Thomas Eychennes Verteidigung seines EPT Main Event-Titels hatte am Sonntag in Barcelona einen schleppenden Start, das allerdings aus dem bestmöglichen Grund. Der Franzose konnte sich erst spät am Tag 1B des Main Events an die Tische setzen – aber nur, weil er zu sehr damit beschäftigt war, das €2.700 PokerStars Open High Roller zu gewinnen, das am selben Tag zu Ende ging.
Eychennes Sieg in einem Feld von 1.551 Teilnahmenn brachte ihm €589.395 ein. Am Ende des Tages hatte er noch Zeit, beim EPT Main Event einzusteigen, um an seinen Erfolg des Vorjahres anzuknüpfen, als er mit 1,2 Millionen Euro den (bisher) größten Gewinn seiner Karriere einfuhr.
Eychenne besiegte seinen Landsmann Virgile Turchi bereits nach nur einer Hand im Heads-up und sicherte sich damit seinen neuesten Riesengewinn: Seine Pocket-Damen hielten auf einem Board mit einer Zehn als höchster Karte gegen Turchis 10♦9♥. Turchi nahm für Platz zwei €371.000 mit vom Tisch, den höchsten Gewinn seiner Karriere.
Das französische Duo war allein übrig geblieben, nachdem Marwan Salamoun als Vierter ausgeschieden war und Lars Tungel den dritten Platz belegte. Der ehemalige EPT Zypern-Champion Gilles Simon schaffte es ebenfalls ins Finale und landete auf dem sechsten Platz.
Thomas Eychenne im Konfettiregen
Pokerheimat Barcelona
„Wahnsinn, ich bin total überwältigt“, sagte Eychenne, als er beim Siegerinterview gefragt wurde, wie er sich fühle. „Und sehr dankbar. Das Ganze lässt sich schwer beschreiben. Einfach unglaublich.“
Eychenne verwies auf seine offensichtliche Verbundenheit mit diesem Ort und sagte zu Nick Walsh von PokerStars: „Ich habe es schon vor meinem EPT-Sieg gesagt: Barcelona war schon damals eine meiner Lieblingsstationen der Tour. Und nach diesen beiden Siegen – den einzigen Trophäen meiner Karriere – ist es definitiv meine beste Pokerheimat.“
Er erzählte, er habe vor seiner Ankunft in Barcelona einen Urlaub in Frankreich genossen, um „völlig ausgeruht mein bestes Poker zu zeigen“. Er fuhr fort: „Natürlich muss man mit Varianz rechnen, schließlich sind die Teilnehmerfelder riesig. Eigentlich hätte ich sowohl bei der EPT als auch bei diesem Turnier ein paar mal ausscheiden können … [Aber] ich glaube, ich habe gut gespielt und mich gut gefühlt.“
Nach Fotos und Formalitäten konnte Eychenne dann ins Main Event einsteigen und mit seiner Titelverteidigung beginnen. „Ich wünschte, ich könnte vom ersten Level an starten, aber ich nehme es so, wie es ist“, sagte er.
€2.700 PokerStars Open High Roller – Ergebnisse am Finaltisch
Termin: 21.–23. August 2026
Teilnahmen: 1.551 (inkl. 632 Re-Entries)
Preispool: €3.761.175
Platz 1: Thomas Eychenne – Frankreich – €589.395
Platz 2: Virgile Turchi – Frankreich – €371.000
Platz 3: Lars Tungel – Schweden – €265.440
Platz 4: Marwan Salamoun – Libanon – €204.120
Platz 5: Christian Kaufmann – Schweiz – €156.700
Platz 6: Gilles Simon – Niederlande – €120.040
Platz 7: Hak-Hyun Lee – Schweden – €92.540
Platz 8: David Djian – Frankreich – €70.400
Ladva beständig brilliant – Sipila gewnnt PLO High Roller
Anderenorts in Barcelona setzte Ottomar Ladva am Sonntag seinen Aufstieg als gefürchteter High Roller-Spezialist fort. Der Este gewann das €50.000 Super High Roller „Second Chance“ und setzte sich dabei in einem Feld von 28 Teilnehmer:innen durch. Ladva stand im Heads-up dem Online-Megastar Niklas Astedt gegenüber, und die beiden einigten sich auf einen Deal, bei dem Astedt dank seines größeren Stacks den Löwenanteil von €522.840 Preisgeld erhielt.
Dafür holte sich Ladva letztlich den Pokal – und satte €437.600 Preisgeld.
Das ehemalige Schach-Wunderkind setzte damit seine außergewöhnliche Erfolgsserie bei den PokerStars-Events der letzten Jahre fort. Das gilt vor allem für die EPT Barcelona: 2023 gewann Ladva sein erstes €25.000 Buy-in-Turnier in Barcelona und belegte in einem weiteren den fünften Platz. Und 2024 schlug er bei einem weiteren €25.000-Event wieder zu, ebenfalls mit Platz fünf.
Ottomar Ladva hat eine dreijährige Siegesserie hingelegt
Letztes Jahr in Barcelona belegte er bei Turnieren mit Buy-ins von über €20.000 den dritten, vierten und sechsten Platz und gewann anschließend im November bei den BSOP Millions Super High Roller-Events in São Paulo ein Event und erreichte bei zwei weiteren den Finaltisch.
Im Februar 2026 gewann Ladva das EPT Super High Roller in Paris, und bei der aktuellen EPT Barcelona war er bereits zweimal Zweiter bei Turnieren mit einem Buy-in von über €20.000. Mit anderen Worten: Er ist seit drei Jahren in einer Form, die andere Spieler:innen gern über ein Jahr lang halten würden.
Finnland dominiert das PLO High Roller
Unterdessen gewann der finnische PLO-Spezialist Samuli Sipila das €25.000 PLO High Roller. Der Vier-Karten-Experte schlug im Finale des mit 34 Teilnahmen besetzten Felds Lautaro Guerra (Platz zwei) und Laszlo „OMAHA4ROLLZ“ Bujtas (Platz vier) sowie seine finnischen Landsleute Sampo Ryynanen und Lauri Saaskilahti, die den dritten bzw. fünften Platz belegten.
Sipila erhielt für seinen Sieg €309.340.
Die Ergebnisse aller EPT Barcelona-Events findet ihr hier (in englischer Sprache).
Und hier geht zur Berichterstattung über die EPT Barcelona 2026.
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