Sunday, 14th June 2026 02:33
Home / News / “Glücklicher” Albert Daher gewinnt One Drop High Roller-Event und zwei Millionen Dollar

Das spektakuläre €100.000 One Drop High Roller-Event bei der EPT Monte Carlo brach diese Woche von Rekorden. Es war das €100.000-Turnier mit dem größten Teilnehmerfeld, das jemals bei einem PokerStars Live-Event ausgetragen wurde, und es bot den größten Preispool bei einer EPT Monte Carlo seit mehr als einem Jahrzehnt.

Am wichtigsten war jedoch, dass das Turnier €228.000 für die One Drop Foundation einbrachte. Schließlich gingen drei Prozent jedes Buy-ins an diese Organisation, deren Ziel darin besteht, „eine nachhaltige Zukunft mit sicherem Wasser für alle zu schaffen“.

Nachdem das Spendengeld sicher auf dem Weg zur dieser gemeinnützigen Organisation war, konnten die Fans des Pokerspiels ihre Aufmerksamkeit am Sonntag auf das Geschehen am Finaltisch richten, wo einige der weltbesten Pokerspieler um diesen riesigen Preispool kämpften.

Und obwohl am Finaltisch die Nummer eins und zwei der ewigen Poker-Geldrangliste saßen – was für ein so prestigeträchtiges Event nur passend war –, konnte keiner von beiden den unglaublichen Siegeszug des Libanesen Albert Daher stoppen.

Der Sieger: ein EPT-Stammgast

Daher ist seit den Anfängen der EPT Stammgast bei den Events und hat auf der European Poker Tour schon in allen Buy-in-Stufen mitgespielt. Inzwischen, mit 39 Jahren, wählt er seine Turniere etwas selektiver aus, reist jedoch jedes Jahr nach Monte Carlo.

Und in diesem Jahr hat sich die Anreise für ihn mehr gelohnt als je zuvor.

Daher startete am Finaltag als Dritter von acht verbleibenden Spielern. Er schoss schnell an die Spitze, gab diese Position nicht wieder ab, und brachte den Sieg in etwas mehr als fünf Stunden unter Dach und Fach. Und nachdem er Stephen Chidwick im Heads-up besiegt hatte, waren ihm der Titel und €2.055.000 sicher.

Daher fasste seine Eindrücke im Sieger-Interview treffend zusammen: „Es fühlt sich immer toll an, wenn man richtig in Fahrt kommt … Es war eine wirklich schöne Zeit.“
Und dann fügte er hinzu: „Ich weiß nicht, ob ich in meinem Leben schon jemals so viel Glück gehabt habe.“

Der Libanese hatte am Finaltisch zweifellos das Glück auf seiner Seite. Und das war auch nötig, denn schließlich saßen dort Weltklassespieler wie Bryn Kenney, Enrico Camosci, Wiktor Malinowki und Teun Mulder mit ihm am Tisch.

Doch Daher hat sich über die Jahre hinweg stetig einen Ruf, ein Kapital und Fähigkeiten aufgebaut, die es ihm ermöglichten, mit der Elite zu konkurrieren und sie schließlich zu besiegen.

„Wenn man eine Pokerkarriere beginnt, ist es ziemlich schwer vorherzusagen, wohin der Weg führen wird“, meinte er nach dem Sieg. „Ich bin froh, dieses Niveau erreicht zu haben.“

Der Finaltag

Da dieses 100.000-Euro-Turnier für die meisten etablierten High Roller ganz oben auf der Wunschliste stand, gab es in zwei Tagen nicht weniger als 76 Teilnahmen. warteten einige bis zum zweiten Tag mit der Anmeldung, wodurch das Teilnehmerfeld auf 76 anwuchs – und der Preispool auf sagenhafte €7.296.000.

Die Turnierleitung nahm ihre Berechnungen vor und legte fest, dass 11 Plätze ausgezahlt würden, mit einem Mindestgewinn von €182.400 und €2,055 Millionen für den Sieger. Falls es also nicht zu einem Deal kam, würde der Gewinner mit dem zweithöchsten Preisgeld nach Hause gehen, das je bei einer EPT Monte Carlo ausgezahlt wurde.

Acht Spieler gingen letztlich in den Finaltag:

Wiktor Malinowski, Polen, 4.360.000 (73 BBs)
Artsiom Lasouski, Weißrussland, 3.310.000 (55 BBs)
Albert Daher, Libanon, 3.210.000 (54 BBs)
Stephen Chidwick, Vereinigtes Königreich, 2.725.000 (46 BBs)
Leonardo Drago, Italien, 2.640.000 (44 BBs)
Enrico Camosci, Italien, 1.130.000 (19 BBs)
Teun Mulder, Niederlande, 935.000 (16 BBs)
Bryn Kenney, USA, 690.000 (12 BBs)

Chipleader stolpert früh

Der Chipleader zu Beginn des Tages, Wiktor Malinowski, verlor gleich zu Anfang zwei Mal mit Pocket-Assen große Pötte – davon einen gegen Albert Daher, der sich dadurch deutlich an die Spitze setzen konnte.

Während die Big Stacks gegeneinander kämpften, warteten die Shortstacks auf Gelegenheiten zum All-in. Teun Mulder entschloss sich mit Ass-Bube zum All-in, lief aber in Dahers Pocket-Asse und musste das Turnier verlassen. Platz acht brachte ihm €284.900 ein.

Teun Mulder

Camosci mit Höhen und Tiefen

Bryn Kenney hatte den Tag mit dem kleinsten Stack begonnen, schaffte es aber, seinen Stack zu verdoppeln, als er einen Flush traf und Dahers Pocket-Achten schlug. Daher hatte ein Set gefloppt, doch Kenney vervollständigte den Flush auf dem Turn.

Stattdessen musste sich Enrico Camosci verabschieden: Er hatte mit 13 Big Blinds und zwei Königen alle Chips in die Mitte geschoben, doch es war erneut Albert Daher, der sich als erfolgreicher erwies: Er hielt Ass-Bube, und nach einem Ass auf dem Flop war für den Italiener auf Platz sieben das Turnier beendet. Er erhielt immerhin noch €356.400.

Enrico Camosci

Malinowskis miserabler Tag

Malinowski und Lasouski waren inzwischen die beiden Spieler mit den kleinsten Stacks, und Malinowski ging mit Ass-Vier und seinen letzten acht Big Blinds gegen Bryn Kenney. Dessen König-Dame waren aber zu stark: Kenney floppte eine Dame und beendete damit Malinowskis miserablen Turniertag. Platz sechs brachte dem Polen aber dennoch €445.400 ein – weniger als wahrscheinlich erhofft, aber nach einem solchen Tag nachvollziehbar.

Wiktor Malinowski

Als kurz danach auch Lasouki (gegen Daher) und Kenney (nach einem gewaltigen Pot gegen Stephen Chidwick) das Turnier verlassen mussten (und €560.300 bzw. €728.500 mit vom Tisch nahmen), waren nur noch drei Spieler im Rennen, die gemeinsam in die letzte Pause gingen.

Das Spiel zu dritt

Nach der Pause lag Daher mit 14,25 Millionen (oder 142 Big Blinds) weit vor Chidwicks (mit 34 Big Blinds) und Leonardo Drago (12 Big Blinds). Drago, ein Amateur aus Italien, hatte sich sehr gut geschlagen und sich größtenteils aus Schwierigkeiten herausgehalten, befand sich nun aber in einer Situation, in der er genau wusste, dass er mitgehen musste.

Leonardo Drago

Doch sein All-in mit einem Paar Zweien wurde von Chidwick gecallt, und als der Brite seine Karten umdrehte, lag er mit einem Paar Achten deutlich vorn. Das Board änderte daran nichts, und damit war auch Drago aus dem Turnier ausgeschieden. Er sicherte sich dennoch €947.000 für den dritten Platz – ein neues Karrierehoch.

Im Heads-up

Nun standen sich Chidwick und Daher um den riesigen Hauptpreis und die Trophäe gegenüber. Daher hatte 14,15 Millionen, Chidwick 4,85 Millionen. Die Blinds lagen inzwischen bei 50.000/125.000/125.000 – das Heads-up hätte also noch ziemlich lang werden können.

Stephen Chidwick

Doch nach etwas über einer halben Stunde war alles vorbei. Chidwick riskierte seine letzten 12 Blinds mit König-Acht von Pik, diesmal gegen Dahers Paar Vieren. Es war ein reiner Flip vor dem Flop, doch eine Vier auf dem Flop beendete Chidwicks guten Lauf und sicherte Daher den Sieg, die Trophäe und 2,055 Millionen Euro – während Chidwick sich mit „nur“ 1.325.700 Euro begnügen musste.

€100.000 High Roller for One Drop
Termin: 1. bis 3. Mai 2026
Teilnahmen: 76 (inkl. 24 Re-Entries)
Preispool: €7.296.000

1 – Albert Daher, Libanon, €2.055.000
2 – Stephen Chidwick, Vereinigtes Königreich, €1.325.700
3 – Leonardo Drago, Italien, €947.000
4 – Bryn Kenney, USA, €728.500
5 – Artsiom Lasouski, Weißrussland, €560.300
6 – Wiktor Malinowski, Polen, €445.400
7 – Enrico Camosci, Italien, €356.400
8 – Teun Mulder, Niederlande, €284.900

Weitere Infos

EPT Monte Carlo – Berichterstattung
EPT Monte Carlo – offizielle Website

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