Unmittelbar nach den French Open geht das Rasenturnier in Halle/Westfalen in seine 29. Auflage. Das Turnier gehört zur Kategorie ATP500 und ist damit neben dem Turnier im Queens Club in London das zweitwichtigste Turnier auf Rasen nach Wimbledon. Etliche Top-Spieler nutzten deshalb auch die Möglichkeit, sich bei den Noventi Open auf das Major in London vorzubereiten – allen voran Roger Federer.

Eigentlich war der Schweizer immer der große Favorit auf den Titel in Halle. Er konnte hier bereits zehn Turniersiege feiern und hat eine Matchbilanz von 68 Siegen gegenüber nur sieben Niederlagen. Dieses Jahr aber ist alles anders.

Federer nur Außenseiter

Federer pausierte nicht nur wegen Corona, sondern auch wegen zwei Knie-Operationen. In Paris kam er zwar ins Achtelfinale, zog aber zurück, weil er die körperliche Belastung vor Wimbledon steuern wollte. Das Turnier im All England Champions Club steht für den Schweizer an allererster Stelle.

Halle dient auch ihm als Vorbereitung. Seine Bilanz beim Turnier an der „Roger-Federer-Allee“ (die Straße zum Stadion hin wurde 2012 umbenannt) ist beeindruckend. In fast jedem Jahr seiner Karriere schlug er zu Beginn der Rasensaison in Halle auf. Es ist eines seiner erklärten Lieblingsturniere und nicht umsonst hat er zehn Turniersiege auf dem Konto.

Allerdings stehen weiterhin Fragezeichen hinter Fitness und Spielniveau des Schweizers. Auf Sand spielte er in den letzten Jahren sowieso nicht die Sterne vom Himmel, auf Rasen könnten ihm aber nun ebenfalls andere den Rang ablaufen.

Auch Zverev kann Halle

Zum Beispiel Alexander Zverev. Dem liegt das Turnier in Halle genauso wie dem Schweizer Maestro. 2017 (1:6 und 3:6 gegen Federer) und 2016 (2:6, 7:5. 3:6 gegen Florian Meyer) erreichte er das Finale und besiegte vor fünf Jahren in einem wahren Dreisatzkrimi im Halbfinale auch Federer. Gelingt Zverev nach seinem guten Turnier in Paris die schnelle Umstellung auf das Spiel auf Rasen, kommt er wieder für einen Triumph infrage.

Das kommen in erster Linie auch Andrey Rublev und Daniil Medvedev. Letzterer wird heilfroh sein, dass er den ungeliebten Sand hinter sich lassen kann. Die Nummer 2 der Welt hat aber auch auf Gras mit 18 Siegen gegenüber zwölf Niederlagen keine allzu starke Bilanz vorzuweisen. In Wimbledon kam er noch nie über die dritte Runde hinaus.

Ähnlich sieht es bei Andrey Rublev aus. Dem Russen ist ein steiler Aufstieg bis auf Platz 7 der Weltrangliste geglückt, seine Ergebnisse auf Rasen sind dafür aber nicht verantwortlich. Rublev hat in seiner Karriere überhaupt erst 18 Spiele auf Gras bestritten. Seine zehn Siege werden Zverev oder Federer nicht allzu viel Respekt einflößen.

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