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2-7 Triple Draw – Einführung

Deuce-to-Seven Triple Draw ist eine spannende Pokervariante, die aufgrund des 8-Game Pokermix sehr wichtig ist. In diesem Artikel gehen wir auf die Grundlagen ein.

Das Spiel 2-7 Triple Draw wird sowohl als Fixed-Limit, Pot-Limit sowie als No-Limit Variante gespielt. Anfänger sollten sich zunächst mit Limit Triple Draw beschäftigen. Hier gibt es eine Einführung. Wer neugierig ist, der kann sich auch die Triple Draw Basisstrategien ansehen. Von dort verlinken wir zu ausführlicheren Artikeln.

Wie wird Triple Draw gespielt?

Lowball 2-7 Triple Draw ist ein Buttongame, d. h. es gibt einen Dealerbutton sowie einen Small Blind und einen Big Blind. Da 2-7 Triple Draw, wie der Name bereits sagt, ein Draw-Pokerspiel ist, bei dem jeder bis zu dreimal neue Karten ziehen darf, wird es üblicherweise 6-max gespielt, also mit maximal sechs Spielern am Tisch.

Fixed-Limit-Spiele werden nach den Small Bets und Big Bets bezeichnet. Bei einem $2-$4-Fixed-Limit-Spiel würde der kleine Einsatz (Small Bet) $2 und der große Einsatz (Big Bet) $4 betragen. Dementsprechend würde in einem solchen Spiel der Small Blind der Hälfte des Small Bets – also $1 – und der Big Blind exakt dem Small Bet – also $2 – entsprechen.

Im Deuce-to-Seven gewinnt bei einem Showdown derjenige, der die schlechteste Pokerhand vorzeigen kann, sodass alle sogenannten Made Hands, also z. B. Straights, Flushes oder auch ein Paar, keine guten Hände darstellen. Zu beachten ist, dass das As im 2-7 immer als Highcard gewertet wird, sodass es keine Straight 5-4-3-2-A im Lowball 2-7 gibt. Eine solche Hand würde als As-hoch: A-5-4-3-2 gewertet werden.

Der Spielablauf

Zunächst werden von den beiden Spielern links vom Button, wie im Texas Hold’em, die Blinds gebracht. Sodann erhält jeder Spieler, angefangen mit dem Small Blind, fünf Karten.

Die erste Setzrunde beginnt. Jeder Spieler kann seine Karten wegwerfen (folden), den bislang höchsten Einsatz mitgehen (callen) oder erhöhen (raisen). Wurde noch kein Einsatz gebracht, kann man checken oder setzen (betten). Die Höhe des Einsatzes bei einem Bet oder Raise ist dabei festgelegt und entspricht in den ersten beiden Setzrunden dem Small Bet sowie in den letzten beiden Setzrunden dem Big Bet. In den meisten Fällen wird jede Setzrunde auf ein Maximum von vier Bets (Cap) gedeckelt.

Nach der ersten Setzrunde folgt der erste Draw und jeder Spieler wirft, beginnend mit dem Small Blind, zwischen null und fünf Karten weg und erhält dafür eine gleiche Anzahl neuer Karten aus dem Deck.

Die zweite Setzrunde eröffnet der Small Blind beziehungsweise der Spieler, der am nächsten links vom Button sitzt. Nach dieser Setzrunde erfolgt der zweite Draw und jeder Spieler, der noch aktiv ist, d. h. nicht gefoldet hat, darf wieder zwischen null und fünf Karten ziehen.

Nach einer weiteren Setzrunde erfolgt ein dritter Draw (daher auch der Name Triple Draw) nach denselben Regeln. Nach einer abschließenden vierten Setzrunde kommt es zum Showdown, in dem die schlechteste Pokerhand gewinnt.

Das Coinflip-Prinzip

Im Texas Hold’em ist den meisten Spielern bekannt, dass ein Pocketpair gegen zwei Overcards bis zum River eine Siegchance von etwa 50 % hat. Situationen wie diese, in denen zwei unterschiedliche Hände mit etwa gleich hohen Gewinnchancen aufeinandertreffen, werden auch „Coinflips“ (Münzwürfe) genannt, da die Konstellation wahrscheinlichkeitstheoretisch damit vergleichbar ist, als würde man eine Münze werfen. Es ist wichtig zu verstehen, gegen welche Hände man in etwa 50 % Gewinnwahrscheinlichkeit hat, um zu wissen, ob man vorn liegt oder nicht. Zwei Coinflip-Situationen sollte man sich also einprägen.

Coinflip 1: Jack-high vs. One-Card-Draw

Im Deuce-to-Seven ist jede Hand Jack-high in etwa ein Coinflip gegen einen One-Card-Draw, also einen Spieler, der noch eine Karte zieht. Simulationen zeigen sogar, dass die schlechteste Jack-high-Hand (6-8-9-T-J) immer noch ein leichter Favorit gegen den besten One-Card-Draw (2-3-4-7-x) ist. Vorausgesetzt natürlich, die Hand ist bereits heads-up. Selbstverständlich hat eine Jack-high-Hand keine etwa 50%ige Gewinnchance, gegen zwei One-Card-Draws zu bestehen.

Coinflip 2: 9-high vs. zwei One-Card-Draws

Ist die Hand hingegen nicht heads-up oder ist die Hand zwar heads-up, doch es folgen noch zwei Draws, dann ist die Hand, die etwa gleichwertig mit zwei One-Card-Draws beziehungsweise einem One-Card-Draw ist, der noch zweimal ziehen kann, eine 9-high.

Coinflip 3: King-high vs. Two-Card-Draw

Nicht ganz so bedeutsam, dafür jedoch mindestens so erstaunlich wie Coinflip 1 und 2, ist Coinflip 3. Der beste Two-Card-Draw (2-3-4-x-x) ist immer noch ein leichter Außenseiter gegen die schlechteste King-high-Hand (8-T-J-Q-K).

Die wichtigsten Grundelemente

Position

Die drei wichtigsten Grundelemente im Triple Draw sind:

  1. Position
  2. Position
  3. Position

Der Wert der Position in diesem Spiel kann nicht deutlich genug herausgestellt werden. Es gibt vermutlich auch kaum eine Fixed-Limit-Poker-Variante, in der Position so wichtig ist wie im Lowball Triple Draw. Warum aber ist Position gerade hier so wichtig?

Zunächst einmal gibt es im Triple Draw – abgesehen von den Informationen, die in der Setzrunde stattfinden – eine vollkommen neue positionsabhängige Informationsquelle: die Anzahl der Karten, die gedrawt werden. Diese Information allein ist schon äußerst mächtig, da sie einem Spieler ziemlich genau verrät, wo er steht. Wenn beispielsweise ein Spieler vor ihm out-of-position eine Karte auf dem letzten Draw zieht, dann weiß er, dass er mit einer Hand wie 2-5-7-9-T deutlicher Favorit ist, wenn er selbst stehenbleibt und keine Karte nimmt.

Darüber hinaus gelten natürlich ebenfalls die „üblichen“ Positionsargumente, die auch in anderen Varianten zum Tragen kommen. Position zu haben bedeutet, mit einem wesentlich höheren Maß an Informationen Draw- und Einsatzentscheidungen treffen zu können.

Aggression

Das Grundelement, das als nächstes in der Hierarchie „Bedeutsamkeit“ folgt, ist Aggression.

Aggression ist im Fixed-Limit Triple Draw, ebenso wie in anderen Fixed-Limit-Spielen, extrem wichtig, um Spieler aus dem Pot zu drängen. Ein guter 2-7-Spieler spielt selektiv, doch wenn er spielt, dann extrem aggressiv, indem er die meisten seiner Starthände vor dem ersten Draw raist und reraist. Das Ziel mit den guten Draws besteht darin, den Pot so schnell wie möglich heads-up zu bekommen.

Handreading

Es ist stets ein Vorteil, die Hand des Gegners „lesen“ beziehungsweise den Gegner zumindest auf eine möglichst eingeschränkte Handrange festlegen zu können. Im Lowball ist diese Fähigkeit etwas leichter anzuwenden als in anderen Varianten, da es, abgesehen von den Informationen durch die Draws und das Setzverhalten, weder ein Board (wie in Hold’em-Varianten) noch persönliche Karten (wie in Stud-Varianten) gibt, von denen das Spiel des eigenen Blattes abhängig sein könnte. Es ist somit leichter, Verhaltensmuster wie beispielsweise „Spieler A bleibt nach dem ersten Draw mit jeder T-high oder besser stehen“ zu etablieren. Im Übrigen folgt auf jede Setzrunde (abgesehen von der letzten) ein Draw, der in etwa die Qualität der Hand eines Spielers (und damit auch in Relation zu seinem davor gezeigten Setzverhalten) preisgibt.

 

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