Thursday, 23rd May 2024 13:10
Home / »Hendon Mob« – wie vier Pokerspieler aus Leidenschaft die größte Live-Pokerturnier-Datenbank der Welt starteten

Jeder Pokerspieler der heutigen Zeit, der einigermaßen seine Chips wert ist, kennt sie: die Website https://www.thehendonmob.com/ – eine einzigartige Poker-Datenbank, die die Ergebnisse jedes professionellen Live-Pokerturniers auflistet. Und dazu die Listen und Ergebnisse aller Teilnehmer, die bei diesen Turnieren ins Geld gekommen sind. Du willst wissen, ob dein Gegner am Live-Tisch schon mal beim Poker groß abgeräumt hat? Ein Blick in die Hendon Mob-Datenbank genügt. Genauso kannst du die Website benutzen, um die Erfolge deiner Lieblingsspieler zu verfolgen, mit deinen eigenen Turnierergebnissen anzugeben oder – für manche Turniere – die Auslosung der Tische für Tag 2 zu beobachten. Die Seite ist ein Synonym für Turnierpoker-Ergebnisse.

Die Anfänge

Der ursprüngliche »Hendon Mob« waren vier Pokerspieler aus London, die um 2000 herum gemeinsam zu Live-Turniere oder Cashgames reisten – als »Mob« oder Meute eben – und die alle entweder aus dem Londoner Vorort Hendon stammten oder regelmäßig dort in Pokerrunden zu finden waren. Ihre Namen? Die Brüder Barny Boatman und Ross Boatman, dazu Joe Beevers und Ram Vaswani. Die vier erhielten ihren Spitznamen von einer befreundeten Pokerspielerin namens Victoria Coren, die im Hauptberuf als Journalistin und Fernsehmoderatorin tätig war und ist (und ganz nebenbei zweimal (!) ein EPT Main Event gewann). Sie veröffentlichte 2000 einen Artikel im Evening Standard über die vier.

Barny Boatman 2023

Barny Boatman erzählt über die Gründungsjahre: »Wir reisten zu Spielen im ganzen Land. […] Um Interesse am Pokern zu wecken, haben wir eine kleine Datenbank erstellt. Es war im Grunde eine Liste der 100 besten europäischen Webseiten, über die wir geschrieben haben. Das war der Anfang, und so wuchs es.«

Vom Londoner Vorort zur internationalen Autorität

Aber wie wurde aus einer kleinen Datenbank mit Spielerinnen und Spielern, die von einer Gruppe von vier Pokergrößen erstellt wurde, die heute führende Quelle für Turnierergebnisse?

Die vier hatten das Glück – oder die Weitsicht -, dass der Pokerboom zu dieser Zeit langsam, aber sicher an Fahrt gewann. Dank ihrer guten Turnierergebnisse in Europa und den USA und ihres guten Marketings – mit Dank an Mrs. Coren – waren die Gebrüder Boatman, Beevers und Vaswani ideale Kandidaten für die Teilnahme an den ersten, im englischen Fernsehen ausgestrahlten Pokerprogrammen wie etwa Late Night Poker (1999–2002) oder Poker Million (2003). Als dann 2005 der Online-Pokerboom erst richtig startete, gehörten sie schon längst zum Poker-Establishment.

Und je mehr Live-Pokerturniere stattfanden, desto mehr Pokerspielerinnen und Pokerspieler wollten ihre guten Turnierergebnisse veröffentlicht und verewigt sehen. Und die Hendon Mob-Website bekam mehr und mehr Turnierergebnisse aus aller Welt zugeschickt und wuchs und wuchs.

Das Erbe sichern

»Wir haben die Seite [letztlich] verkauft. Alex Dreyfus von GPI (Global Poker Index) trat an uns heran“, erzählt Boatman. »Er hatte eine Vision für die Zukunft der Website – und wir waren hocherfreut, einen Deal mit ihm abzuschließen. Damit war unser Erbe gesichert. Die Site ist etwas, das die Pokerwelt brauchte, und die Leute nutzen sie immer noch.«

Mit inzwischen über 803.000 Spielern in der Datenbank bezeichnet sich Hendon Mob zu Recht als »größte Live-Poker-Datenbank«. Und bis heute gilt: Wer zeigen will, dass er ein ernst zu nehmender Pokerspieler ist, sollte einen Eintrag bei Hendon Mob haben. Übrigens: Ich bin auch drin …

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