Wednesday, 17th April 2024 09:31
Home / Die Truhe der Träume – die EPT Mystery Bounty Box

Wenn Spieler:innen bei der European Poker Tour (EPT) Schlange stehen, um einen Umschlag mit einer Mystery Bounty zu ziehen, kann man ihnen verzeihen, dass sie sich nur auf den Inhalt dieses Umschlags konzentrieren. Schließlich können je nach Event bis zu €250.000 darin enthalten sein.

Aber wenn ihr das nächste Mal in die Nähe des Mystery Bounty Desks kommt, nehmt euch einen Moment Zeit, um diese „Truhe der Träume“ zu bewundern, in der diese Umschläge aufbewahrt werden. Es handelt sich um ein exquisites Stück Handwerkskunst, das in einer Werkstatt in Hastings in England von Joe Page handgefertigt wurde.

Auch wenn die Truhe etwas anderes vermuten lässt, ist Joe Page eigentlich kein Kunsthandwerker: Im „wahren Leben“ arbeitet er als Logistikmanager bei der EPT. Er sorgt dafür, dass alle Tische, Chips, Bildschirme und sonstige Ausrüstung vor diesen riesigen Festivals den Weg zum Veranstaltungsort finden. Page hat also einen harten Job, von dem einiges abhängt: Wenn er etwas vergisst, könnte die gesamte EPT zum Stillstand kommen.

In der Zeit, in der er sich von dieser anspruchsvollen Aufgabe freimachen kann, geht der Autodidakt Page seinem Hobby Tischlern nach. Er hat sich in der Nähe seines Hauses eine Dreifachgarage gemietet und in eine Holzwerkstatt umgewandelt. Joes Hobby hat sich im letzten Jahr als sehr nützlich erwiesen, als sich die Mystery Bounty-Events zu einem beliebten Teil des EPT-Terminkalenders entwickelten.

Joe Page mit seiner handgefertigten Bounty-Box

Problemlöser Page

Jeder EPT-Mitarbeiter ruft Joe Page an, wenn er etwas braucht. Die Chancen stehen gut, dass er das Gewünschte in einer der riesigen Kisten findet, die mit der EPT quer durch Europa reisen.

Aber als die Turnierorganisatoren eine Truhe suchten, in der sie bis zu 500 der „mysteriösen“ Umschläge in Sondergröße aufbewahren konnten, wurden sie nirgendwo fündig. Nicht in einer der Transportkisten. Auch nicht in einem Geschäft. Nicht einmal auf Amazon.

„Irgendwann hatte ich die Suche satt“, sagt Page. „Also habe ich selbst eine Box gemacht.“

Die Tante eines Freundes warf eine alte Kommode weg, die Page für diesen speziellen Auftrag aufbereitete und umfunktionierte. Er verwendete die besonders dicken Seiten und die Rückseite der Kommode, um die Box herzustellen, und verstärkte die Ecken mit Einlagen aus Walnussholz.

Anschließend gravierte er mit dem Laser an drei Stellen den legendären PokerStars-Spade auf die Box und verwandelte sie so in eine unverwechselbare, maßgefertige PokerStars-Truhe.

Alles in allem dauerte die Arbeit etwa zweieinhalb Tage.

Das Ergebnis ist nicht nur wunderschön, sondern erfüllt seine Aufgabe auch absolut perfekt. Page wird deshalb jetzt auch ähnliche Boxen für die verschiedenen regionalen PokerStars-Touren anfertigen, bei denen ebenfalls Mystery Bounty-Events stattfinden. Jede dieser Boxen wird ein Unikat werden – immer davon abhängig, welches Holz Page für den jeweiligen Zweck finden kann.

(Er sagt, dass er viele seiner Hölzer von Schreinern bezieht, die in den Ruhestand gehen oder ihre Werkstätten schließen. Also benutzt er nur wiederverwendete und umfunktionierte Holzsorten).

Pages Prestigeprojekt

Page geht an das Tischlerhandwerk heran wie an andere künstlerische Tätigkeiten: als eine Möglichkeit, von seiner täglichen Arbeit abzuschalten. Es ist ein Hobby, das er genießen will, und nicht eines, mit dem er Geld machen will.

„Ich habe eine kleine Werkstatt und arbeite dort vor mich hin“, sagt Page über seine Tischlerei. „Damit schalte ich vom Pokern ab. Es ist wirklich therapeutisch und entspannend.“ Über die Mystery Bounty Box sagt er: „Hier prallen zwei Welten aufeinander.“

Page hatte früher eine Etsy-Seite, über die er Aufträge für Möbel usw. annahm. Doch er stellte dieses Projekt wieder ein, als ihm das Ganze zu viel wurde. Er hat einfach keine Lust darauf, dass sich sein Hobby wie ein Job anfühlt.

Mystery Bounty-Ziehung in Monte Carlo

„Ich mache es, weil ich es liebe“, sagt er. „Keiner meiner Freunde oder meiner Familie bekommt ein gekauftes Geburtstagsgeschenk. Stattdessen mache etwas für sie.“ Danach erzählt Page, dass er alle Möbel in seinem Haus selbst hergestellt hat, darunter Truhen, Nachttische, Regale und ein Schachbrett.

Moment mal … ein Schachbrett? Die kollektiven Ohren der PokerStars-Mitarbeiter spitzten sich bei dieser Erwähnung. Seit der Teilnahme des Schach-Superstars Magnus Carlsen an der EPT ist in der Pokerszene ein leichter Schachwahn ausgebrochen.

In Feedback-Umfragen wird Schach häufig erwähnt, und inzwischen gibt es Pläne für die Bereitstellung von Schachsets, mit denen sich Pokerspieler zwischen den Turnieren am Schachbrett entspannen können.

Aber wo finden wir Schachsets, die schön genug für die EPT sind? Wer soll sie herstellen? Na ja, wir hätten da eine Idee …

Live-Updates zu den Mystery Bounty-Events der EPT findet ihr hier.

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