Saturday, 13th June 2026 02:02
Home / News / Sam Graftons Tipps für den Weg durch die Stakes

Bevor er gesponserter Profi wurde, bevor er regelmäßig bei Super High Roller-Turnieren spielte und bevor er 5,5 Millionen Dollar bei Pokerturnieren mit 200.000 Dollar Buy-in gewann, war Sam Grafton ein ganz normaler Low-Stakes-Grinder.

Also jemand genau wie du und ich.

Aber wie viele andere, die mit dem Pokern anfangen und sich in das Spiel verlieben, wusste auch Grafton, dass er sich allmählich hocharbeiten wollte. Freizeitspieler versuchen immer wieder, Profi zu werden, aber es gibt keine Statistiken, die belegen, wie viele es tatsächlich schaffen.

Es mag verlockend sein zu sagen, dass Grafton nur einer der Glücklichen war – aber wir alle wissen, dass Glück beim Poker nur kurzfristig eine Rolle spielt. Letztlich kann man nur durch Können und harte Arbeit über einen längeren Zeitraum erfolgreich sein.

Kurz vor Beginn eines $10.000-Buy-in-Turniers in London haben wir Grafton nach seinen besten Tipps für eine Karriere beim Poker gefragt. Schließlich ist es noch gar nicht so lange her, dass Grafton in Londoner Pokerclubs Turniere mit einem Buy-in von fünf Pfund gespielt hat – also war er genau der richtige Mann, um diese Frage zu beantworten.

Wenn du ernsthaft vorhast, beim Poker in den Stakes aufzusteigen, findest du hier einige unschätzbare Ratschläge.

Gute Spielauswahl ist ein Muss

Du solltest dir immer Gedanken über die Art von Spielen machen, die du spielen willst. Wenn du aufsteigen willst, solltest du dich am besten bei den Satellites umsehen. Finde gute Satellites. Satellite-Turniere bieten dir die Möglichkeit, im Rahmen deiner Bankroll zu spielen. Außerdem sammelst du hier die Erfahrung für das Spiel um höhere Einsätze – Erfahrung, die du brauchst, wenn du dich für ein großes Live-Turnier qualifizierst.

Sam Grafton

Wenn du dich an ein Turnier mit höheren Buy-ins wagst, als du normalerweise spielst, solltest du obendrein darauf achten, dass es eines der besten Turniere für dieses Buy-in ist.

Mit anderen Worten: Wenn du dein erstes €100-Turnier spielen willst, sollte es das Sunday Million sein. Das ist das Turnier mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis. Es hat die meisten Freizeitspieler und damit das softeste Teilnehmerfeld. Und wenn du dein erstes €500-Turnier spielen willst, empfehle ich das Bounty Builder sein. Das ist das größte Turnier dieser Art und bietet die stressfreieste Erfahrung auf diesem Niveau.

Ähnliches gilt, wenn du in Cashgames aufsteigst. Achte darauf, dass du einen guten Tisch auswählst, und stürze dich nicht einfach in ein zufälliges Spiel. Eine gute Spielauswahl ist einfach ein Muss.

Bleibe im Rahmen deiner Möglichkeiten und setz deine Bankroll nicht aufs Spiel

Einer der wichtigsten Tipps, der für jedes Pokerlevel gilt, lautet: Setz nie zu viel von deiner Bankroll aufs Spiel.

Für die meisten Profis sind das normalerweise nicht mehr als 1% oder 0,5% ihres Nettovermögens. Aber das Gleiche gilt auch für Spieler, die niedrig anfangen und versuchen, aufzusteigen. Du solltest bei jedem Turnier, das du spielst, eine Bankroll von rund 100 Buy-ins haben. Wenn du also €22-Turniere spielst, solltest du €$2.200 haben. Ich denke, das ist vernünftig.

Selbst wenn ich jetzt mit 2.200 Euro anfangen würde, würde ich nicht losgehen und Turniere mit 100 Euro Buy-in spielen. Ich würde stattdessen €22-Turnieren spielen und hätte dadurch viel mehr – und viel bessere – Chancen.

Frag dich, was du vom Pokern willst

Es ist sehr wichtig, dass du deine Leistungen auf den verschiedenen Buy-in-Stufen im Auge behältst. Du musst wissen, ob du tatsächlich gewinnbringendes Poker spielst. Das ist nützlich, wenn du versuchst, das Spiel ernster zu nehmen.

Führe Buch, damit du sehen kannst, mit welchen Buy-ins du gewinnst und wie viel. Manche Leute benutzen dafür Poker Tracker, andere arbeiten mit SharkScope. Wieder andere machen es auf die altmodische Art, mit einem Stift und einem Block. Aber egal was du bevorzugst: Damit kannst du dir selbst oder deinen Freunden und deiner Familie zeigen, dass Poker ein Hobby ist, was sich selbst trägt – oder dass es mehr ist als nur das.

Sei ehrlich, was deine Fähigkeiten angeht

Eine realistische Einschätzung deiner eigenen Fähigkeiten ist absolut entscheidend. Außerdem solltest du dir im Klaren sein, was du mit dem Pokern erreichen willst. Spielst du Poker nur zum Vergnügen, und kannst du es dir leisten, gelegentlich zu verlieren? Dann ist es nicht verkehrt, auf einem höheren Level einen Versuch zu wagen. Du könntest dann z.B. bei einem €1.000 Turnier der EUREKA oder EPT mitspielen. Wenn du so deinen Urlaub verbringen möchtest, und wenn du dir das leisten kannst, dann ist das deine Sache und absolut in Ordnung.

Aber wenn du langfristig pokern willst und Pokern profitabel sein soll, musst du unbedingt realistisch einschätzen, wie gut du im Vergleich zu anderen bist.

Ich hatte definitiv meine Zweifel, als ich mein erstes $10.000 Buy-in-Turnier spielte. Ich hatte auch Zweifel, als ich bei meinem ersten $50.000 Buy-in-Turnier an den Tisch ging. Das ist etwas, das du auf allen Ebenen erleben wirst. Alle Spielerinnen und Spieler, egal wie erfahren sie sind, werden irgendwann in Schwierigkeiten geraten, wenn sie eine falsche Vorstellung davon haben, wie gut sie spielen, und wenn sie nicht ehrlich zu sich selbst sind.

Es ist besser, wenn du die Situation realistisch einschätzt. Das heißt aber nicht, dass du nicht auch etwas zum Spaß machen solltest, wenn du etwas zum Spaß machen willst.

Bau dir eine Community auf

Wenn du ernsthaft einen Versuch bei einem großen Turnier wagen willst, könntest du darüber nachdenken, ein wenig von deiner Action an andere Spieler oder an Freunde zu verkaufen. Das gilt vor allem, wenn du in ein Live-Pokerturnier einsteigen willst. Dann kannst du darüber nachdenken, Action zu verkaufen oder zu tauschen.

Sam Grafton und Parker Talbot

Mit anderen Anteile am eigenen Buy-in (und Risiko) zu tauschen, ist eine wirklich gute Möglichkeit, die Varianz zu verringern und Beziehungen und Freundschaften aufzubauen. Ich mache so etwas inzwischen recht häufig – aber das kommt erst mit der Zeit. Einem Anfänger würde ich nie raten, mit dem „Swapping“ anzufangen. Er hat wahrscheinlich nicht die Community oder die Fähigkeiten, um zu wissen, ob jemand so gut ist wie er selbst und ob es ein guter Tausch ist.

Aber während du in den Leveln aufsteigst, wirst du sicher eine Gemeinschaft von Leuten finden. Leute, denen du Action verkaufen oder mit denen du Action tauschen kannst.

Hab Vertrauen in dein Spiel

Um das Ganze einmal etwas positiver zu sehen: Ich glaube, dass du ruhig Vertrauen in dich haben kannst, wenn du in den Stakes aufsteigst.

Ich habe früher oft gedacht, dass die Leute über mir etwas wissen müssen, was ich nicht weiß – irgendeine besondere Form von Magie. Aber letztlich sind es immer noch zwei Karten gegen zwei Karten. Du hast Zugang zu denselben Hilfsmitteln wie sie – und Hilfsmittel gibt es heutzutage jede Menge.

Natürlich kannst du Leuten, die um höhere Einsätze spielen, ruhig mit Respekt begegnen – aber lass dich nicht einschüchtern. Du wirst Hände gegen Spieler:innen gewinnen, die besser sind als du, und du wirst Hände gegen Spieler:innen verlieren, die schlechter sind.

Wenn du das Spiel ernst nimmst und versuchst, zu gewinnen, bist du einem Teil des Feldes bereits voraus. Wenn du diesen Blog liest und ehrlich darüber nachdenkst, wie du beim Poker gewinnen kannst, hast du einem gewissen Prozentsatz des Feldes bereits etwas voraus.

Hab keine Angst davor, in den Leveln abzusteigen

Hast du das Gefühl, dass du einen Downswing erlebst? Dass entweder das Geld, das du für deine Freizeit zur Seite gelegt hast, oder die Bankroll, mit der du dein Hobby zum Selbstversorger machst, bald aufgebraucht sind? Oder geht die Bankroll, die du als Profi an die Tische bringst, bald dem Ende entgegen? In all diesen Fällen solltest du in den Leveln absteigen.

Beim Pokern erlebt man immer wieder Tiefs. Und wenn du das Gefühl hast, dass deine Bankroll für das Niveau, auf dem du gerade spielst, nicht groß genug ist, solltest du einfach wieder um niedrigere Stakes spielen.

Es wird sowohl Tiefs als auch Hochs geben

Manchmal kann es sogar schön sein, auf einem niedrigeren Level zu spielen und sich daran zu erinnern, wie weit man auf seiner Pokerreise gekommen ist. Es kann sein, dass du spielst und denkst: „Dieses Turnier war früher wirklich schwierig. Aber jetzt fühle ich mich eigentlich ganz wohl.“ Vielleicht ist dein nächster Gedanke, dass diese Einsätze jetzt in Ordnung sind.

Das ist etwas, was ich selbst auch immer wieder mache: Ich gehe ein paar Schritte nach unten und erinnere mich daran, dass es ein angenehmes Spiel ist. Das nimmt mir den Druck. Wenn du Geldsorgen hast oder dir Sorgen um deine Position im Poker-Ökosystem machst, kann es für dein Spiel sehr erfrischend sein, einen Schritt zurückzutreten. Dann spielst du gegen Leute, die du bereits kennst. Und du spielst um Einsätze, von denen du weißt, dass du dabei schon ordentlich Gewinn gemacht hat. Das kann eine wirklich gute Sache sein.

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Spiele verantwortungsbewusst! Für weitere Informationen zum verantwortungsbewussten Spielen besuche unsere Webseite: https://www.pokerstars.de/about/responsible-gaming/#over18

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