Strategietipps für Badugi
Es braucht Jahre, um Badugi zu meistern, doch eine grundlegende Spielstrategie hilft Anfängern, sich in dieser Pokervariante zurechtzufinden.
Grundlegende Spielstrategie
Empfehlung 1: Achte auf die Position
Position ist eines der wichtigsten strategischen Elemente im Badugi. Ist sie bereits bei Texas Hold’em ein Vorteil, so spielt die Position bei Badugi eine doppelt so wichtige Rolle. Denn sowohl aus dem Draw-Verhalten als auch dem Setzverhalten der Gegner lassen sich entscheidende Rückschlüsse ziehen.
Gerade die Anzahl der gezogenen Karten der Gegner ist eine wertvolle Information für die eigene Entscheidung, wie viele Karten man ziehen soll.
In Position kann man wesentlich mehr Hände spielen als out-of-position.
Empfehlung 2: Spiele nur ausgewählte Starthände
Eine gute Starthandauswahl ist auch im Badugi ein wesentlicher Schlüssel zum Erfolg. Ich empfehle alle Badugis 8-low und besser, alle Dreikartenhände 7-low und besser und Zweikartenhände nur 5-low und besser zu spielen. Zweikartenhände und Einkartenhände sollten generell nur dann gespielt werden, wenn man zu „snowen“ versucht (siehe unten) oder vom Button die Blinds stehlen will.
Empfehlung 3: Low-Discards machen die Starthand stärker
Wenn man Karten wegwirft, die andere gebrauchen könnten, um einen sehr guten Badugi zu machen, so steigt die relative Stärke des eigenen Blattes im Verhältnis zu denen der Gegner. So ist zum Beispiel A♥A♣A♦2♠ eine stärkere Hand als 5♠6♦Q♥K♣.

Empfehlung 4: Spiele deine Hände aggressiv
Prinzipiell sollte man versuchen, die Hand so schnell wie möglich heads-up zu bekommen. Wenn man vorn liegt, wäre es verheerend, seinem Gegner eine Freecard zu geben. Checkraises können gegen die richtigen Gegner sehr effektiv sein, sollten jedoch nur dann eingesetzt werden, wenn man überzeugt davon ist, dass der Gegner einen Check in der überwiegenden Zahl der Fälle mit einem Bet beantwortet, da ansonsten wieder die Gefahr besteht, eine Freecard zu geben.
Wenn man weniger Karten zieht als der Gegner, sollte man setzen oder raisen bzw. reraisen, wenn man einen Badugi gemacht hat und der Gegner mindestens zwei Karten gezogen hat.
Hat man mehr Karten gezogen als der Gegner, sollte man checkcallen oder checkfolden, je nachdem, was die Potodds sagen. In jedem Fall sollte man der Versuchung widerstehen, auf einen Check des Gegners hin den Pot stehlen zu wollen, sofern man nicht wirklich gut gezogen hat.
Empfehlung 5: Wann ein guter Zeitpunkt zum Snowen ist
Ein „Snow“ ist ein Bluff, bei dem der Spieler entweder vorgibt, bereits eine sehr starke Hand (Badugi) zu haben, oder diese im Laufe der drei Draws erhalten zu haben, ohne dass dies tatsächlich der Fall ist.
Snows sind besonders effektiv in Position, wenn bereits feststeht, dass man es – wenn überhaupt – nur mit wenigen Gegnern zu tun haben wird. Oftmals kann ein missglückter Blindsteal-Versuch in der ersten Setzrunde in einen erfolgreichen Snow umgewandelt werden, wenn der Blind-Verteidiger schwach ist.
Low-Discards (siehe Empfehlung 3) machen eine wesentlich nützlichere Snow-Hand als hohe Karten, die der Gegner ohnehin nicht benötigt. So ist zum Beispiel A♥A♠A♦A♣ eine wesentlich bessere Snow-Hand als 10♣J♥Q♥K♣.
Wie bei jedem Bluff gilt auch beim Snowen die Grundregel, dass es nicht zu häufig und möglichst nur in den richtigen Situationen gegen die richtigen Gegner (z. B. tighte Spieler oder Rocks) gespielt werden sollte. Einen Snow gegen eine Calling Station zu spielen ist immer eine Verluststrategie, ganz gleich, wie perfekt die Situation ansonsten aussehen mag.
Empfehlung 6: Take it easy!
Gerade im Badugi kann es manchmal sehr frustrierend sein, wenn man sich in einer Phase befindet, in der die vermeintlich guten Draws so überhaupt nicht eintreten wollen – und das gleich mehrmals hintereinander! Solche Phasen wird jeder Badugi-Spieler im Laufe der Zeit einmal erleben. Hier ist es wichtig, nicht on tilt zu gehen, im Zweifelsfall einmal die Variante zu wechseln oder eine Pause zu machen und später weiterzuspielen. Ein gesundes Maß an Frustrationstoleranz hilft ungemein, größere Verluste zu vermeiden.
Abschließende Anmerkungen:
Die obigen Empfehlungen stellen eine Grundlage für ein Fullring-Spiel und durchschnittliche Spieler dar. Entsprechend muss die Spielstrategie natürlich angepasst werden, wenn der Tisch short wird oder ist oder besonders aggressiv oder passiv bzw. besonders tight oder loose ist.
