Letztes Jahr machte Phil Hellmuth Schlagzeilen, als er auf Twitter den Versuch unternahm, sein Haus für $430.000 zu verkaufen. Damit übertraf er den damaligen Marktpreis um fast $100.000 – womit er sich ordentlich Kritik seitens der Community einhandelte. Doch wer kann einem Poker-Profi vorwerfen, aus einem Hausverkauf maximalen Value herausholen zu wollen?

Phil Hellmuth – bekannt für seinen Status als Poker Brat

Das Haus hat drei Schlafzimmer, zweieinhalb Badezimmer, eine Garage für zwei Fahrzeuge und einen Pool, der an den Golfplatz des Las Vegas Community Clubs angrenzt.

Die erste Zeile der Annonce liest sich wie folgt: „Ihre Chance, ein Haus mit bestem Vegas-Charme & ein Poker-König-Vermächtnis zu besitzen“. (Der Text impliziert, dass sein „Vermächtnis“ viel Geld wert und Hellmuth eine Art „Poker-König“ wäre.) Das Haus steht nicht mehr zum Verkauf, der Wert des Hauses wird aktuell auf $454.300 geschätzt.

Top-Spieler wie Hellmuth haben Einnahmen im sechs- oder sogar siebenstelligen Bereich. Mit einem solchen Einkommen kann man sich Luxushäuser durchaus leisten.

Leben auf großem Fuße

Wer es an die Spitze der Nahrungskette schafft, kann als Poker-Profi ein Leben wie Promis, Sport-Asse oder tüchtige Geschäftsmänner führen. Sie sind die Könige und Königinnen ihrer Welt – und besitzen Luxusanwesen, die gut und gern ein paar Millionen Dollar kosten.

Der iranische Poker-Profi Antonio Esfandiari hat kürzlich eine Villa im südkalifornischen Venice Beach erstanden. Das ist bereits das zweite Luxushaus, das Esfandiari in der Region gehört. Die erste Villa ist $3,4 Millionen wert. Die zweite Immobilie kommt sogar auf $5,3 Millionen – fünf Schlafzimmer und sechs Badezimmer verteilen sich dort auf 6.000 Quadratmeter Fläche.

Antonio Esfandiari besitzt zwei Luxushäuser im südkalifornischen Venice Beach

Esfandiara entfernt sich damit vom Vegas-Strip, an dem sich viele Live-Poker-Profis während der Glanzzeit ihrer Karriere niederlassen. Auch Andy Bloch hatte sein Vegas-Zuhause zum Verkauf freigegeben.

Blochs Luxushaus weist sechs Schlafzimmer, sechs Badezimmer und vier halbe Badezimmer auf – und zählt 10.500 Quadratmeter. Im Haus befindet sich ein Medien- und Pokerraum – die Terrasse bietet eine atemberaubende Aussicht auf den Strip. Der Verkaufspreis des Anwesens lag bei fast $9 Millionen – anscheinend hat man sich letzten Endes aber auf $4 Millionen geeinigt. Der Wert wird auf $4,5 Millionen geschätzt.

Damit Sie sich ein Bild davon machen können, wie erfolgreich diese Spieler sind: Esfandiari hat bei Live-Poker-Turnieren $27,8 Millionen eingespielt. Bloch hatte ebenfalls einen äußerst interessanten Werdegang. Bei Live-Turnieren erzielte er Gewinne von $5,2 Millionen. Außerdem war er Investor der Full-Tilt-Webseite. Und er gehörte sogar zum MIT Blackjack Team.

Das echte Leben als Poker-Profi

Genug abgehoben – zurück in die Realität. Die Einnahmen professioneller Pokerspieler unterscheiden sich drastisch voneinander. Top-Profis wie zum Beispiel Hellmuth und Online-Poker-Profis kommen auf Gewinne jenseits der $20-Millionen-Marke. Andere Profis bewegen sich knapp über dem Existenzminimum.

Die Flexibilität, die Online-Poker gewährt, lockt die digitalen Nomaden zeitweise – oder dauerhaft – in Länder wie Thailand und Mexiko, die eine Reihe Bedingungen erfüllen. Was gebraucht wird: Gutes Internet, hohe Lebensqualität, schnelle Reisemöglichkeiten und vergleichsweise niedrige Lebenshaltungskosten.

Online-Poker ist auch ideal geeignet, um sich die Wohnkosten mit anderen zu teilen – gerade bei jüngeren Profis ist das Modell beliebt. Luxushäuser am Strip und anderswo bieten Online-Spielern ein Zuhause, die sich an der Isolation des Online-Grinds stören. Stattdessen lebt man gemeinsam – und bei Gelegenheit tauscht man Texas Hold’em Tipps untereinander aus.

Die 2013 erschienene Poker-Dokumentation Bet, Raise, Fold zeigt exemplarisch, wie das Leben in einer Poker-WG aussehen kann. Tony Dunst wohnt im Poolhaus des Anwesens, das sich mehrere Online-Grinder teilen. Das Heim ist nicht bloß Büro und Schlafstätte – sondern wird auch zum Lernen, zur Entspannung und für Partys rege genutzt.

Was Live-Poker anbelangt: Naturgemäß zieht es die meisten erfolgreichen US-Profis nach Vegas. Dort residieren sie entweder in Luxus-Apartments – oder teilen sich Wohnraum mit befreundeten Spielern.

Die eingangs erwähnten Poker-Stars verkaufen ihre Eigenheime regelmäßig für mehrere Millionen Dollar. Daraus ergibt sich ein verzerrtes Bild, was erklärt, warum der Luxus-Lebensstil oft mit dem Dasein als Poker-Profi in Verbindung gebracht wird.

Tatsächlich ist es recht schwierig, zu beschreiben, wie das Leben eines Poker-Profis im Detail aussieht. Jeder Spieler ist anders – in seinen Ansichten, der Herangehensweise, den Bestrebungen. Das Zuhause eines professionellen Pokerspielers kann eine Luxusvilla sein – oder eine Strandhütte – oder nahezu jedes Gebäude auf nahezu allen Straßen auf der ganzen Welt.

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