Indian Wells ist zurück. Nach pandemiebedingter Absage in der vergangenen Saison hat das Masters einen neuen Termin im Kalender der ATP erhalten. Statt wie zuvor im März wird 2021 im Oktober in Kalifornien aufgeschlagen. Sicher ist schon vor dem ersten Punkt: Es wird einen neues Sieger geben. Kein einziger ehemaliger Titelträger ist dabei.

Im Jahr 2019 gewann Dominic Thiem. Der Österreicher muss ebenso verletzt passen wie sein Vorgänger von 2018 Juan Martin del Potro. Ivan Ljubicic, Turniersieger von 2010, ist mittlerweile Coach von Roger Federer. Der Schweizer sowie Rafael Nadal und Novak Djokovic sind ebenfalls nicht mit von der Partie. Die Big Three machten die restlichen Masters-Titel in Indian Wells seit 2004 unter sich aus.

Medvedev Top-Favorit

Also muss einen Premierensieger geben. Da fällt einem wie selbstverständlich Daniil Medvedev als erster Kandidat ein. Der Russe schlug bei den US Open Branchenprimus Djokovic im Finale und sicherte sich seinen ersten Grand-Slam-Titel. In der Weltrangliste ist er die Nummer 2 und somit auch auf dem Papier jener, der die Nachfolge der Big Three antreten wird. In Indian Wells hat er aber noch keine Erfolge vorzuweisen. Nie kam er über die dritte Runde hinaus, nur drei seiner sechs Matches in Florida konnte er für sich entscheiden. Nichtsdestotrotz spricht die aktuelle Form eindeutig für ihn. Seit August bestritt er 16 Spiele, alle auf nordamerikanischem Boden und auf Hardcourt – 15 Mal verließ er den Platz als Sieger (alle Wetten zum Masters in Indian Wells).

Turniersieg Medvedev2.75

Zverev und Indian Wells – das passte bislang nicht

Mit Medvedevs Siegquote kann aber auch Alexander Zverev mithalten. Bei den Olympischen Spielen machte es klick. Mit der Goldmedaille im Gepäck gewann er das Masters von Cincinnati, in New York scheiterte er nach fünf engen Sätzen erst im Halbfinale an Djokovic. Seit seinem enttäuschenden Aus im Achtelfinale von Wimbledon stand er bis zur Vorschlussrunde der US Open bei 15 Erfolgen in Serie. In der Verfassung weiß Zverev selbst, dass er jeden schlagen kann, auch wenn ihm das Turnier von Indian Wells nicht zu liegen scheint. Bei seinem ersten Auftritt flog er im Achtelfinale gegen Nadal raus, danach strich er einmal in der ersten und zweimal in der zweiten Runde die Segel.

Turniersieg Zverev5.00

Hurkacz ist das „Dark Horse“

Und der Rest? Wer noch in die Phalanx der Großen einbricht ist schwer zu beantworten. Ein Durchmarsch zweier No-Names, wie in der Damen-Konkurrenz der US Open gesehen, scheint bei den Herren fast unmöglich. Die Endspiele und Turniersiege waren beim Indian Wells Masters fast immer den ganz Großen vorbehalten. Aktuell formstarke Spieler wie Gael Monfils, Hubert Hurkaczs oder Karen Khachanov schafften es aber auch schon 2019 unter die letzten Acht. Borna Coric oder Carreno-Busta standen vor zwei bzw. drei Jahren sogar im Halbfinale. Gerade auf Monfils, der eine starke Saison spielt, oder Hurkacz, dem mit dem Turniersieg beim Miami Masters in diesem Jahr der Durchbruch gelang, könnte eine Wette lohnen.

Hurkacz zieht ins Halbfinale ein8.50
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