Der Sieger des World Series of Poker Main Event 2025 steht fest: der legendäre Michael „The Grinder“ Mizrachi. Aber falls euch der WSOP Live Stream auf PokerStars so viel Lust auf dieses legendäre Turnier gemacht hat wie mir, für den habe ich ein paar interessante Zahlen zusammengestellt. Denn auch wenn die Teilnahme für deutsche Spielerinnen und Spieler wie ein ferner Traum erscheint, lässt sich mit einigem Recht behaupten, dass die Statistiken der letzten Jahre durchaus für uns sprechen …
Die WSOP 2025 – Michael Mizrachi holt den Titel
Man nennt ihn „The Grinder“, und als nur noch drei Tische beim WSOP Main Event 2025 übrig waren, lag er mit zweieinhalb Blinds ganz weit hinten. Aber heute, nach dem Finale des WSOP Main Events, hat Michael Mizrachi Pokergeschichte geschrieben … und sich ganz nebenbei einen Platz in der „Poker Hall of Fame“ erspielt.
Mit nur noch vier Spielern im Rennen hatte Mizrachi – der zuvor schon sieben WSOP-Bracelets gewonnen hatte – zu Beginn des zweiten Finaltags über 75 % aller Chips im Spiel. Schon in der ersten Hand des Tages musste sich Kenny Hallaert, der belgische Profi, verabschieben: Mizrachis König-Bube waren im All-in stärker als Hallaerts Ass-Dame. Hallaert konnte auf dem River nicht punkten, und der PokerStars-Botschafter musste als Vierter den Finaltisch verlassen – zwei Plätze höher als bei seinem letzten Finaleinzug im Jahr 2016.
Nachdem auch Braxton Dunaway schnell ausgeschieden war (und für Platz drei immerhin noch $4.000.000 mit nach Hause nahm, traf Mizrachi im Finale auf John Wasnock. Doch der Amateur und Investmentberater aus der Nähe von Seattle hatte dem langjährigen Profi nur wenig Chips und relativ wenig Erfahrung entgegenzusetzen.
In der letzten Hand des Turniers ging Wasnock mit zwei Paaren auf dem Turn all in und traf auf einen Flush des Grinders. Damit war Mizrachi Turniersieger, neuer Weltmeister – und glatte 10 Millionen US-Dollar reicher.
Es war eine so dominante Leistung am Finaltisch, wie man sie beim Main Event seit dem Pokerboom nicht mehr gesehen hat. Mizrachi brach sogar den Rekord für die wenigsten Hände am Finaltisch in den letzten 20 Jahren (der bisherige Rekord lag bei 164 Händen im Jahr 2023): Er brauchte nur 79 Hände am Finaltisch, davon 20 am letzten Tag, um sich als neuer Weltmeister zu behaupten.
WSOP Main Event 2025 – Ergebnisse am Finaltisch
1 – Michael Mizrachi – Vereinigte Staaten – $10.000.000
2 – John Wasnock – Vereinigte Staaten – $6.000.000
3 – Braxton Dunaway – Vereinigte Staaten – $4.000.000
4 – Kenny Hallaert – Belgien – $3.000.000
5 – Luka Bojovic – Serbien – $2.400.000
6 – Adam Hendrix – Vereinigte Staaten – $1.900.000
7 – Leo Margets – Spanien – $1.500.000
8 – Jarod Minghini – Vereinigte Staaten – $1.250.000
9 – Daehyung Lee – Südkorea – $1.000.000
v.l.n.r.: Wasnock, Mizrachi, Bojovic, Dunaway, Margets, Minghini, Hallaert, Hendrix, Lee
Die WSOP 2026
Warum du (statistisch gesehen) gute Chancen hast
Wie gesagt: Die Teilnahme an der WSOP ist ein Traum, und die Nachteile sind bekannt. Abgesehen von den Kosten (Reisekosten, Unterkunft, $10.000 Buy-in) erwartet dich ein Starterfeld von 9.000+ Spieler:innen und – wenn du so weit kommst – ein siebentägiges Pokermarathon. Nichts für jeden, und natürlich nichts für Anfänger.
Aber für all jene, für die die WSOP ein Lebenstraum ist – und für alle, die bei den PokerStars Live-Touren ihre Erfahrungen gesammelt haben und/oder sich im Turnierpoker auskennen – haben wir hier ein paar interessante Statistiken zum Main Event gesammelt, die jeder potenzielle Teilnehmer aus Deutschland kennen sollte …
Deutsche Spieler haben in den letzten Jahren gut abgeschnitten
Wenn es neben den USA ein Land gibt, das bei der WSOP besonders hervorsticht, dann ist es Deutschland. Seit 2011 haben deutsche Spieler das Main Event dreimal gewonnen – mehr als jede andere Nation außerhalb der USA.
Die letzten beiden Champions mögen zwar beide Amerikaner sein, aber vier der sechs vorherigen Gewinner kamen aus anderen Ländern, darunter gleich zwei aus Deutschland (Hossein Ensan und Koray Aldemir), einer aus Norwegen (Espen Jorstad) und einer aus Argentinien (Damian Salas).
Koray Aldemir bei der EPT Monte-Carlo
Seit 2008 gab es 17 Main Event-Champions, neun aus den USA und acht aus anderen Ländern. Das ist eine bemerkenswert ausgeglichene Verteilung, wenn man bedenkt, dass die überwiegende Mehrheit der Teilnehmer aus den USA kommt. Zu den namhaften internationalen Gewinnern zählen Peter Eastgate aus Dänemark (2008), Jonathan Duhamel aus Kanada (2010), Pius Heinz aus Deutschland (2011) und Martin Jacobson aus Schweden (2014).
Mit anderen Worten: In den letzten 15 Jahren gab es drei deutsche WSOP Main Event-Gewinner. Und dazu kommt noch die Finaltisch-Teilnahme für Jan-Peter Jachtmann 2023, der Platz vier belegte und immerhin noch mit $3.000.000 nach Hause flog …
Jan-Peter Jachtmann
Du musst nicht jung sein, um zu gewinnen
Es gibt keine Altersbeschränkung für den Gewinn des Main Events, aber die Daten deuten auf einen gewissen Sweet Spot hin. Seit 2008 liegt das Durchschnittsalter der Champions bei etwa 30 Jahren. Wenn wir jedoch die letzten sieben Ausgaben genauer betrachten, steigt dieser Durchschnitt auf 38 Jahre.
Spieler wie Koray Aldemir (31), Espen Jorstad (34), Daniel Weinman (35) und Jonathan Tamayo (38) haben alle in dieser Altersspanne von 30 bis 38 gewonnen. Sogar der Gewinner des Hybrid-Events 2020, Damian Salas, war 38 Jahre alt.
Aber auch hier gibt es Ausreißer. Der Deutsche Hossein Ensan, der Champion von 2019, war zum Zeitpunkt seines Sieges 55 Jahre alt. Damit zählt er zu den ältesten Gewinnern in der Geschichte des Main Events. Am anderen Ende der Skala steht Joe Cada, der 2009 mit nur 21 Jahren gewann.
Hossein Ensan bei der EPT Prag
Durchschnittsalter der Gewinner seit 2008: 30
Durchschnittsalter in den letzten 7 Ausgaben: 38
Du musst nicht von Tag 1 an vorn dabei sein
Einer der größten Irrtümer unter Neulingen ist, dass man am ersten Tag einen riesigen Chipstapel aufbauen muss, um eine echte Chance auf den Sieg zu haben. Die Daten erzählen eine andere Geschichte. Mehrere Champions der letzten Jahre haben nach ihrem ersten Flight relativ bescheidene Chipstapel eingesammelt und trotzdem alles gewonnen.
Espen Jorstad zum Beispiel beendete den Tag 1A im Jahr 2022 mit nur 17.600 Chips, was gerade einmal 29 Big Blinds entspricht. Koray Aldemir, der Champion von 2021, beendete den Tag 1C mit 34.700 Chips (58 Big Blinds). Das sind keineswegs dominante Stacks, doch beide Spieler schafften es, den langen Weg zum Sieg zu meistern.
Allerdings schadet es nie, Chips zu haben. John Cynn (2018) sammelte am Tag 1C 133.000 (266 Big Blinds). Hossein Ensan (2019) beendete Tag 1C mit 180.000 (300 BB), Daniel Weinman (2023) mit 80.000 (133 BB) und Jonathan Tamayo (2024) mit 105.000. Chip-Anhäufung ist zwar hilfreich, aber in der Anfangsphase keineswegs entscheidend. Geduld, gute Entscheidungen und rechtzeitige Aggressivität können dich genauso weit bringen.
Und hier noch zwei Antworten auf Fragen, mit denen sich bei der WSOP etwas Geld sparen lässt:
Welcher Tag eignet sich am besten für die Anmeldung?
Technisch gesehen ist es egal, welchen Tag 1 du wählst. Die Struktur ist an allen vier Tagen gleich und die Spieler:innen starten mit den gleichen Stacks und Blind-Levels. Aber in der Vergangenheit kamen die meisten Gewinner aus den beliebteren Starttagen, Tag 1C und Tag 1D.
Von den letzten sechs Live-Ausgaben (ohne das von der Pandemie betroffene Jahr 2020) starteten fünf Champions am Tag 1C oder 1D. John Cynn (2018), Hossein Ensan (2019) und Koray Aldemir (2021) setzten sich alle am Tag 1C an die Tische, während Daniel Weinman (2023) und Jonathan Tamayo (2024) am Tag 1D ins Rennen gingen. Espen Jorstad, der 2022 gewann, ist die einzige Ausnahme: Er stieg schon früh am Tag 1A ein.
Satellitengewinner können gewinnen – und tun es auch
Ein großer Teil der Teilnehmer des Main Events, normalerweise zwischen 12 % und 17 %, qualifiziert sich über Satellites, sowohl online als auch live. Und hin und wieder schafft es einer von ihnen bis ganz nach oben. Das legendärste Beispiel ist natürlich Chris Moneymaker im Jahr 2003, dessen Satellitengewinn den Pokerboom mit ausgelöst hat.
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