Mit Argusaugen wurde in den USA das Finalturnier der Deutschen Basketball Liga im Juni verfolgt. Als einzige Hallensportart trotzte die BBL dem Coronavirus. Was sich nun die NBA und NHL für den Re-Start ausgedacht haben, ruft Bewunderer als auch eine nicht minder große Zahl an Zweiflern auf der Plan: 46 Teams verteilt auf drei Städte, teilweise in Corona-Hotspots, an die 1000 Spieler für drei Monate in völliger Isolation, um dann im Herbst die Bubble Champions zu krönen. Vielleicht!

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Houstons PJ Tucker reist mit seiner kompletten Schuhsammlung an. Das Clippers-Duo Montrezl Harrell und Clippers-Teamkollege Patrick Beverley gehen statt Korb- lieber auf Fischjagd und – dem Disney-Filter sei dank – ein Hassan Whiteside mit Mickey Maus-Ohren. Alleine für diese Eindrücke aus der NBA Bubble im Walt Disney World (Orlando) hätte sich der ganze Aufwand schon gelohnt, heißt es in der Instagram-Community. Basketball wird dann tatsächlich auch wieder gespielt.

Zion Rule: Zusätzliche Playoff-Chance für die Neunten

Zwischen Maya-Pyramiden und dem Cinderella-Schloss ließ die Liga noch zusätzliche Courts errichten, wo in der Nacht von Donnerstag auf Freitag der NBA Restart mit durchaus komplexem Modus erfolgt. Sprich: Alle Teams bestreiten noch acht Regular Season-Spiele, um die fehlenden sechs Playoff-Teilnehmer zu ermitteln (alle Langzeit-Wetten zum NBA-Restart). Das verspricht (im Westen) einerseits Spannung, doch der Hintergedanke der NBA-Bosse ist ein anderer: Den New Orleans Pelicans und Jahrhunderttalent Zion Williamson eine goldene Brücke in die Playoffs bauen – wenn nötig über ein zusätzliches Play-In-Turnier!

Dieses Prinzip kommt zum Tragen, wenn der Achte und der Neunte der jeweiligen Conference nicht mehr als vier Siege auseinander liegen. Ganz so abwegig scheint eine Aufholjagd von Williamson und Co. mit Blick auf die Quoten der Bookies sowie den Spielplan nicht. Zusammengezählt bringen es die Gegner der Pels nur auf eine Sieg-Quote von 49,5 Prozent. Und voraussichtlich dürfte es für Washington, San Antonio, Sacramento und „Gastgeber“ Orlando in den letzten vier Partien dann schon um nichts mehr gehen (alle Wetten zu den Partien in der NBA).

Erfahrung schlägt Frische – oder andersherum?

Ob dann im weiteren Verlauf des terminlich eng getakteten Turniers die Youngsters wie Williamson oder Luka Doncic (Dallas Mavericks) Konditionsvorteile haben oder der Modus mit all seinen Unwägbarkeiten doch eher einem LeBron James wie auf den Leib geschnitten ist, lautet die meist diskutierte Frage der Basketball-Welt. Der alternde „King“ (36) hatte seit dem letzten Spiel seiner LA Lakers vier Monate Zeit, um die Akkus für die Post Season aufzuladen. Die Erfahrung von 239 Playoff-Spielen sucht innerhalb der Bubble seinesgleichen und könnte gar den fehlenden Homecourt-Advantage auffangen.

Auf dem dem Weg in seine zehnten NBA Finals muss James definitiv am Stadtrivalen vorbei. Dass die LA Clippers vor der Pause fünf Siege weniger auf dem Konto hatten, lässt sich fast gänzlich auf das nun aufgehobene Load Management von Kawhi Leonard zurückführen, der zusammen mit Paul George das wohl beste Two Way-Duo der Liga bildet. Head Coach Doc Rivers kann nunmehr auf ähnliche Cruchtime-Momente von „The Claw“ wie bei dessen epischem Playoff-Run mit Toronto im Vorjahr hoffen.

Wetten auf den NBA-Champion

Lawinen-Alarm in der NHL Bubble

Zahlreiche NBA Power Rankings führen die Kalifornier auch auf Grund ihrer enormen Kadertiefe an. Einzig Lagerkoller in der vom Corona-Hotspot abgeschirmten Traumwelt ist ein möglicher Stolperstein – Stichwort Lou Williams! Mit einem Abstecher in einen Strip Club sorgte der dreimalige Sixth Man of the Year für Unmut und wird das erste Spiel gegen die Lakers in der Nacht von Donnerstag auf Freitag vom Hotel aus verfolgen müssen. Ganze 93 Tage am Stück in der Bubble sind nötig, um bei einem möglichen Game 7 der NBA Finals spielberechtigt zu sein. Zuvor könnte bereits der NHL Champion gekrönt sein.

In weiser Voraussicht entschied sich die Eishockey-Liga gegen Standorte wie New York oder Las Vegas und flüchtete über die nördliche Grenze nach Kanada. Mit zwei sogenannten Hub Cities (Toronto/Edmonton) hat man gegenüber der NBA womöglich das stichhaltigere Konzept. Netter Nebeneffekt aus Sicht der deutschen NHL-Fans: Leon Draisaitl und seine Edmonton Oilers genießen Heimvorteil! Wie weit die virtuellen Fans und ein Draisaitl in MVP-Form das Team bei der zweiten Playoff-Teilnahme in der letzten Dekade tragen, wird sich zeigen (alle Langzeitwetten zur NHL).

Als noch größerer Gewinner der Corona-Pause hat sich ohnehin noch ein anderes Team mit deutscher Beteiligung herauskristallisiert. Wären die NHL-Playoffs wie geplant im April über die Bühne gegangen, hätte die Verletzungsmisere den Colorado Avalanche wohl ein frühes Aus beschert. Nun meldet sich die gefürchtete Reihe um Nathan MacKinnon, Mikko Rantanen und Kapitän Gabriel Landeskog fit zurück. Oder in Zahlen ausgedrückt: 75 Treffer und 103 Assists! Wer verfolgt hat, wie die Lawine über weite Strecken der Regular Season auch durch fremde Stadien (24 Siege in 37 Spielen) gerollt ist, wettet nicht darauf, dass eine Bubble sie halten kann (alle Wetten zu den Spielen in der NHL).

Quoten Boosts zur NHL

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