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Kannst du KO von PKO und Mystery Bounty von TKO unterscheiden? Nein? Macht nichts. Lies einfach weiter und wir verraten dir, worum es sich bei all diesen Begriffen handelt.
Bevor du dich in die aktuelle Sunday Million Season, die nächste Bounty Builder Series oder Mystery Bounty Series stürzt, wäre es wahrscheinlich sinnvoll, sich kurz noch einmal mit den verschiedenen Arten von Knockout-Turnieren vertraut zu machen.
Denn Fragen wie: „Was ist ein PKO-Turnier?“, „Was hat ein PKO, was ein KO nicht hat?“ und „Wie ändern sich die Dinge in einem TKO oder Mystery Bounty?“ sollten am Besten geklärt sein, bevor du dich an die virtuellen oder Online-Tische setzt.
Am einfachsten beginnen wir mit einem Blick auf reine Knockout-Turniere. Diese „KO“s gab es schon, bevor PKOs auf der Bildfläche erschienen und alles noch spannender machten als zuvor.
Was ist ein KO-Turnier?
Bei einem Knockout-Pokerturnier wird das gesamte Buy-in eines Spielers in zwei Teile aufgeteilt. Jeder Teil fließt in einen anderen Abschnitt des Preispools.
Ein Teil (normalerweise der größere von beiden) fließt in den regulären Preispool. Dieser wird wie bei jedem „normalen“ Turnier stufenweise an die Bestplatzierten des Events ausgezahlt.
Der zweite Teil fließt in den „Kopfgeld-Pool“: Auf jeden Spieler ist ein Kopfgeld (Bounty) ausgesetzt, das an den Gegner ausgezahlt wird, der ihn aus dem Turnier wirft.
Anders als bei herkömmlichen MTT und Sit & Gos musst du also keinen Preisgeldrang erreichen, um einen Cashpreis zu gewinnen. Mit jedem Gegner, den du bei Knockout-Pokerturnieren aus dem Turnier wirfst, erhältst du eine Auszahlung. Und diese Zahlungen sind in ihrer Höhe festgelegt.
Ein Beispiel:
Bei einem KO-Turnier mit einem Buy-in von $27 ist die Aufteilung folgendermaßen:
- $20 fließen in den regulären Preispool
- $5 werden zu einem Kopfgeld auf den Spieler
- $2 gehen als Teilnahmegebühr (oder „Rake“) an den Veranstalter
Dieses Turnier könnte also mit einer Teilnahmegebühr von $25+$5+$2 beworben werden.
Wenn Spieler B Spieler A aus dem Turnier wirft, erhält Spieler B das Kopfgeld von Spieler A in Höhe von $5. Diese „Bounty“ geht direkt auf das Konto von Spieler B überwiesen – er erhält also einen sofortigen Cashpreis für seine Teilnahme am Turnier.
Wenn danach Spieler C Spieler B ausschaltet, erhält Spieler C das Kopfgeld von $5+$5 von Spieler B. Falls Spieler C auch Spieler D, Spieler E und Spieler F ausschaltet, erhält er weitere $15 (oder $5pro Spieler).
Kommt Spieler C letztlich auch noch ins Preisgeld, erhält er eine Preisgeldzahlung, die auf seiner Endplatzierung basiert und deren Höhe von der vorab veröffentlichten Auszahlungsstruktur abhängt.
So sieht die Endabrechnung aus:
- Spieler A geht leer aus.
- Spieler B erhält die $5, die er für das Ausscheiden von Spieler A verdient hat.
- Spieler C erhält $25 an Knockout-Zahlungen (für das Ausscheiden von Spieler B, Spieler D, Spieler E und Spieler F), plus das Preisgeld für seine Endplatzierung.
Nicht vergessen: Das Kopfgeld (die Bounty) wird nur an den Spieler ausgezahlt, der seinem Gegner den allerletzten Chip abnimmt. Es spielt keine Rolle, ob Spieler Z einen Riesenpot gewinnt und seinem Gegner – Spieler R – nur noch einen Big Blind übrig lässt. Dafür gewinnt Spieler Z kein Kopfgeld. Die Bounty geht an denjenigen Spieler, der sich den letzten Chip von Spieler R schnappt und ihn dadurch aus dem Turnier wirft.
Was ist ein PKO-Turnier?
Vieles, was in einem Knockout-Turnier passiert, passiert auch in einem Progressive Knockout-Turnier (PKO). Aber es gibt einen wichtigen Unterschied in der Art und Weise, wie Kopfgeldzahlungen angesammelt werden.
Zur Erinnerung: In einem KO- oder PKO-Turnier fließt ein Teil vom Buy-in eines Spielers in einen Preispool, der stufenweise an den besten Prozentsatz der Platzierten vergeben wird – also genau wie bei einem „normalen“ Turnier. Der andere Teil fließt in einen Kopfgeld-Pool.
Bei einem PKO-Turnier sind diese beiden Preispools in der Regel gleich groß. Das bedeutet, dass die Hälfte des Buy-ins eines Spielers im „regulären“ Preispool und die andere Hälfte im Kopfgeld-Pool landet.
Ein Beispiel:
Bei einem PKO-Turnier mit einem Buy-in von $109 sieht die Aufteilung so aus:
- $50 fließen in den regulären Preispool
- $50 fließen in den Kopfgeld-Pool
- $9 gehen als Teilnahmegebühr (oder „Rake“) an den Veranstalter
Jeder Spieler beginnt das Turnier also mit einem Kopfgeld.
Jetzt wird es interessant:
Wenn du einen Gegner in einem PKO-Turnier ausschaltest, geht die Hälfte seines Kopfgelds direkt als Geldpreis auf dein Konto. Die andere Hälfte wird jedoch deiner Bounty hinzugefügt.
Das bedeutet, dass sich nicht nur deine Einnahmen erhöhen, sondern auch, dass die Bounty auf deinen Kopf steigt, je mehr Spieler du ausschaltest.
PKOs leicht gemacht
Das ist mit „progressiv“ gemeint. Ähnlich wie bei einem ständig anwachsenden Jackpot an einem Spielautomaten in Las Vegas wird das Kopfgeld eines Spielers bei einem PKO-Event im Laufe des Turniers immer größer.
Wenn beispielsweise Spieler B Spieler A aus dem Turnier wirft, erhält Spieler B einen Geldpreis in Höhe von $25, während sich sein Kopfgeld ebenfalls um $25 erhöht. Das Kopfgeld von Spieler B würde danach also $75 betragen (seine ursprüngliche Bounty von $50 plus die $25 für das Ausschalten von Spieler A).
Wenn Spieler C dann Spieler B besiegt, erhält Spieler C einen Cashpreis von $37,50 (also die Hälfte des Kopfgelds von $75 auf Spieler B). Aber auch sein eigenes Kopfgeld erhöht sich um $37,50.
Wenn Spieler C dann Spieler D, Spieler E und Spieler F ebenfalls aus dem Turnier wirft, erhält er die Hälfte ihrer Kopfgelder als sofortige Barauszahlung. Aber auch sein eigenes Kopfgeld steigt erheblich – und das macht ihn zu einem begehrten Ziel für andere Kopfgeldjäger.
Was passiert, wenn ich gewinne?
Wenn du ein PKO-Turnier gewinnst – wenn dich also niemand besiegt und daher niemand dein Kopfgeld gewinnt –, behältst du dein eigenes Kopfgeld.
Und diese Bounty kann sehr hoch ausfallen – in vielen Fällen sogar höher als das Preisgeld aus dem „normalen“ Preispool. In Abb. 1 unten hat „Doktor-4ik20“ das Turnier gewonnen und eine Bounty von insgesamt $13.610,33 erhalten (sein eigenes Kopfgeld eingeschlossen).
„UltimatChief“ erhielt nur $2.240,80 an Kopfgeldern, da ein großer Teil davon bei seinem eigenen Ausscheiden an „Doktor-4ik02“ ging.
Abb. 1: Bountys werden neben dem Preisgeld aus dem Hauptpreispool aufgelistet
In der Turnierlobby von PKO-Events werden Preise wie diese in zwei Spalten angezeigt. In der einen Spalte steht das Kopfgeld eines Spielers, in der anderen sein „reguläres“ Preisgeld.
Einige Spieler können im Turnier ganz weit oben landen, haben aber kaum etwas in der Bounty-Spalte, wenn sie niemanden ausgeschaltet haben (siehe die Spieler „Joe Santana“, „00SKIP“ und „tutuca1987“ in Abb. 2 unten). Andere wiederum scheiden möglicherweise noch vor der Bubble aus, holen aber dennoch einen Gewinn aus dem Turnier, weil sie viele Gegner mit hohen Bountys ausgeschaltet haben (siehe „PeroQmaloSoy“).
Abb. 2: Manche Spieler gewinnen Preisgeld, aber kein Kopfgeld; andere gewinnen Kopfgeld, aber kein Preisgeld
5 Gründe, warum du PKOs ausprobieren solltest
Zum Schluss noch ein letzter Versuch, alle diejenigen zu überzeugen, die sich (noch) nicht zur Teilnahme an einem KO-Turnier entschließen konnten.
Wenn du interessiert bist, aber noch ein paar Informationen darüber brauchst, warum du solche Turniere spielen solltest, schau dich einfach noch ein wenig bei PokerStars Learn um.
Im PokerStars-Blog und bei PokerStars Learn findest zahlreiche Gründe, die für die Teilnahme an KO-Turnieren sprechen. PokerStars Learn hat es auf fünf Gründe gebracht – mögliche Preisgeldgewinne nicht mitgerechnet.
Und es geht auch nicht darum, dass man keine Bubble überstehen muss, um Preisgelder zu gewinnen. Obwohl das unserer Meinung nach einer der coolsten Aspekte von Bounty-Events ist.
„Für Turnierspieler kann sich das Grinden oft wie eine Achterbahnfahrt aus langen Stunden am Tisch und wenig Freizeit anfühlen. Im Vergleich dazu sind PKOs eine Turnierart, die den eigenen Pokerkalender definitiv aufpeppen.“ (Pete Clark, PokerStars Learn)
Und das sind unsere fünf Gründe:
- Reduzierte Varianz
- Abwechslungreicheres Spiel
- Macht und Dominanz
- Spannung in der Endphase
- Weniger Frustration beim Ausscheiden
Nur am Rande: Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass vor allem der letzte Grund perfekt auf meinen Spielstil zugeschnitten ist …
Zum Weiterlesen: Gute Gründe Progressive KO Turniere zu spielen
Was ist ein TKO-Turnier?
Total Knockout-Turniere (TKO) stehen noch nicht so lange in den Turnierplänen großer Events. Da jedoch in der Regel mehrere davon im Programm der Bounty Builder Turbo Series zu finden sind, lohnt sich ein kurzer Blick.
Es ist eigentlich ziemlich einfach: Bei TKO-Turnieren fließen 100 Prozent des Buy-ins eines Spielers in den Kopfgeld-Pool. Es gibt keinen regulären Preispool, und die Spieler starten mit ihrem gesamten Buy-in als Kopfgeld.
Wenn du jemanden aus dem Turnier wirfst, erhältst du sofort die Hälfte des Kopfgelds deines Gegners als Cashpreis. Die andere Hälfte fließt in dein Kopfgeld – ähnlich wie bei einem regulären PKO-Turnier.
Der offensichtliche Hauptunterschied besteht darin, dass es keine Bubble oder einen regulären Preispool gibt. Das gesamte ausgezahlte Geld fließt in Bountys.
Das kann dazu führen, dass einige Spieler, die es im Turnier sehr weit nach oben schaffen, kaum Geld ausgezahlt bekommen – einfach, weil sie relativ wenige Gegner ausgeschaltet haben. Ein Spieler, der in der Rangliste weit unten steht, könnte dagegen viel mehr erhalten, wenn er zahlreiche Gegner mit höheren Kopfgeldern ausgeschaltet hat.
TKO-Events werden meistens Heads-up und im Zoom-Format gespielt. Das bedeutet, dass man von Tisch zu Tisch und von Gegner zu Gegner wechselt und immer nur einem Spieler gegenübersteht.
Was ist ein Mystery Bounty-Turnier?
PokerStars Mystery Bounty-Turniere sind eine Art Pokerturnier, bei dem Spieler die Chance haben, Mystery Bountys als Teil des Preispools zu gewinnen.
PokerStars Mystery Bounty-Turniere haben jeweils eine Anfangsphase und eine Schlussphase:
- In der Anfangsphase können Spieler keine Mystery-Bountys gewinnen.
- In der Schlussphase gewinnen Spieler eine Mystery-Bounty für jeden Gegenspieler, den sie aus dem Turnier werfen. Diese Phase beginnt für gewöhnlich mit dem Ende der Bubble. Einzelheiten dazu, wann diese Phase beginnt, findest du in der Turnierlobby.
Ein Teil des Turnier-Buy-ins von PokerStars Mystery Bounty-Events fließt in den regulären Preispool. Ein anderer Teil trägt zum Mystery-Bounty-Preispool bei. Bei Online-Turnieren erfährst du weitere Einzelheiten in der Turnierlobby.
Es kann bis zu neun unterschiedliche Levels von Mystery-Bountys geben. Dabei werden auf dem höchsten Level der Hauptpreis und auf niedrigeren Levels weniger wertvolle Preise vergeben.
Wenn du während der Schlussphase des Turniers einen Spieler aus dem Turnier wirfst, erhältst du eine der verbleibenden Mystery-Bountys.
Du kannst mehrere Mystery-Bountys gewinnen: eine für jeden Gegenspieler, den du während der Schlussphase rauswirfst.
Und du kannst sogar mehrere Mystery-Bountys mit nur einer Hand gewinnen, wenn du mehr als einen Gegner ausschaltest. Du gewinnst eine Mystery-Bounty für jeden Spieler, den du während der Hand aus dem Turnier wirfst.
Wenn ein Spieler in einer Hand mit Split Pot (geteiltem Pot) rausgeworfen wird, wird die Mystery-Bounty in gleichen Teilen unter allen Spielern aufgeteilt, die die Hand gewonnen haben.
Die Mathematik hinter den Bounty-Turnieren
Das bringt uns zum letzten Schritt: die Mathematik hinter den Bounty-Turnieren.
Allein der Gedanke kann viele Spieler abschrecken. Wir mögen Pokerspieler sein – aber das macht uns nicht automatisch zu Mathegenies.
Manchmal kann es etwas knifflig werden, herauszufinden, welches Geld wohin fließt. Und was das für deine Gewinnchancen und den alles entscheidenden Erwartungswert (EV) bedeutet.
Zum Glück haben wir in unserem Beitrag über die Mathematik der Bounty-Jagd alle komplizierten Details für dich erklärt. Dort findest du praktische Beispiele, die wichtigsten Zahlen und sogar eine einfache Faustregel, mit der du auch mitten im Turnier etwas anfangen kannst. (Du kannst sie dir auch auf den Handrücken schreiben.)
Wie oben erwähnt, wird das Kopfgeld eines ausgeschiedenen Spielers zwischen deinem Guthaben und deinem eigenen Kopfgeld aufgeteilt. Wenn du weißt, wie sich das auf deine Spielweise auswirkt, bist du anderen Spielern, die diese Details nicht kennen, einen Schritt voraus.
„Wir müssen aggressiv versuchen, so viele Spieler wie möglich auszuschalten – und das bedeutet, dass wir die Equity-Zahlen genau berechnen müssen.“
Zum Weiterlesen: PKO Turniere – Die Mathematik der Bounty-Jagd
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Spiele verantwortungsbewusst! Für weitere Informationen zum verantwortungsbewussten Spielen besuche unsere Webseite: https://www.pokerstars.de/about/responsible-gaming/#over18
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