Tuesday, 5th March 2024 07:35
Home / Toby Stone über die Technologie, die das PokerStars-Erlebnis verbessert

Das tadellose Turniermanagement der European Poker Tour (EPT) kommt nicht von ungefähr. Aber auch wenn das Turnierteam aus erfahrenen Fachleuten besteht und die Technologie immer besser wird, bleiben die Entwicklungen in diesem Bereich nie stehen. Die Turnierverantwortlichen hören sich die Probleme der Spieler:innen an, nehmen Änderungen vor und kümmern sich um alle Fragen, die auftauchen könnten.

Das Ziel ist immer dasselbe: Alles soll so reibungslos und fair wie möglich ablaufen, damit die Spieler:innen das Spielen bei EPT mehr genießen können als anderswo.

EPT-Turnierdirektor im Interview

Toby Stone, seit 2011 EPT-Turnierdirektor, nahm sich diese Woche etwas Zeit, um einige der jüngsten Änderungen an bestehenden Prozessen zu erläutern. Wie immer hat Stone seine Argumente transparent dargelegt und offen über aktuelle Probleme gesprochen.

In diesem Teil des Interviews gibt Stone einen Einblick in einige der jüngsten technologischen Verbesserungen, die das PokerStars Live Events-Team eingeführt hat.

Viele davon betreffen die Turnierverwaltungs-Software kHold’em – ein Programm, das von Nick O’Hara entwickelt wurde, einem der bekanntesten Pokerturnier-Mitarbeiter Europas, der auch für PokerStars Live-Events zuständig ist. kHold’em wurde von PokerStars weiterentwickelt und ergänzt die PokerStars Live-App, die zahlreiche praktische Funktionen für die Spieler:innen auf den Touren bietet.

Im Folgenden findet ihr eine bearbeitete Version des Interviews.

Spieler busten ist jetzt einfacher

Toby Stone berichtet:

Die wichtigste Neuerung ist, dass wir Spieler:innen jetzt direkt am Tisch busten können.

Früher mussten wir jemanden von einem Platz zum anderen bringen, wenn er oder sie aus dem Turnier flog – das heißt, wenn ein Spieler gebustet wurde, mussten wir ihn vom Tisch begleiten und gemeinsam mit ihm sein Auszahlungsticket zu holen.

Der Senior Floor Manager hält sich zwar immer so nah wie möglich im Zentrum des Turniers auf, aber wenn ein Spieler an einem weiter entfernten Tisch ein paar Sekunden vor einem Spieler an einem näher gelegenen Tisch aus dem Turnier flog, war nicht immer unbedingt klar, wer zuerst gebustet wurde.

Jetzt hat der Dealer ein Tablet auf dem Tisch und bustet den Spieler sofort. Damit wissen wir, dass die Zeitläufe zu 100 Prozent korrekt sind. Früher hätte es so sein können, dass ein Spieler sich etwas Zeit ließ, um seine Sachen zusammenzusuchen, und dass währenddessen jemand anderes ein paar Sekunden nach ihm aus dem Turnier ausschied und noch vor dem ersten Spieler bei einem der Turniermitarbeiter gelandet wäre.

Das wäre zwar höchst unwahrscheinlich gewesen, weil wir das Turnier immer genau überwacht haben. Aber technisch gesehen hätte der Spieler, der sich Zeit gelassen hat, mehr Geld bekommen können, wenn es einen Gewinnsprung gegeben hätte. Selbst 10 Sekunden oder 25 Sekunden hätten sich auf die Auszahlungen auswirken können.

Aber inzwischen kann so etwas einfach nicht mehr passieren. Die Zeitabläufe stimmen genau und wir wissen, dass die Reihenfolge damit auch genau stimmt.

Mehr und genauere Chipcounts

Das ist wirklich eine fantastische Neuerung. Die Tablets am Tisch sorgen dafür, dass die Dealer alle Spieler am Tisch sehen und sogar die Chipzahlen eingeben können. Die Daten werden in der App aktualisiert. Das bedeutet, dass die Leute, die das Spiel zu Hause verfolgen, die Anzahl der Chips sehen können und wissen, dass die Chipcounts regelmäßig und genau aktualisiert werden.

Wir machen das natürlich nicht nach jeder Hand – dafür haben die Dealer zu viel zu tun. Aber wir können in den Pausen einen visuellen Chipcount vornehmen, und damit können die Spieler:innen erstmals bei unseren Turnieren sehen, wo sie in der Gesamtwertung stehen.

Das ist ein Riesenfortschritt, von dem auch die Spieler:innen profitieren.

Ein weiterer Vorteil der App ist, dass man sein Turnierticket auf dem Handy haben kann. Man kann über die App einchecken und sich seinen Tisch und seinen Platz anzeigen lassen, so dass man nicht zur Anmeldung gehen muss. Man verlinkt einfach sein PS Live-Konto und erhält seine PS Live-Karte über die App.

In Zukunft könnte die Karte sogar mit dem eigenen PokerStars-Konto verknüpft werden.

Die PokerStars Live-App ist ein voller Erfolg

Wir hoffen, dass die Spieler:innen irgendwann in der Lage sein werden, ihren neuen Tisch und ihren neuen Sitzplatz zu sehen, nachdem ein Tisch aufgelöst wurde. Sie müssten dann nicht mehr den Floor-Mitarbeiter fragen, wo ihr Tisch und ihr Platz sind – das würde dann einfach in der App angezeigt.

Verbesserungen für alle

kHold’em ist kein PokerStars-Produkt, aber wir haben es in den letzten zwei Jahren stark weiterentwickelt – weil es viele der Dinge nicht konnte, die wir machen. Die Software ist genau das Richtige für einen kleinen lokalen Pokerraum, aber wir konnten damit zum Beispiel unsere Win-Your-Seat-Satellites nicht durchführen. Sie war auch nicht für Bounty– oder Mystery-Bounty-Turniere programmiert. Diese Probleme mussten gelöst werden, also haben wir kHold’em in den letzten zwei Jahren weiterentwickelt.

Heute kann man alle aktuellen Live-Informationen zu den Turnieren sehen. Die Uhrzeit, das Blindlevel. Den Turnierort. Die Turnierstruktur wird angezeigt, die Auszahlungen und alle Regeln des Turniers.

Aus organisatorischer Sicht ist die Auslosung der Plätze viel einfacher. So etwas ist für uns viel weniger zeitaufwändig und wir wissen, dass die Daten stimmen. Das bedeutet, dass wir nicht so viele Leute dafür einsetzen müssen. Früher war dafür viel mehr Zeit und Personal notwendig.

Vorteile für die Turniermitarbeiter

Das Beste an der ganzen Sache ist, dass der Floor Staff dadurch mehr Zeit für seine eigentliche Arbeit hat. Unsere Mitarbeiter haben jetzt Zeit, die Tische zu beobachten, den Spieler:innen zu helfen, wenn sie Plätze wechseln müssen, und auf ihre Bedürfnisse einzugehen.

Früher mussten sie ständig die Tische abräumen, Platzkarten auswählen und die Spieler:innen umverteilen. Heute sind sie viel entspannter. Das ist gut, denn jetzt können sie sich um die Spieler kümmern, die Dealer im Auge behalten und sicherstellen, dass sich alle an die Abläufe halten. Wenn ein Tisch aufgelöst wird, können sie sich darauf einstellen, dass die Spieler:innen zu ihnen kommen. Ich habe den Floor Staff angewiesen, immer einen Sitzplan auf dem Handy zu haben, damit sie den Spieler:innen sofort sagen können, wo sie hinmüssen.

Das erhöht unser Serviceniveau, rein durch die Verbesserung der Technologie.

Exporte und Berichte

Die App ermöglicht es uns auch, eine Menge Daten zu exportieren. Es gibt bestimmt 50 verschiedene Abfragen, die wir exportieren können Teilnehmerzahlen, Entries, Re-Entries und mehr.

Toby Stone im Zentrum des Sturms – bei der Bubble der EPT Barcelona

Sie kann uns auch einige Berichte liefern. Wenn du mir sagst, dass an diesem Turnier 500 Spieler:innen teilnehmen werden, weiß ich – nur weil ich es im Kopf habe – dass von diesen 500 Spieler:innen x Spieler:innen wieder einsteigen werden und dass x Spieler:innen gleichzeitig auf einem Platz sitzen werden.

Von den 500 werden wahrscheinlich 70 Prozent gleichzeitig auf einem Platz sein. Nehmen wir an, ich erwarte für ein Turnier 100 Teilnehmer. Ich weiß, dass sich zu einem bestimmten Zeitpunkt höchstens 70 Personen hinsetzen werden. Es werden nie mehr als 70 sein, also weiß ich genau, wie viele Tische ich brauche – nämlich höchstens acht Tische. So kann ich meine Dealerzahlen planen.

Ich weiß, dass diese sieben Tische nicht von Anfang an offen sein werden, sondern dass sie auf sieben anwachsen werden. Also brauche ich um 13:00 Uhr, sagen wir, vier Dealer. Um 13:30 Uhr sollte dann der nächste hinzukommen. Um 14:00 Uhr brauche ich den nächsten Dealer, und um 15:00 Uhr, wenn das Maximum erreicht ist, werde ich einen weiteren brauchen. Das sind meine sieben.

Das spart natürlich Arbeitsstunden. Im Moment mache ich das alles aus dem Kopf. Ich habe es schon eine Million Mal gemacht, also weiß ich es einfach. Dabei verlaufen verschiedene Turnierformen natürlich unterschiedlich. Hyper-Turbos sind anders, das Main Event ist anders, die High Rollers sind anders. All diese verschiedenen Turniere haben unterschiedliche Werte – ich weiß, ob es 70 Prozent oder 60 Prozent sind. Ich weiß, dass die Re-Entry-Rate bei dem einen Turnier bei x und bei dem anderen bei y liegt.

Aber das ist alles nur in meinem Kopf. Und selbst mir können Fehler unterlaufen. Ob du es glaubst oder nicht: Im Jahr 1973 habe ich tatsächlich einmal einen Fehler gemacht …

Kein Ersatz für Erfahrung

Inzwischen haben wir einige Berichtseinstellungen vorgenommen, so die Software uns Berichte ausspucken kann, die mir all diese Dinge mitteilen. Einerseits gefällt mir das, andererseits gefällt mir das nicht. Ich mag es, weil es genauer ist, auch wenn ich ziemlich nah dran bin. Aber ich will es nicht wirklich benutzen, weil ich all diese Informationen gerne in meinem Kopf habe. Ich will wissen, wie die Dinge funktionieren, ich habe es gelernt. Und ich muss wissen, wie die Dinge funktionieren, damit ich weiterhin einen guten Service bieten kann.

Es ist ein sehr gutes Werkzeug. Und ich werde es nutzen. Das bedeutet, dass ich zum Beispiel bei einem $1K-Event weiß, wie viele Tische wir eröffnen müssen, wie viele Tische wir maximal hatten, wann wir angefangen haben, Tische aufzulösen, wann wir das Preisgeld erreicht haben, wie viele Tische wir in Level 12, 13, 14, 15, 16 hatten. All das hilft bei der Planung. Ich werde diese Informationen auch weiterhin erhalten und darauf zurückgreifen können, aber ich werde mein eigenes Wissen dennoch weiter ausbauen.

Alles ändert sich – aber die Erfahrung bleibt

Im Laufe der Jahre haben sich die Blind-Strukturen verändert, und das hat die Grenzen ein wenig verschoben. Vor ein paar Jahren haben wir zum Beispiel bei Side-Events mit niedrigeren Buy-ins immer in Level 15 oder 16 das Preisgeld erreicht, aber jetzt erreichen wir die Preisgelder eher in Level 18 oder 19.

Bei einigen Veranstaltungen mit 20-Minuten-Levels sind es Level 20 oder 21. Wie ich schon sagte, hat sich das in den letzten Jahren geändert, weil wir unsere Strukturen verbessert haben. Das hat sich natürlich auch von damals bis heute in meinem Wissensstand verändert, und ich möchte nicht auf ein Stück Papier zurückgreifen müssen, um herauszufinden, wie die Dinge ablaufen.

Ich möchte sagen: „So funktioniert es. Lassen Sie mich nachsehen, um sicherzugehen.“ Ich habe ein Gefühl dafür, wie es funktioniert, und das möchte ich nicht verlieren. Das weiß ich einfach. Ich werde die Software als Referenz verwenden, aber ich werde sie nicht benutzen, um die Antwort zu finden. Stattdessen werde ich die Antwort im Kopf haben und sie nur noch einmal überprüfen.

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Spiele verantwortungsbewusst! Für weitere Informationen zum verantwortungsbewussten Spielen besuche unsere Webseite: https://www.pokerstars.de/about/responsible-gaming/#over18

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