Die 5 besten Poker-Strategie-Bücher

Juli 07, 2020

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Pokerspieler sind immer auf der Suche nach einer Edge, einem Vorteil gegenüber dem Gegner. Lange Zeit galten Strategie-Bücher als bester Weg, um mehr über erfolgreiche Poker-Taktiken zu erfahren. Die Bücher sind in der Regel so aufgebaut, dass sie zum wiederholten Lesen einladen. Sie werden mit dem Rüstzeug ausgestattet, um zu lernen, wie Sie gegen Ihre Gegner gewinnen.

In der jüngeren Vergangenheit haben sich andere Lernmethoden durchgesetzt. Online-Poker war in den letzten 20 Jahren im steten Wachstum begriffen. Gleichzeitig haben Diskussionsforen und Online-Portale großen Zulauf erfahren. Trainings-Videos wurden gedreht, es gibt Livestreams, Coaching (auch über das Internet) und andere Wege, an strategische Tipps und Tricks zu gelangen.

Trotzdem ist in den Büchern – manche sind bereits jahrzehntealt – Poker-Strategie enthalten, die Cashgame- und Turnierspielern heute noch zunutze sein kann. Und das, obwohl sich die Spielstile regelmäßig ändern und neue Konzepte erprobt werden.

Im folgenden Artikel finden Sie die fünf besten Poker-Strategie-Bücher, die wir Ihnen empfehlen können. Auch wenn die Bücher in Teilen veraltet sind, haben sie nicht an Relevanz eingebüßt. Und das nicht nur wegen der zeitgeschichtlichen Komponente, sondern auch praktisch. Der Einfachheit halber ist die Liste chronologisch geordnet. Alle fünf Bücher enthalten etwas, mit dem Sie Ihr Spiel verbessern können.

Doyle Brunson, Super/System

01supersystem-1-218x300.jpg1978 zum ersten Mal veröffentlicht, damals noch unter dem einprägsamen Titel „Wie ich durch das Pokerspielen $1.000.000 gewonnen habe” (übersetzt). Doyle Brunsons Buch enthält Kapitel, die aus der Feder mehrerer Autoren stammen. Sie alle haben sich einer anderen Variante gewidmet. Brunson steuert den längsten Abschnitt zu einem damals noch recht neuen Spiel bei: No-Limit Hold’em.

Brunson hat sich Mike Caro für ein Kapitel zu Five-Card Draw ins Boot geholt. Chip Reese schreibt über Seven-Card Stud, Joey Hawthorne über Lowball-Spiele (einschließlich Ace-to-Five, Deuce-to-Seven und Razz), David Sklansky beschäftigt sich mit Seven-Card Stud Hi-Lo und Bobby Baldwin hält sich mit Limit Hold’em auf.

Brunson schenkt No-Limit Texas Hold’em Beachtung, dem – wie er selbst meint – „Cadillac unter den Pokerspielen”. Brunson rät zu einer aggressiven Spielweise, die er als „Power-Poker” bezeichnet und den Gegner in die Defensive zwingt. Damals galt der Ansatz als revolutionär – und bis heute hat die Vorgehensweise Bestand. Pokerspieler lernen, Druck auf ihre Gegner auszuüben und sie so vor schwierige Entscheidungen zu stellen.

Mike Caro, Book of Tells

02bookoftells-228x300.jpgAls Brunsons Buch auf den Markt kam, war die Zielgruppe klar definiert. $100 sollte das Buch kosten, und damit war es nur für professionelle Pokerspieler interessant. Etwa zur gleichen Zeit wurden ein paar andere Strategie-Bücher veröffentlicht, die auf mehr Leser abzielten. Dazu gehörte auch Mike Caros Klassiker „Book of Tells”.

Der Untertitel „The Body Language of Poker” (Die Körpersprache beim Pokern) verrät, worum es im Kern gehen sollte. Caro beschäftigt sich mit dem Verhalten am Tisch und erklärt den Lesern, wie andere Spieler unwissentlich die Stärke ihrer Hand preisgeben. Aber – was noch wichtiger ist – das Buch enthält auch Tipps, wie Sie verhindern können, dass sie die falschen Signale aussenden.

Auch wenn Caros Tipps teilweise veraltet sind – die Fotos sind es auf jeden Fall, die Mode der 1980er Jahre ist einfach nicht mehr aktuell -, sind die zugrundeliegenden Konzepte für Anfänger nach wie vor interessant. Gerade für Spieler, die sich nur auf Online-Poker verstehen und Ausflüge an die Live-Tische unternehmen wollen.

David Sklansky, The Theory of Poker

03theoryofpoker-218x300.jpgDavid Sklanskys „The Theory of Poker” legt den Fokus nicht auf No-Limit Hold’em, die heute mit Abstand beliebteste Variante. Trotzdem ist Sklanskys Werk von allen Büchern auf dieser Liste am ehesten zeitlos. Und das, obwohl es vor drei Jahrzehnten veröffentlicht wurde.

Das hängt damit zusammen, dass Sklansky – wie der Buchtitel verrät – einen theoretischen Ansatz gewählt hat. Er widmet sich Situationen, mit denen Pokerspieler häufig zu tun haben, ganz gleich, welche Variante sie spielen. Die meisten Kapitel konzentrieren sich auf bestimmte Konzepte (zum Beispiel Semi-Bluffs, Slowplays, Position), die umfassend beschrieben werden.

Viele Pokerspieler schreiben es „The Theory of Poker” zu, gelernt zu haben, „wie man am Pokertisch denken sollte”. Es gibt vermutlich keinen besseren Satz, um Sie zum Lesen des Buches aufzufordern. (Wie es der Zufall so will, hat Sklansky das Buch in diesem Jahr überarbeitet und eine neue Auflage unter dem Titel „The Theory of Poker: Applied to No-Limit” (Bezogen auf No-Limit) auf den Markt gebracht.)

Richard D. Harroch und Lou Krieger, Poker for Dummies

04harrochkrieger-248x300.jpgZugegeben: Vielleicht wollen Sie nicht in der Nähe eines Pokerraums erwischt werden, wie Sie ein Buch mit dem Titel „Poker for Dummies” lesen. Für einen blutigen Anfänger, der einen Überblick über die Poker-Regeln und eine Anfänger-Strategie braucht, und mehr über die Geschichte des Spiels und die wichtigsten Fachbegriffe erfahren will, ist das Buch von Richard D. Harroch und Lou Krieger immer noch ein guter Ausgangspunkt. Trotz seines Alters.

Erwähnt werden sollte, dass manche Kapitel von Poker for Dummies zu veraltet sind, um nützlich zu sein. Vor allem die Abschnitte, die sich einer damals noch brandneuen Variante des Spiels zuwenden: Online-Poker. Manche Strategie-Empfehlungen lassen sich auch nicht problemlos auf die heutige Poker-Landschaft übertragen. Allerdings können die Tipps hilfreich sein, wenn sie in Homegames über unerfahrene und/oder „loose” Spieler stolpern.

Wo wir gerade von Homegames sprechen: Es gibt sogar ein Kapitel, das Ihnen erklärt, wie Sie ein Homegame vorbereiten und ausrichten. Die Kapitel zu den Themen Bankroll-Management, Unterschiede zwischen Cashgames und Turnieren, „Poker-Psychologie” und viele mehr sind jetzt noch aktuell. Wer bereits ein wenig über das Spiel und Poker-Strategie gelernt hat, braucht mit diesem Buch nicht anzufangen. Wirklich neue Spieler, die nach einem einfachen Einstieg suchen, sind mit dem Werk alles andere als schlecht beraten.

Dan Harrington und Bill Robertie, Harrington on Hold’em

05harrington-222x300.jpgWer jetzt erst mit Poker in Berührung kommt, weiß vermutlich nicht, dass Turniere eine neuere Entwicklung sind. Erst Ende der 1990er Jahre sind sie beliebt geworden, Anfang der 2000er ging der Siegeszug weiter (als Online-Poker auf dem Vormarsch war).

Vor Dan Harringtons und Bill Roberties dreiteiliger Buchreihe Harrington on Hold’em gab es bereits andere Bücher zum Thema Turnier-Strategie, aber keines davon war wirklich erfolgreich. Tatsächlich ist das erste Buch dieser Reihe das meistverkaufte Poker-Strategie-Buch aller Zeiten.

Die Autoren decken alle Bereiche ab, die im Zusammenhang mit Turnier-Strategie aufkommen. Der erste Band legt den Schwerpunkt auf die verschiedenen Phasen einer Hand. Das zweite Buch geht auf spezifische Situationen ein, die mit bestimmten Stacksizes, short-handed oder im Heads-Up auftreten. Teil drei ähnelt im Grunde einem „Arbeitsheft”; der Leser wird vor 50 „Probleme” gestellt, die er lösen soll – eine tolle Möglichkeit, die erlernten Konzepte anzuwenden.

Weitere Buchempfehlungen

Wenn wir uns andere Strategie-Bücher (und Poker-E-Books) anschauen, die vielfach empfohlen werden – und idealerweise in den letzten 10 bis 15 Jahren erschienen sind -, ist für Turnierspieler vielleicht Gus Hansens Every Hand Revealed interessant. Das Buch ist eines der frühen Beispiele, in denen ein Autor Hand für Hand auseinandergenommen hat.

Daniel Negreanus Poker Hold’em Strategy folgt dem Super/System-Format. Das heißt, abgesehen von Negreanu haben viele Gastautoren am Buch mitgewirkt. Das Highlight ist Negreanues eigenes Kapitel zu seiner bewährten „Small Ball”-Strategie.

Wer einen zeitgemäßen Einblick in Poker-Tells haben will, sollte Zachary Elwoods drei Bücher zu diesem Thema lesen – angefangen mit den sehr gut bewerteten Reading Poker Tells. Ähnlich gute Kritiken haben Tommy Angelos Elements of Poker und die zweiteilige Buchreihe The Mental Game of Poker (Jared Tendler und Barry Carter) erhalten. Vor allem, weil sie sich dem Thema der „Poker-Psychologie” verschrieben hatten.

Etwas aktueller ist Jonathan Littles Mastering Small Stakes No-Limit Hold’em, das bereits auf der Liste der besten Poker-Hörbücher aufgetaucht ist.

Wer auf fortgeschrittene Konzepte und Poker-Theory abzielt, sollte Matthew Jandas Applications of No-Limit Hold’em, Andrew Brokos Play Optimal Poker und Michael Acevedos Modern Poker Theory eine Chance geben. Von manchen Spielern werden diese Werke als heiße Anwärter auf den Titel „bestes Pokerbuch” erachtet.

Poker-Strategie-Bücher sind immer noch relevant und warten mit hilfreichen Tipps und Tricks auf. Zudem lösen sich die Augen mal vom Bildschirm oder Laptop – auch das kann nicht verkehrt sein.

Aber … Sie haben jetzt genug über Pokerbücher gelesen. Suchen Sie sich eines aus! Sie werden überrascht sein, wie viel Sie lernen werden.

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