Home / Draw Poker Kurs / Deuce-to-Seven Triple Draw / 2-7 Triple Draw – Starthandauswahl

2-7 Triple Draw – Starthandauswahl

Eine gute Starthandselektion ist auch bei Deuce-to-Seven Triple Draw wichtig. Wir erklären dir, was du beim Pre Draw-Spiel beachten musst.

In dieser Artikelserie wollen wir 2-7 Triple Draw auf einem fortgeschrittenen Level betrachten. Als Vorbereitung für diesen Kurs solltest du die Triple Draw Einführung sowie die Triple Draw Basisstrategie gelsen haben. Wer Lust auf weitere 2-7 Triple Draw-Artikel hat, der kann sich die Konzepte für Fortgeschrittene durchlesen. Neben einem Predraw-Spiel gibt es Tipps für das Spiel nach dem zweiten Draw sowie für das Spiel nach dem dritten Draw.

Deuce-to-Seven Triple Draw Starthandselektion

Die wichtigste Entscheidung im 2-7, wie wahrscheinlich in den meisten Pokervarianten, ist die Auswahl der Starthände. Grundsätzlich können die Starthände wie folgt kategorisiert werden:

  • Pat-Hände
  • One-Card-Draws
  • Two-Card-Draws
  • Three-Card-Draws

Alles andere sollte grundsätzlich nur dann gespielt werden, wenn wir im Big Blind sitzen und der Pot nicht geraist wurde.

Pat-Hände

Mit einer Pat-7 und Pat-8 sollte man gleich von Beginn an stehen bleiben und diese dann so aggressiv wie möglich spielen, um sie zu schützen. Eine Pat-9 ist schon etwas schwieriger.

Wenn wir eine smoothe Pat-9 haben, also eine Pat-9 mit sehr guten Beikarten, z. B. etwas wie 97532, dann sollten wir die 9 wegwerfen und unsere Hand wie einen One-Card-Draw spielen, da wir auf drei Draws eine knapp 70%ige Chance haben, wieder eine 9-low oder besser zu machen.

Wenn wir die Neun behalten, haben wir zu 100 % eine Pat-9. Wenn wir sie discarden, also wegwerfen, dann machen wir zu:

  • etwa 14 % eine 9-low
  • etwa 19 % eine 8-low
  • etwa 37 % eine 7-low
  • etwa 30 % eine T-low oder schlechter

Das bedeutet also, dass wir ein 30%iges Risiko eingehen, am Ende eine schlechtere Hand zu halten, und uns dafür eine 56%ige Chance einräumen, eine 7-low oder 8-low zu machen, die deutlich bessere Gewinnaussichten haben. Es wäre also in jedem Fall ein Fehler, mit dieser smoothen 9-low stehenzubleiben.

Mit einer roughen Pat-9, also so etwas wie 98732, sollten wir uns nur dann einmischen, wenn wir den Pot mit hoher Wahrscheinlichkeit heads-up bekommen. In diesem Fall sollten wir mit der Pat-9 stehenbleiben, sie aggressiv anspielen und hoffen, dass sie bis zum Schluss hält. Bei viel Predraw-Action von mehr als einem Spieler vor dem Flop tun wir gut daran, solche roughen Hände in den Muck zu befördern.

One-Card-Draws

Ein One-Card-Draw zeichnet sich dadurch aus, dass wir vier Karten zu einer 7-low oder 8-low haben, und eine Karte, die wir nicht gebrauchen können, um eine 7-low oder 8-low zu machen, und die wir infolgedessen wegwerfen. Allerdings sind nicht alle One-Card-Draws gleichwertig.

Prinzipiell lassen sich die One-Card-Draws danach kategorisieren, wie viele Outs sie haben, um eine 7-low beziehungsweise eine 8-low zu machen, denn darin besteht das erklärte Ziel. Innerhalb dieser Kategorien unterscheide ich danach noch, wie smooth oder rough im Schnitt die Hände werden, die diese Draws machen.

All diese Hände können in Abhängigkeit von Position und der Action gespielt werden. Wenn wir beispielsweise im Small Blind sitzen und vor uns geraist und gereraist wurde, dann können wir problemlos alle 8-low-Draws, alle Straightmaker und gegebenenfalls auch die Rough-7-Draws wegwerfen. Wenn wir uns jedoch aufgrund von Position und Action entscheiden sollten, eine dieser Hände zu spielen, dann sollten wir predraw jede von ihnen mit einem Raise spielen!

Aggression ist ein sehr wichtiges Element, um 2-7 Triple Draw erfolgreich spielen zu können.

Werden wir gereraist, können wir die Stärke unserer Hand mit einbeziehen. Mit unseren stärksten Draws jedoch, den Smooth-7-Draws, sollten wir solange raisen, bis der Pot gecapt ist.

Two-Card-Draws

Grundsätzlich sollte jeder Two-Card-Draw gespielt werden, der eine 2 und zwei Karten zwischen 3 und 7 enthält.
Allerdings sind Two-Card-Draws, die eine 6 enthalten, etwas schwächer und können getrost angesichts heftiger Action oder schlechter Position gefoldet werden.

  • Spielbare Two-Card-Draws ohne Sechs: 4-3-2-x-x, 5-3-2-x-x, 5-4-2-x-x, 7-3-2-x-x, 7-4-2-x-x, 7-5-2-x-x
  • Spielbare Two-Card-Draws mit Sechs: 6-3-2-x-x, 6-4-2-x-x, 6-5-2-x-x, 7-6-2-x-x

Blind Steal und Blind Defense

Wenn man das Ziel verfolgt, die Blinds zu stehlen oder seinen Blind (vornehmlich den Big Blind) gegen einen vermeintlichen Blind Steal zu verteidigen, können die Starthandanforderungen ruhig etwas gelockert werden und man sollte folgende Two-Card-Draws, die wenig Straight-Potential haben, noch in seine Starthände einbeziehen:

7-4-3-x-x, 7-5-3-x-x, 7-5-4-x-x, 7-6-3-x-x, 8-4-3-x-x, 8-5-3-x-x

Wenn man allerdings Gegenwehr bekommt und sich nicht alsbald verbessert, sollte man diese Hände lieber aufgeben.

Three-Card-Draws

Einen Three-Card-Draw sollten wir grundsätzlich nicht spielen. Wenn wir uns allerdings in einer günstigen Steal-Position befinden oder unseren Big Blind gegen einen vermeintlichen Blind Steal verteidigen, dann kann man dies auch mit jedem Three-Card-Draw tun, der zumindest eine 2 und keine 6 enthält.

Position

Es kann nicht oft genug betont werden: Gerade in Drawgames ist Position besonders wichtig. Das liegt daran, dass wir in Position sowohl

  • das Setzverhalten unserer Gegner beobachten können, bevor wir uns selbst entscheiden müssen, was wir tun als auch
  • in der Draw-Runde beobachten können, wie viele Karten unser Gegner noch drawt.

Ich werde in den folgenden Artikeln, sofern es relevant wird, wieder darauf eingehen, welche Optionen wir mit Position auf unseren Gegner haben, die uns ohne Position gegebenenfalls verwehrt blieben.

 

Direkt-Links