Tuesday, 16th April 2024 21:01
Home / Ist Power Path den Hype wert? PokerStars‘ neuer Qualifikationsweg im Urteil der Pros

Du hast wahrscheinlich schon vom Power Path gehört, dem unglaublichen neuen Qualifikationsweg von PokerStars, die mehr Freizeit-Pokerspieler an die Tische der größten Live- und Online-Events bringen soll.

Wir freuen uns schon sehr darauf. Denn beim PokerStars Blog verfolgen wir nicht nur gerne die Online-Qualifikanten bei großen Events – wir lieben besonders die Geschichten von Außenseitern, die manchmal sogar ihr erstes Live-Turnier spielen. Sie machen das Pokerspiel zu etwas Besonderem.

Der Power Path im Einzelnen

Wenn du noch nicht weißt, was der Power Path ist, lass es uns dir kurz erklären. Es handelt sich um einen vierstufigen Qualifikationsweg ($0,50 > $1 > $11 > $109) mit unglaublichen Preisen, die du auf jeder dieser Stufen gewinnen kannst: einen Bronze-Powerpass (im Wert von $109 in Online-Tickets), einen Silber-Powerpass ($2.500 – für Live- oder Online-Events) und einen Gold-Powerpass ($10.300 – für Live- oder Online-Events).

Eine ausführliche, detaillierte Einführung in das PowerPath-Programm findest du hier.

Der Power Path richtet sich in mehrfacher Hinsicht an Gelegenheits- und Freizeitspieler. Zunächst einmal erhält jeder einzelne PokerStars-Spieler täglich ein kostenloses Step 1-Ticket, wenn er ein beliebiges Echtgeldspiel spielt. Außerdem kann sich kein Spieler direkt in die vierte und letzte Stufe einkaufen – und das bedeutet, dass die Profis nicht die Möglichkeit haben, sich direkt auf der letzten Sekunde einzukaufen und dir den Weg zu den Powerpässen zu versperren.

Natürlich wirft das wiederum die Frage auf, was die Pokerprofis von diesem neuen System halten. Sind sie begeistert davon – oder eher genervt?

Um das herauszufinden, sprachen wir mit dem Qualifier-Spezialisten David Docherty – einem langjährigen Profi, der vor kurzem die Irish Poker Open für €365.000 gewann, nachdem er die Teilnahme an einem Satellite gewonnen hatte – sowie mit dem Satellite-Experten Lex Veldhuis und Sebastian „peace&loove“ Huber, der vor kurzem sein erstes EPT Main Event spielte, nachdem er ein Online-Satellite für die EPT Paris gewonnen hatte.

Der Pokertraum

Einer der Hauptgründe, warum PokerStars den Power Path eingeführt hat, ist folgender: Wir wollen den Pokertraum am Leben erhalten. Für die meisten Spieler weltweit besteht dieser Traum darin, sich den Weg zu einem großen Event zu erspielen und dort richtig für Aufsehen zu sorgen.

Diesen Traum hatte Docherty schon 2007, als er 19 Jahre alt war und sein erstes Satellite für die EPT Kopenhagen spielte.

„Wie viele Freizeitspieler der damaligen Zeit habe ich vor allem deshalb mitgespielt, weil ich im Fernsehen gegen die großen Namen in einem prestigeträchtigen Turnier antreten wollte“, sagt er. „Vielleicht die Chance zu haben, etwas Geld zu gewinnen. Aber auch, um ein bisschen zu reisen. Als ich 19 war, sah ich Poker als eine Möglichkeit, die Welt zu sehen, und mit Live-Satellites kam man günstig an tolle Reiseziele.“

Auch Veldhuis nutzte in seinen Anfangstagen die Vorteile von Live-Satellite-Angeboten – und qualifizierte sich online für seine ersten sieben EPT-Stationen. „Das waren wirklich coole Erfahrungen, und es war sehr motivierend für mich, große Turniere für relativ wenig Geld zu spielen“, sagt er. „Ich hatte sogar hier und da ein paar Erfolge, was meiner Bankroll damals sehr gut getan hat.“

Für Huber sind die Erfahrungen ähnlich: „Als ich mit dem Pokern anfing, war es mein großes Ziel, an einem großen Live-Event teilzunehmen. Es spielte keine Rolle, welches – ich wollte einfach nur eines spielen.

Ich habe mich dann im letzten Satellite für das EPT Paris Main Event qualifiziert – meine erste EPT überhaupt. Es ist eine so prestigeträchtige Serie, dass es etwas ganz Besonderes war, dort zu spielen, vor allem als PokerStars-Botschafter.“

Das Feuer neu entfachen

Power Path hofft, dieses Feuer neu zu entfachen und den Pokertraum für all jene Gelegenheitsspieler am Leben zu erhalten, die zu Hause EPT- und COOP-Streams verfolgen und sich wünschen, selbst dabei zu sein.

„Meiner Meinung nach müssen wir unbedingt mehr Freizeitspieler zu diesen Veranstaltungen bringen“, sagt Veldhuis. „Zum einen haben sie danach immer eine gute Geschichte zu erzählen, zum anderen könnte dadurch der nächste Pokertraum Wirklichkeit werden. So eine Erfahrung kann tatsächlich den Unterschied ausmachen und jemanden dazu motivieren, sich von einem guten Amateur oder Freizeitspieler zum Profi zu entwickeln.“

Docherty ist der gleichen Meinung.

„Bis heute habe ich nicht vergessen, wie wichtig Live-Satellites für meine Pokerkarriere waren – und immer noch sind“, sagt er. „Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie Pierre Neuville Sitze für so ziemlich jedes Live-Event gewonnen hat, genauso wie Dara O’Kearney in den letzten Jahren. Ich selbst habe gerade eben die Irish Open über ein Live-Satellite gewonnen. Es würde mich sehr freuen, wenn auch andere diese Chance bekämen.

Wir brauchen solche Geschichten im Poker.“

Für Gelegenheitsspieler gemacht

In letzter Zeit haben sich immer weniger Gelegenheitsspieler für große Turniere wie die EPT Main Events qualifiziert. Woran liegt das?

„Die Struktur der Live-Satelliten hat sich in den letzten zehn Jahren stark verändert“, erklärt Docherty. „Ein wichtiger Grund besteht darin, dass die Strategien für Satellitenturniere in den letzten Jahren Gemeingut geworden sind. Dadurch haben auch durchschnittliche Freizeitspieler Zugang zu wirklich guten Informationen darüber, wie man sie spielen kann.“

Docherty glaubt, dass der einschüchternde Charakter schwieriger Satellites Gelegenheitsspieler abgeschreckt hat. Das spürt selbst er, wenn er die $530 EPT Online-Qualifikationsturniere spielt.

„Sie stecken voller Profis und Regulars; viele Leute melden sich erst spät an und investieren zwei oder drei Buy-ins. Es kann ziemlich schwierig sein, da durchzukommen, wenn man ein Freizeitspieler ist, weil die Gegner größtenteils gut spielen. Aber man hat natürlich auch einfach damit zu kämpfen, dass die Leute zwei- oder dreimal in dasselbe Satellite einsteigen.“

Auch Huber kennt diese Problematik. „Die normalen $530-Satellites für große Events sind sehr pro-lastig, sodass man nur schwer einen Platz gewinnen kann. Power Path ist genau das Richtige, um einen weiteren Weg zu den großen Events zu schaffen.“

Mit Power Path hofft PokerStars, hier Abhilfe zu schaffen, indem es keine direkten Buy-ins und keine Re-Entrys in der letzten Stufe (Step 4) zulässt. Veldhuis – der bei jeder seiner Sessions Online-Satellites spielt – erkennt die Bedeutung eines solchen Weges für Freizeitspieler an.

Online-Satellites aus der Profi-Perspektive

„Ich finde es toll, dass das $109 Buy-in die höchste Stufe ist und dass man sich nicht direkt in diese Stufe einkaufen kann – was bedeutet, dass man das $11 Step 3 MTT spielen muss. Wenn ich Satellites spiele, zum Beispiel für das SCOOP Main Event, spiele ich die $1.000 Satellites und ich spiele die $109 Satellites. Dagegen weiß ich jetzt schon, dass ich die $11 Step 3-Turniere nicht spielen werde.

Ich denke, das beweist, dass das System funktioniert. Natürlich gewinnen viele Profis die Qualifikationsturniere – und das ist auch gut so, wenn alles fair und anständig läuft. Außerdem gibt es immer noch Freizeitspieler, die sich ihren Weg zu den großen Events erkämpfen. Aber ich denke, Power Path macht es den Gelegenheitsspielern einfacher und den Profis schwieriger, und das ist eine wirklich gute Sache.“

Docherty erinnert sich daran, wie er in diesem Jahr versuchte, einen Platinum Pass für die PokerStars Players Championship (PSPC) 2023 zu gewinnen – und zwar über die MegaPath-Route, die einer ähnlichen Struktur folgte wie der Power Path.

„Als ich das $1K-Level von MegaPath spielte, fiel mir auf, dass das Spielniveau nicht so hoch war wie bei den $530 EPT-Satellites“, sagt Docherty. „Der Grund dafür ist, dass viele Profis sich nicht die Mühe machen, sich auf niedrigeren Pfaden für das Qualifikationsturnier zu qualifizieren. Sie würden sich lieber für maximal 1.000 Dollar nachmelden, wenn sie die Möglichkeit dazu hätten.

Aber im Path-System ist das nicht erlaubt. Ich denke, das ist gut für die Poker-Ökologie.“

Online-Satellites aus der Amateur-Perspektive

Docherty erwähnt dann ein Dilemma, mit dem Freizeitspieler früher regelmäßig konfrontiert waren.

Nehmen wir an, du bist ein einheimischer deutscher Spieler und möchtest am EUREKA Hamburg teilnehmen. Du hast vermutlich nur sechs bis acht Wochen vor dem Event die Möglichkeit, dich per Satellite zu qualifizieren. Und wahrscheinlich hast du in dieser Zeit auch noch andere Verpflichtungen und kannst nicht jedes Mal spielen, wenn ein Satellite läuft.

„Damit bleiben einem wahrscheinlich nur ein paar Gelegenheiten, einen Platz zu gewinnen, und die Chance ist groß, dass man es nicht schafft“, sagt Doherty. „Aber mit Power Path kann man das ganze Jahr über an Qualifikationsturnieren teilnehmen und dann auf das Event warten, das einem zusagt. Das macht die Qualifikation viel zugänglicher.“

Und vergiss nicht: Für jeden Tag, an dem du ein Echtgeldspiel auf PokerStars spielst, bekommst du ein kostenloses Step 1-Ticket. Damit hast nahezu endlos viele Chancen auf dem Power Path.

Die Auswirkungen von Power Path

Was erhoffen wir uns von PowerPath?

Pokerfans sollen mit Power Path ihre Chance auf der großen Bühne bekommen. Junge Träumer sollen mit Power Path die ersten Schritte auf ihrer Pokerreise machen. Und Lokalhelden und langjährige Grinder sollen mit Power Path die Pokerleiter hinaufsteigen.

„Ich bin mir sicher, dass es Leute geben wird, die noch nie ein Live-Turnier gespielt haben, bevor sie sich auf dem Power Path durchsetzen und dann das Turnier gewinnen, das sie sich ausgesucht haben“, sagt Docherty. „Das wird bestimmt passieren. Ich würde mich riesig freuen, wenn das passiert. Ich bin froh, dass PokerStars sich entschlossen hat, die Satellites ein wenig aufzumischen, denn ich denke, sie haben eine Auffrischung gebraucht. Und Power Path scheint mir ein spannender Schritt in die richtige Richtung zu sein.“

Sowohl Huber als auch Veldhuis werden ihren Twitch-Communities das Power Path-Programm empfehlen, um Menschen zusammenzubringen und mehr Pokerfans die Möglichkeiten zu geben, die sie verdienen.

„Ich würde Gelegenheitsspielern definitiv empfehlen, sich über den Power Path für große Live-Events zu qualifizieren“, sagt Huber. „Sie werden Erfahrungen machen, die sie nie vergessen werden – und sie haben die Chance, satte Preisgelder zu gewinnen. Ich bin schon sehr gespannt darauf.“

Veldhuis stimmt dem zu. „Ich kann es kaum erwarten, zu sehen, was dabei herauskommt. Viel Glück an alle, wir sehen uns im High Roller-Event!“

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