Friday, 24th April 2026 08:15
Home / News / Thomas Eychennes Traum wird beim EPT Barcelona Main Event Wirklichkeit
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Seit er mit dem Pokern begann, lag Thomas Eychenne immer wieder einmal nachts wach und stellte sich vor, wie er auf einer großen Bühne stand, umgeben von hellen Strahlern und dem blendenden Blitzlicht der Kameras, und dabei einen großen Pokal in die Luft reckte. In den Jahren danach stand er häufig kurz vor der Verwirklichung dieses Traums, scheiterte aber immer wieder knapp. Dennoch gab er die Hoffnung nie auf, dass es eines Tages klappen würde.

Und diese Hoffnungen erfüllten sich am Sonntag, als der 35-jährige Franzose den Rumänen Sebastian Ionita im Heads-up besiegte und die Trophäe des PokerStars European Poker Tour Barcelona Main Events sowie €1.217.175* gewann. Damit erzielte er nicht nur den größten Erfolg seiner Karriere – und das gegen ein Feld von 2.045 Spieler:innen -, sondern auch seinen ersten Live-Turniersieg überhaupt.

EPT Barcelona €5.300 Main Event – Ergebnisse am Finaltisch

1 – Thomas Eychenne – Frankreich – €1.217.175 *
2 – Sebastian Ionita – Rumänien – €1.117.175 *
3 – Umberto Zaffagnini – Italien – €641.200
4 – Tomasz Brzezinski – Polen – €493.250
5 – Julian Pineda Lozano – Kolumbien – €379.350
6 – Anton Suarez – Schweden – €291.800
7 – Marc Foggin – Vereinigtes Königreich – €224.450
8 – Cesar Garcia – Spanien – €172.700

*nach Deal im Heads-up

Die Reaktion des Gewinners

„Es ist einfach ein unglaubliches Gefühl … mein erster Turniersieg. Als ich mich in ein Feld mit über 2.000 Spielern begab, habe ich natürlich nicht mit einem Sieg gerechnet. Solche Gefühle lassen sich schwer in Worte fassen. Eigentlich ist es unglaublich“, sagte Eychenne, umgeben von Konfetti, nachdem er die PokerStars Golden Shard-Trophäe in die Höhe gereckt hatte.

„Ich habe mir viele Jahre lang vorgestellt, wie es sein würde, wenn ich irgendwann einen Pokal gewinne.“

„Ich habe mir viele Jahre lang vorgestellt, wie es sein würde, wenn ich irgendwann einen Pokal gewinnen und ein Interview geben würde – so wie ich es jetzt gerade tue. Das hat mir sehr geholfen, denn ich wusste, dass es irgendwann passieren würde. Es war nur eine Frage der Zeit. Meine Arbeit hat sich heute ausgezahlt. Natürlich hatte ich viel Glück, aber es ist eine großartige Leistung.“

Thomas Eychenne

Der ewige Zweite?

Dabei hatte der Franzose sich schon lange vor der EPT Barcelona als einer der Top-Profis der High-Roller-Szene einen Namen gemacht. Unter anderem holte er in seiner bisherigen Pokerkarriere über 2,7 Millionen Dollar an Live-Gewinnen, unter anderem mit einem 47. Platz beim WSOP Main Event in diesem Sommer und einem siebten Platz beim PSPC 2023 auf den Bahamas. Eychenne ging als der erfolgreichste Spieler an den Finaltisch. In seinen Anfängen hatte er sich vor allem durch das Streamen von Online Bankroll-Challenges einen Namen gemacht, bei denen er in 50 Tagen aus €50 ganze €50.000 machte und danach €10 in mehr als €1.000.000 verwandelte. Aber ein Live-Turniersieg fehlte ihm immer noch. Vier Mal hatte er das Heads-up erreicht, nur um jedes Mal Zweiter zu werden, darunter beim €25.000 während der EPT Monte Carlo 2023 und beim €10.000 6-Max bei der EPT Barcelona 2024.

Diese knappen Niederlagen zehrten an ihm – aber alles war vergessen, als er gestern die Trophäe in den Händen hielt. Von nun an muss er nicht mehr mit diesen unerfüllten Erwartungen leben. „Ich glaube, ich werde etwas weniger Druck verspüren, denn irgendwann begann ich zu spüren, dass es mental anstrengend wird, wenn man nicht gewinnen kann und immer nur Zweiter wird. Ab jetzt werde ich mit weniger Druck spielen können, würde ich sagen“, sagte er.

Die Action am Finaltisch

Die letzten sechs Spieler kehrten gestern an den Finaltisch im Casino Barcelona zurück, um den Champion zu ermitteln. Sebastian Ionita ging als Chipleader in den Tag, aber Eychenne übernahm früh die Führung, als er Julian Pineda Lozano mit zwei Paaren callte, während Pineda Lozano nur einen verpassten Straight Draw präsentieren konnte.

Anton Suarez, der wie sein Nachbar aus Stockholm, Simon Brandstrom, EPT Barcelona-Champion werden wollte, verlor den Großteil seiner Chips, als Ionita drei Damen floppte und auf dem River 1.800.000 setzte. Suarez überlegte lange, foldete aber schließlich zwei Paare und hatte damit weniger als 5.000.000 übrig.

Ein Paar Hände später bekam Suarez auf dem Turn ein Paar Damen und setzte 2.500.000 auf dem River. Eychenne hatte jedoch drei Fünfen und ging All-in. Suarez callte schließlich mit seinen restlichen 1.030.000 – und schied als Sechster aus, während Eychenne sich der 20.000.000 Chips-Marke näherte.

Umberto Zaffagnini, der italienische Amateur, der eine Produktionsfirma leitet, übernahm die Führung, als er und Ionita beide ein Paar Asse zeigten und Zaffagninis Acht als Kicker den Ausschlag gab. Eychenne versuchte danach einen Bluff mit 3.500.000 auf dem River, als das Board vier Damen zeigte. Aber Ionita callte mit einem König und holte sich die Führung zurück.

Short Stacks gegen Big Stacks

Tomasz Brzezinski – der Short Stack am Tisch – ging mit seinen letzten 3.300.000 aus dem Small Blind All-in, und Eychenne callte mit Bube-Sieben. Brzezinski zeigte König-Fünf und traf einen König auf dem Flop. Eychenne konnte dagegen seinen Straight Draw nicht verbessern und musste Brzezinski ausbezahlen. Pineda Lozano ging kurz darauf mit König-Vier und seinen letzten 5.225.000 gegen Ionitas Pocket-Achten All-in. Das Board brachte dem Spanier keine Hilfe, und Pineda Lozano verließ als Fünfter das Turnier und nahm €379.350 mit nach Hause.

Brzezinskis Hoffnungen auf einen guten Lauf währten nicht lange: Als er Under-the-Gun mit 6.000.000 All-in ging, callte Zaffagnini ihn aus dem Big Blind und zeigte ein Paar Zehner. Zaffagnini traf ein Set auf dem Flop und verbesserte sich auf dem Turn sogar noch zu einem Full House. Damit war Brzezinski als Vierter aus dem Turnier ausgeschieden.

Das Spiel zu dritt

Als nur noch drei Spieler im Turnier waren, fand Eychenne sich mit weniger als 10.000.000 plötzlich als Short Stack wieder. Zaffagnini, der fast gleichauf mit Ionita an der Spitze lag, versuchte einen Bluff mit einer Dame als höchster Karte und erhöhte auf dem Turn auf 5.500.000 – aber Ionita hatte eine Straight getroffen und erhöhte seinerseits auf 8.500.000, was Zaffagnini zum Folden zwang. Damit hatte der Rumäne sich einen deutlichen Vorsprung erspielt.

Nachdem Ionita vom Button einen Einsatz gebracht hatte, ging Zaffagnini aus dem Small Blind mit 11.225.000 Chips All-in. Eychenne callte vom Big Blind aus, wobei er ebenfalls den größten Teil seines Stacks riskierte, und Ionita foldete und ging dem Duell aus dem Weg. Es war ein Rennen zwischen einem Paar Fünfen und Ass-Bube, wobei Ionita ein Ass gefoldet hatte und Eychennes Outs damit verringert hatte. Der Flop brachte Eychenne einen Straight Draw. Der Turn half niemandem weiter, so dass Zaffagnini nur noch eine Karte vom Verdoppeln entfernt war. Er konnte kaum hinsehen und bedeckte sein Gesicht mit seinem Schal, als der Dealer den River aufdeckte. Als dort eine Dame erschien, hatte Eychenne seine Straight komplettiert. Damit war Zaffagnini auf Platz drei ausgeschieden und um €641.200 reicher.

Das Heads-up

Ionita und Eychenne hatten zu Beginn des Heads-up etwa gleich große Stacks – Ionita lag mit 32.300.000 gegen 29.050.000 leicht in Führung. Daher einigten sich die Gegner auf einen Chop von jeweils €1.117.175 und spielten um die restlichen €100.000 und den Titel. Ionita gewann die ersten drei Hände im Heads-up, doch dann traf Eychenne zweimal den River und übernahm die Chip-Führung.

Während der Verhandlungen hatte Eychenne gegenüber Ionita erwähnt, dass dieses Format seine Spezialität sei. Er hatte unzählige Stunden Heads-up gespielt und zeigte sich davon überzeugt, dass er Ionita gegenüber im Vorteil war – was Ionita seinerseits nicht anzweifelte.

Eychennes Erfahrung zeigte sich in den folgenden Händen, als er fast jeden Pot gewann und sich einen beträchtlichen Vorsprung verschaffte. In der letzten Hand limpte Ionita vom Button, bevor Eychenne auf 2.400.000 erhöhte. Ionita ging mit 14.450.000 All-in – und Eychenne callte sofort mit Ass-König. Ionita lag mit Ass-Sechs weit hinten, und der König auf dem River besiegelte Eychennes Sieg endgültig.

Thomas Eychenne – Sebastian Ionita

Der Rumäne nahm die Niederlage gelassen hin. Er blieb sogar noch am Tisch, um ein Foto mit Eychenne und dem Pokal zu machen. Für jemanden, der schon lange davon träumte, professioneller Pokerspieler zu werden, und dieses Turnier als Sprungbrett in eine Pokerkarriere sah, war die lebensverändernde Summe für Platz zwei (€1.117.175) mehr als nur ein Trostpreis.

Pläne für das nächste Jahr

Die European Poker Tour hatte vor zwei Jahrzehnten genau hier in Barcelona begonnen. Fotos der früheren Champions schmücken die Wände des Casino Barcelona und erinnern daran, dass sich die EPT in 20 Jahren zu einem der größten und prestigeträchtigsten Pokerserien weltweit entwickelt hat. Eychenne ist nun Teil dieser ruhmreichen Geschichte.

„Es ist einfach verrückt. Ein Freund von mir hat vor ein paar Jahren gewonnen, Simon Wiciak. Ich bin sehr glücklich, ihm zu folgen. Auf jeden Fall werde ich zurückkommen, um den Titel zu verteidigen. Ich liebe diesen Stopp. Ich mag das Essen, die Sonne, den Strand, einfach alles. Die Menschen, die Organisation. Es ist einfach unglaublich”, meinte er.

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