downswing“: wenn du eine Weile deutlich unter deiner erwarteten Gewinnrate bleibst.
Wenn dich ein übler Downswing erwischt, hast du nicht mehr die 30 Buy-ins, um Online-Cashgames zu spielen – oder die 50 bis 100 Buy-ins, um MTT zu spielen. In dem Fall solltest du einen Gang runterschalten und niedrigere durchschnittliche Buy-ins wählen, die deiner aktuellen Bankroll entsprechen.
Mal angenommen, du beginnst mit einer $200 Bankroll, aber hast die Hälfte davon verloren, sodass dir noch $100 bleiben. Du könntest natürlich bei deinem durchschnittlichen Buy-in von $2 bleiben, aber wenn es so weitergeht, sitzt du bald auf dem Trockenen.
Du wechselst also auf einen Durchschnittswert von $1,50, sodass deine Bankroll 75 Buy-ins umfasst. Wenn du noch mehr verlierst, kannst du auch auf $1 Buy-ins absteigen.
Es fühlt sich natürlich nie gut an, zu niedrigeren Stakes zurückzuwechseln. Es ist aber (hoffentlich) nur eine vorübergehende Maßnahme, damit dir nicht das Geld ausgeht. So verschaffst du dir etwas Luft zum Atmen, bis du deinen Downsing hinter dir hast. Sobald deine Bankroll angewachsen ist, kannst du dich wieder höheren Stakes zuwenden.
Die goldene Regel lautet: Spiele keine höheren Stakes, als deine Bankroll zulässt. Wenn das bedeutet, zwischenzeitlich auf niedrigere Stakes zu wechseln, bricht dir damit kein Zacken aus der Krone.
Kann ich eine Bankroll von Null aufbauen?
Um Bankroll-Management zu betreiben, brauchst du Guthaben, mit dem du Echtgeldspiele spielen kannst. Viele erfolgreiche Spieler haben aber mal klein angefangen. Das ist die empfohlene Strategie für Pokereinsteiger.
Du kannst durchaus Echtgeldspiele spielen, ohne Geld einzuzahlen. Freeroll-Turniere sind völlig kostenlos, bieten aber echte Geldpreise. Wenn du ein Freeroll gewinnst, hast du zumindest eine Grundlage für Echtgeldspiele auf sehr niedrigen Stakes.
Das Problem ist, dass reguläre Freerolls erwartungsgemäß riesige Teilnehmerzahlen anlocken. Und Aktions-Freerolls finden nur hin und wieder statt. Du brauchst also eine Menge Geduld, wenn du deine Bankroll mit Freerolls aufbauen willst.
Bankroll-Management und Tilt
In diesem Artikel haben wir uns mit den finanziellen Aspekten von Poker-Bankroll-Management befasst. Wir sind insbesondere darauf eingegangen, dass du ein separates Pokerguthaben brauchst, und welche Spiele du wählen solltest, damit dir nicht das Geld ausgeht – und damit du die höchsten Chancen hast, in den Stakes aufzusteigen.
Neben den finanziellen Gesichtspunkten hat Bankroll-Management aber auch ein psychologisches Element. Es sorgt dafür, dass das Ergebnis einzelner Spiele oder Hände weniger schwerwiegend ist, und mindert den Frust, wenn du einen großen Pot verloren hast.
Angenommen du spielst ein $10 Spiel und hast eine Bankroll von $100. Wenn du dieses Spiel verlierst, ist ein beträchtlicher Teil deines Guthabens weg. Wenn dich ein Bad Beat erwischt oder du kurz vor den Geldrängen rausfliegst, tut das richtig weh.
Jetzt stell dir vor, du spielst das gleiche $10 Spiel, hast aber eine Poker-Bankroll von $1.000. Diesmal kostet es dich nur einen winzigen Teil deines Guthabens, wenn du das Spiel verlierst. Insofern tut diese Niederlage auch nicht so weh.
Eine solide Strategie zum Bankroll-Management hilft dir also auch, seltener oder weniger drastisch Tilt zu erleben. So verringerst du das Risiko, dass du beim Spielen frustriert wirst und deinen Vorteil einbüßt.
