Der neue Champion der European Poker Tour (EPT) heißt Tomasz Brzezinski. Der auf Malta ansässige Pole setzte sich beim EPT Malta Main Event gegen 897 Teilnehmer:innen durch und erzielte mit €631.632 das beste Ergebnis seiner Karriere.
Das gelang ihm erst, nachdem er eines der verrücktesten Heads-up-Duelle überstanden hatte, das die Tour je gesehen hat. Sein letzter Gegner, Mykhailo Ostash, verdoppelte seinen Stack nicht weniger als elf Mal, um im Spiel zu bleiben. Brzezinski brachte seinen ukrainischen Gegner immer wieder an den Rand des Ausscheidens, aber Ostash hielt sich immer wieder im Spiel.
Für Tomasz Brzezinski ist 2025 bisher einfach unglaublich verlaufen. Nur ein paar Wochen, nachdem er beim EPT Barcelona Main Event Platz vier belegt hatte, hat der 37-jährige Pole seinen Traum auf heimischem Boden in Malta verwirklicht und das PokerStars European Poker Tour Malta €5.300 Main Event 2025 im Casino Malta gewonnen.
Brzezinski, der seit zehn Jahren in Malta lebt und in der Sportwettenbranche arbeitet, setzte sich gegen die Rekordzahl von 898 Teilnehmer:innen durch und besiegte den ukrainischen Debütanten Mykhailo Ostash in einem spannenden Heads-up, um sich nach einem Deal den Pokal und €631.632 aus dem Preispool von €4.355.300 zu sichern.
€5.300 Main Event – Ergebnisse am Finaltisch
1 – Tomasz Brzezinski – Polen – €631.632*
2 – Mykhailo Ostash – Ukraine – €603.058*
3 – Adria Calonge – Spanien – €339.000
4 – Aliaksei Boika – Weißrussland – €260.750
5 – Tom-Aksel Bedell – Norwegen – €200.550
6 – Toni Kaukua – Finnland – €154.250
7 – Ben Heath – Vereinigtes Königreich – €118.650
8 – Juan Pardo – Spanien – €91.250
9 – Joao Tomas – Portugal – €70.250
*nach Heads-up-Deal
EPT Malta – Final Table
Der Sieger im Interview
Er ist außerdem der elfte Spieler in der Geschichte der EPT, der es zweimal hintereinander an den Finaltisch eines Main Events geschafft hat. Sein Sieg ist ein wahrer Meilenstein in seiner Poker-Karriere.
„Es war verrückt”, sagte Brzezinski im Sieger-Interview. „Irgendwann dachte ich, dass mir der Sieg vielleicht doch noch entgleiten würde. Ich bin nicht der Glücklichste im Heads-up. Ich war schon sechs oder sieben Mal Zweiter bei großen Turnieren. Also spielte bei mir im Hinterkopf die verrückte Idee mit, dass ich vielleicht verflucht könnte. Vor allem, nachdem ich so viele Flips hintereinander verloren hatte und zusehen musste, wie sich die Stacks wieder ausglichen. Aber am Ende lief es zu meinen Gunsten, und jetzt bin ich einfach nur glücklich.“
Trotz seiner aktuellen Erfolgsserie ist Poker für den polnischen Champion eher ein Hobby als ein Vollzeitberuf.
„Ich habe vor Jahren richtig viel Poker gespielt“, sagte er. „Dann stand ich vor der Entscheidung, weiter Poker zu spielen oder einen regulären Job anzufangen. Ich habe mich für den sicheren Weg entschieden, aber nebenbei immer weitergespielt. Manchmal macht mir Live-Poker viel mehr Spaß als meine eigentliche Arbeit“, lachte er. „Ich habe viele Freunde, die großartige Spieler sind. Ich habe immer versucht, wie ein Schwamm zu sein, von ihnen zu lernen und Situationen zu analysieren. Und heute hat es sich ausgezahlt.“
Boika verpasst Titelverteidigung
Tom-Aksel Bedell war an den Tagen 3 und 4 Chipleader gewesen, aber am Tag 5 ging er als Short Stack an den fünfköpfigen Finaltisch. Trotz einer kurzen Aufholjagd zu Beginn schied der norwegische Geschäftsmann und High Roller als Erster aus. In der ersten Hand nach der Eröffnungspause ging Bedell mit einem Paar Zweien All-in, konnte aber Ostashs Pocket-Dreien nicht schlagen.
Aliaksei Boika
Aliaksei Boika wollte Geschichte schreiben, als erst fünfter Spieler (oder Spielerin) zwei EPT Main Event-Titel gewinnen und seinen vor neun Jahren in Malta errungenen Titel verteidigen. Nur Victoria Coren-Mitchell, Mikalai Pobal, Mike Watson und Anton „WhatIfGod” Bergstrom (mit zwei Online-EPT-Siegen) hatten dies zuvor geschafft.
Boikas Lauf endete jedoch auf dem vierten Platz. Er machte mit nur einem Ass als höchster Karte einen genialen Hero-Call, der ihn kurzzeitig einige Chips bescherte, aber der Schwung hielt nicht lange an. In seiner letzten Hand wurden Boikas Könige von Ostashs Pocket-Fives geschlagen, weil der Ukrainer ein Set floppte und mit einem All-in auf dem dem River seinen Gewinn maximierte.
Spiel zu dritt
Mit nur noch drei Spielern am Tisch schoss Brzezinski an die Spitze der Chip-Rangliste, indem er einen Bluff aufdeckte, mit Quads bezahlt wurde und mit einem Runner-Runner ein Full House gegen Ostashs Flush auf dem Flop traf. Adria Calonge konnte sich gegen solche Blätter nicht verbessern. Er schied als Dritter aus, nachdem sein König-Fünf gegen Brzezinskis Pocket-Zehnen nicht ausreichte.
Das (verrückte) Heads-up
Kurz nach Beginn des Duells um den Titel waren die Stacks fast ausgeglichen, sodass die Finalisten sich auf eine gleichmäßige Aufteilung des verbleibenden Preispools einigten. Sie schüttelten sich die Hände und sicherten sich jeweils €603.098, sodass letztlich um €28.534 und die EPT-Trophäe gespielt wurde.
Mykhailo Ostash
Brzezinski ging im Heads-up aggressiv vor, aber Ostash erwies sich als fast unbesiegbar. Der Ukrainer schaffte eine Reihe unglaublicher Rettungsaktionen: Zuerst gewann er einen Flip mit König-Bube gegen ein Paar Zehnen, dann traf er mit Dame-Zehn einen Drilling und schlug damit Ass-Acht. Anschließen überlebte er erneut mit Pocket-Vieren gegen Zehn-Neun, bevor er cool einen River-Bluff callte und sich weiter im Rennen hielt.
Die Chipstacks waren nun größten Schwüngen ausgesetzt. Ostash ging sogar zwischenzeitlich in Führung, aber Brzezinski konterte mit einem Runner-Runner-Flush, der ihm einen 5-Millionen-Call am River einbrachte und ihm einen komfortablen 2:1-Vorsprung verschaffte. Aber Ostash gab nicht auf und verdoppelte zum fünften Mal mit einem eigenen Flush.
Poker ums Überleben
Von da an wurde es zu einem Poker ums nackte Überleben – aber auf höchstem Niveau. Ostash hielt sich mit einem sechsten, siebten, achten und neunten Double-up, von denen jedes unwahrscheinlicher war als das vorherige. Als Brzezinski schließlich All-in ging und seinerseits in Gefahr war, hielten seine Pocket-Achten gegen Ass-Bube stand – und ließen Ostash fast ohne Chancen dastehen. Aber der Ukrainer war noch nicht fertig. Eine Katze hat ja angebliche neun Leben – aber Ostash übertraf das locker. Er gewann mit König-Dame einen weiteren Flip, und schaffte sogar ein elftes Double-Up, was ihm kurzzeitig die Führung einbrachte.
Tomasz Brzezinski
Der Wunderlauf konnte jedoch nicht ewig dauern. Irgendwann schlug Brzezinskis Ass-Bube Ostashs Ass-Zehn und ließ ihm nur noch einen Big Blind. Bei Ostashs zwölftem All-in – dem vierzehnten des Heads-up-Matches – war das Comeback des Ukrainers endgültig zu Ende. Brzezinski holte sich die letzten Chips und besiegelte damit eines der chaotischsten Finales in der Geschichte der EPT.
EPT Malta 2025
Den offiziellen PokerStars Blog mit allen Informationen über die EPT Malta findest du hier.
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